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DER MANN AUS LONDON

DER MANN AUS LONDON

Regie Béla Tarr
Kinostart 12.11.2009

Kritiken • DER MANN AUS LONDON

12. November 2009 | DER MANN AUS LONDON • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer ist durchaus angetan. "Das Pathos, das bei Simenon stets hinter der lapidaren Beschreibung ungeordneter Weltläufe verborgen bleibt, kehrt Béla Tarr mit voller Absicht heraus. Dadurch aber gewinnen seine Figuren, seine Einstellungen, seine bewegten Tableaus etwas nachgerade Sakrales. Die Musik von Mihály Vig tut das ihre dazu: eisig-wuchtige Synthesizer-Flächen, wie man sie zuletzt in Nico-Songs Mitte der 70er-Jahre zu hören bekam. Weder vor ostentativen Schwenks Richtung Himmel noch vor gleißendem Gegenlicht durch das Fenster noch vor per Lichtsetzung erzeugtem Heiligenschein auf dem Haupt seines Helden schreckt Tarr, ins unfreiwillig Komische gleitend, zurück."

12. November 2009 | DER MANN AUS LONDON • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker mag Béla Tarr. "Irgendwann wird der Zeit-Raum sich schmerzhaft-schön zusammenziehen, das sind dann die magischen Béla Tarr-Augenblicke. Nachher glaubt man wieder etwas mehr von unserem In-der-Welt-Sein verstanden zu haben. Davon, wie Menschen sich dagegen wehren, dass ihr Dasein einfach so zerfällt wie diese triste kleine nordfranzösische Hafenstadt, in der es schon ein Ereignis ist, wenn die kleine Fähre über den Kanal kommt. Béla Tarrs Film ist ein Balanceakt auf dem Rand dieser Erfahrung."

11. November 2009 | DER MANN AUS LONDON • Kritik • schnitt.de

Franziska Schuster wußte gleich, dass sie es mit einem Kunstfilm zu tun hat. "Von den Fortschritten der Verbrechensaufklärung erfährt der Zuschauer durch belauschte Gespräche und Zufallsbeobachtungen, die entscheidenden Ereignisse finden außerhalb des Bildes statt. In einer Szene verharrt die Kamera buchstäblich draußen vor einer Tür, hinter der es um Leben und Tod geht – doch ganz nebenbei wird schließlich auch das aufgeklärt. Ein Kunstfilm, zweifelsohne. Und rasend unterhaltsam."

10. November 2009 | DER MANN AUS LONDON • Kritik • film-dienst

Esther Buss schaut genau auf den Stil. "Stilelemente des Film noir verbinden sich hier mit dem bildnerischen Vokabular der Fotografie der 1920er-Jahre, mit Einflüssen von Bauhaus und Konstruktivismus. Beeindruckend ist vor allem, wie die Kamera von Fred Kelemen den Raum organisiert bzw. desorganisiert. So tauchen wiederholt Aufnahmen von Gittern, Fensterkreuzen oder Zäunen auf, die sich vor das Bild schieben und es dabei regelrecht fragmentieren – manchmal verliert man darüber die Orientierung, versteht das Bild schlichtweg nicht mehr, bis die Kamera wieder zu Maloin findet und ihn in seinem Gleiswärterhäuschen verortet."

01. November 2009 | DER MANN AUS LONDON • Kritik • programmkino.de

Die Kamera führt die eigentliche Regie, stellt Dorothee Tackmann fest. "Sie umkreist die Personen, als seien sie Skulpturen, schaut ihnen über die Schulter in die Suppe, verweilt auf den Gesichtern - ohne sie zu ergründen. Eine klaustrophobische Stimmung, in die der greisenhafte Mann aus London wie das Jüngste Gericht einbricht. Seine wenigen Sätze werden mit Schweigen konsumiert. Der Drehort, die korsische Hafenstadt Bastia, wird zum Gefangenenlager, bevölkert von wenigen Zombies. Wirkungsvoll baut Kameramann Fred Keleman ... die Lichtfelder von Straßenlaternen, Schiffslampen, Leuchtfeuern und Sonnenstrahlen in die düsteren Räume ein. Die Fotokunst vergangener Zeiten feiert Auferstehung, während das Kino in Tiefschlaf sinkt."

24. Mai 2007 | DER MANN AUS LONDON • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland hätte diesen Film gern früher im Wettbewerb gesehen, um ihm gerecht zu werden. "Dieser Regisseur weiß, was er tut, und er tut genau das, was er will. DER MANN VON LONDON ist ein langweiliger Film, und die Film Noir Verweise scheinen mir aufgesetzt und prätentiös, vor allem aber nicht zu funktionieren. Trotz der Simenon-Vorlage, die ich auch nicht kenne - allerdings muss ein Film auch ohne solche Kenntnis funktionieren."

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