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SECRET SUNSHINE

SECRET SUNSHINE

Regie Lee Chang-dong
Kinostart 16.04.2009

Kritiken • SECRET SUNSHINE

16. März 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Verschiedene Stadien der Trauer hat Michael Kienzl wahrgenommen: "Zwar greift Lee Chang-dong mit Einstellungen vom Himmel und Sonnenlicht teilweise auf typische Metaphern des Göttlichen zurück, jedoch nehmen diese Bilder nie die Funktion von kitschigen Bibelillustrationen ein, sondern bleiben durch den sachlichen Blick ambivalent. Wenn Shin-ae auf wundersame Weise immer wieder aufs Neue mit ihrem traumatischen Erlebnis konfrontiert wird, lässt der Film im Unklaren, ob das göttliche Fügung ist oder nur ein Zufall. Diese Haltung bewahrt sich der Film auch bei der Entwicklung seiner Hauptfigur."

16. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • Berliner Zeitung

Gemächlich inszeniert der Regisseur, meint Peter Uehling, aber auch etwas albern. Die Protagonistin "wendet sich vom Christentum wieder ab, und zwar, indem sie eine repräsentative Auswahl der Zehn Gebote bricht: Sie lästert Gott, beleidigt ihre Eltern, verführt den verheirateten Apotheker, entheiligt den Feiertag, indem sie beim Open-Air-Gottesdienst satanistische Lieder über die Beschallungsanlage spielt. Danach fühlt sie sich leer, und der Zuschauer auch, und der Film läppert in einen Schluss hinein, der wie der Anfang ist: langsam, alltäglich, eventuell symbolisch."

16. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • Die Tageszeitung

Eine beeindruckende und ungewöhnliche Beiläufigkeit hat Birgit Glombitza wahrgenommen. "Und das in einer irritierenden Zeitlupe, die mit ihrem meditativen Vakuum alles aufzusaugen scheint, was den Menschen hier so wichtig ist. Den Schutz der Familie, das Heiligtum schlechthin im asiatischen Kino. Die Harmonie zwischen den Menschen, als großen sozialen Masterplan. Die Sicherheit, dass morgen auch noch ein Tag ist. In SECRET SUNSHINE (SECRET SUNSHINE Trailer) wird nichts wieder ganz oder gut. Nach der Quälerei des Wartens und der Ungewissheit muss Shin-ae den leblosen Körper ihres Sohnes identifizieren. Ihre Passionsgeschichte ist damit noch lange nicht zu Ende."

16. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • perlentaucher.de

Lukas Foerster lobt den Regisseur. Er "strukturiert auch seinen bislang besten, weil am sorgfältigsten konstruierten Film über Wiederholungen, Spiegelbilder und Variationen. Einmal versteckt sich Jun vor Shin-ae, als sie nach hause kommt, um sich ihr gerade, als sie sich ernsthaft Sorgen zu machen beginnt, zu erkennen zu geben. Als sie dann einige Zeit später, gerade hat sie begonnen, in ihrer neuen Heimat Anschluss zu finden, beim Nachhausekommen Jun wieder nicht findet, sucht sie die üblichen Verstecke ab und nur ganz langsam schlägt sich auf ihrem Gesicht die grausige Erkenntnis nieder, dass der Sohn ihr diesmal keinen Streich spielen möchte."

07. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • film-dienst 08/2009

Josef Lederle sah "ein stilles Juwel, das in vielen Nuancen funkelt, je nachdem, welche Facetten man gerade betrachtet. Das beginnt bei der Titelmetapher vom geheimnisvoll-verborgenen, unaufdringlichen Sonnenschein, die sich aus der Übersetzung des Namens der Stadt Miryang ableitet und mit deren Bedeutungsvielfalt die Inszenierung meisterhaft spielt; von den diskreten Sonnenstrahlen über das euphorische Leuchten im Mienenspiel der Charismatiker bis zur verzweifelten Düsternis im Augenblick tiefer Selbstdestruktion."

02. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • epd-film 04/2009

Der Film ist für Heike Kühn "mit zwei Stunden und zwanzig Minuten Zumutung und Herausforderung zugleich. Trotzdem kann man nicht umhin, die Schauspielerin Jeon Do-jeon für die Rückhaltlosigkeit zu bewundern, mit der sie sich auf jeden nur denkbaren Gemütszustand wirft. Das Heilige und das Aggressive, Masochismus und Sadismus scheinen unabdingbar zur filmischen Durchdringung Südkoreas zu gehören."

02. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • programmkino.de

Hendrike Bake fand den Film spannend wie einen Thriller. "Zu keinem Zeitpunkt lässt sich vorhersagen, was als Nächstes passieren wird, aber immer ist es vollkommen glaubwürdig. Die Wendungen und Umwege, die Schicksalsschläge und Nebenfiguren überraschen und faszinieren immer wieder aufs Neue, denn ähnlich wie etwa André Téchiné geht es Lee Chang-dong nicht um eine runde Geschichte, oder um billigen Trost, sondern um wahrhaftige Momente."

02. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel lobt besonders die Hauptdarstellerin. "Sowohl in den leisen wie in den lauten Szenen ist sie, von Autor und Regisseur Lee Chang-dong gut geführt, ganz präsent. Sie trägt den Film weitgehend, gibt sich voll und ganz. Zurecht erhielt sie dafür 2007 in Cannes einen Darstellerpreis."

02. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • kino-zeit.de

Trauerarbeit wird in dem Film praktizert, meint Peter Gutting. "Aber es gehört eben notwendigerweise zum Zustand der Trauer, dass man das, was einem helfen könnte, nicht zu fassen bekommt. Welche unvermeidlichen Wege dieser Prozess außerdem nimmt, das zeigt dieser leise Film mit eindringlicher Geduld, auch wenn ihm eine Straffung ganz gut getan hätte. Besonders in der selbstzerstörerischen Phase der Hauptfigur, in der sie sich der Schmerzgrenze manchmal mehr als nur nähert."

01. April 2009 | SECRET SUNSHINE • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

29. Mai 2007 | SECRET SUNSHINE • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord entdeckt folgendes: "Lee Chang-Dong arbeitet den Kontrast zwischen dem Trostversprechen der Religion und dem Verwehren dieses Trostes durch die Gläubigen scharf heraus. Sobald Sin-ae zusammenbricht, ziehen sich die braven Christenmenschen zurück. Dann beten sie im Wohnzimmer für Sin-ae, während sie draußen vor dem Fenster steht und zur Verzweiflungstat schreitet. Das Herausragende an SECRET SUNSHINE (SECRET SUNSHINE Trailer) ist, wie der Film Trauer nicht nur andeutet, sondern durchinszeniert, sie in ihrer Dauer und ihren Nuancen ausspielt, in ihrer ganzen, jeden Tag sich aufs Neue manifestierenden Unerträglichkeit."

25. Mai 2007 | SECRET SUNSHINE • Kritik • Der Spiegel

Lars-Olav Beier hat den Sonnenschein umsonst gesucht. "Ich konnte ihn nicht entdecken - in den zwei Stunden und etwa zwanzig Minuten, die der Film dauerte. Aber womöglich ist er ja so geheim, dass ihn gar niemand sehen darf, vor allem nicht der Zuschauer. Ein Film sei dann zu lang, wenn man anfange, ihn im Hintern zu spüren, soll der Hollywood-Mogul Jack Warner einst gesagt haben. Das Problem von Filmen wie SECRET SUNSHINE ist, dass man sie leider fast nur im Hintern spürt und sie letztlich nie den Weg zum Hirn oder zum Herzen schaffen."

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