Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

ALEXANDRA

ALEXANDRA

Regie Alexander Sokurow

Kritiken • ALEXANDRA

10. Januar 2009 | ALEXANDRA • Kritik • Der Tagesspiegel

Hans-Jörg Rother ist entsetzt, dass es der Film fertigbringt, sowohl die Kriegsgründe als auch die Schrecken des Tschetschenien-Krieges völlig auszublenden. "Hass, Verachtung, Empörung gegen die Unterdrückernation scheinen ihr fremd. Mütter verstehen einander, mögen auch die Söhne und Enkel gegeneinander kämpfen. Stellvertretend für die nicht so friedlich gestimmten Landeskinder ruft ein junger Bursche auf der Straße nach Freiheit. Das ist, in der Sicht des Films, kaum mehr als das unbesonnene Wort eines Halbwüchsigen."

10. Januar 2009 | ALEXANDRA • Kritik • Die Tageszeitung

Hier ist der Krieg kein Ereignis, sondern ein Zustand, meint Dietmar Kammerer. "Obwohl keine unmittelbare Gefahr zu herrschen scheint, stecken das Gefühl einer Bedrohung in jeder Szene und eine stets präsente, subkutane Unruhe. ... Gefilmt wurde vor Ort, in einem echten Militärstützpunkt, und jede Geste, jede Miene der Soldaten lässt das Reale dieser Situation spürbar werden. Aber Alexander Sokurow geht es nicht um Aktualitäten. Der Krieg in ALEXANDRA ist so konkret wie entrückt in einer Art hypnotischen Realismus, wie man ihn vom frühen Lars von Trier kennt, oder aus den Filmen Andrej Tarkowskis."

08. Januar 2009 | ALEXANDRA • Kritik • Berliner Zeitung

Für Jan Brachmann verherrlicht der Film eine Primadonna und das Kind im Soldaten. "Wie in den meisten seiner Filme, so erzeugt Alexander Sokurow auch hier einen Rhythmus langsamen Gleitens. Die Arbeit mit dem Klang ist dabei entscheidend: Mehrere Tonspuren überlagern sich, das gesprochene Wort, knisternde Radiolieder aus den 1940er-Jahren und die Filmmusik von Andrej Sigle, die gekonnt den Spätstil Tschaikowskys aufgreift. Lauter mentale Schichten, Erinnerungsströme, Liebeserklärungen: Zarismus, Tschaikowsky, die Primadonna, der Zweite Weltkrieg."

26. Mai 2007 | ALEXANDRA • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal genießt zunächst einmal nur die erlesen weich gezeichneten, sich ein- oder entfärbenden Sepiabilder, und denkt erst später darüber nach, was die Russen in Tschetschenien angerichtet haben. "Diese Menschen töten und werden getötet, das ist ohne Zweifel traurig. Sokurows Besessenheit von männlicher Schönheit hat noch jeden seiner Filme geprägt - auch diesen, der vom Krieg erzählen will, ohne ihn zu zeigen, also allgemein."

25. Mai 2007 | ALEXANDRA • Kritik • Die Tageszeitung

Die erste Kontroverse hat der Film laut Cristina Nord in Cannes ausgelöst. "Sokurov dreht seinen im Kriegsgebiet angesiedelten Film, ohne in irgendeiner Form Position zu beziehen. Die Gewalt ist unsichtbar, stattdessen gehen Menschen mit Zärtlichkeit und Güte aufeinander zu. ... Wer ideologiekritisch geschult ist, weiß natürlich, dass keine Position zu beziehen durchaus eine Position darstellt. Das mag die Buhrufe nach der Pressevorführung erklären. Aber das Tolle an ALEXANDRA ist ja gerade, dass der Film die Ideologiekritik zunächst herausfordert, um sie dann bei ihrer Hilflosigkeit zu packen - weil sie einfach kein Vokabular für die Schönheit und die Stringenz dieses Filmes besitzt."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,50492