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ZODIAC

ZODIAC

Regie David Fincher
Kinostart 31.05.2007

Kritiken • ZODIAC

31. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Berliner Zeitung

Peter Uehling hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Virtuos sind die weniger psychologisch angelegten als ganz ins Typische zielenden Leistungen dieses Darstellerensembles. Virtuos schließlich ist die historische Patina, die die bleichen Bilder und die unaufdringliche Ausstattung dem Film verleihen. Aber all das vermag nach dem vielversprechenden Anfang die letzten 120 Minuten des Films nicht zu tragen. Es passiert schlicht nichts mehr, das sich als treibendes Moment erwiese. Immer größer werden die Zeitsprünge, immer kürzer die Szenen. Man verliert den Kontakt zu den Figuren."

31. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Die Tageszeitung

Eine wellenförmigen Chronologie hat Dominik Kamalzadeh ausgemacht. "In ZODIAC kommt jene Ordnung der klassischen Detektivgeschichte durcheinander, die im Normalfall die Ebene des Mordes von jener der Ermittlung trennt. Das Komplementärwerden beider Ebenen, das der Philosoph Frederic Jameson für Verschwörungsfilme der New-Hollywood-Ära konstatiert hat, lässt die Handlung in ein fortwährendes Zirkulieren übergehen, zumal beide Ebenen medial durchsetzt sind. Deshalb kann es zwischen dem Killer und dem Reporter Avery auch zu einem Privatduell kommen."

31. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Der Tagesspiegel

Kühl nennt Julian Hanich den Thriller. Er "unterdrückt beinahe jede Emotion und Sensation, jede Angstlust und suggestive Gewalt. Anders als bei SEVEN, THE GAME oder PANIC ROOM sitzt der Zuschauer nicht starr im Kinosessel. Die 158 Filmminuten lassen ihm ausreichend überschüssige Energie, um auf seinem Sitzfleisch die Feinheiten der Stuhlbepolsterung zu ergründen. ... Im Gegensatz zum Gefühl der Angst lassen sich Obsessionen nur schwer übertragen. Der Zuschauer kann sie von außen betrachten, im besten Fall sogar verstehen. Fühlen wird er sie nicht. Deshalb gleicht der Film über lange Strecken einem Blick ins Terrarium."

31. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Frankfurter Rundschau

Auf denkbar kluge Art führt dieser Film ins Chaos, lobt Daniel Kothenschulte. "Fincher und sein Kameramann Harris Savidis machen von dieser kühlen Ästhetik klugen Gebrauch. Ihre Bilder verschleiern nichts, im Gegenteil: Sie behalten im Chaos einen klaren Kopf. Gleichwohl ist der Reiz dieses ungewöhnlichen Kriminalfilms nicht die Aufklärung, sondern die Verrätselung. Je mehr man weiß, desto widersprüchlicher wird es. ... Fincher jedoch weiß gut, welcher Reiz darin liegen kann, zu wissen, dass man gar nichts weiß. Wie seine früheren Filme ist Zodiac ein logischer Versuch über das Chaos."

31. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Thomas Binotto ist beeindruckt. "Formal lässt sich Fincher diesmal auf keine Experimente ein. Er meidet jeglichen Retroschick und knüpft auch nicht einen eingängigen Soundteppich aus den Hits von damals. Die meisterhafte Kameraarbeit von Harris Savides kommt ohne Sensationen aus. Fincher hat mit High-Definition-Videokameras gedreht. Damit gelingt das Kunststück, Breitleinwand und dokumentarische Nüchternheit auf einen Nenner zu bringen."

30. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Der Spiegel

Laut Frank Hornig wechselt der Regisseur die Tonart: nicht mehr grausam und schick, sondern melancholisch und nüchtern erzählt er die wahre Geschichte vom Serienkiller. "Fincher hält sich an die Fakten und nimmt in Kauf, dass über Verdächtige nur spekuliert werden kann. Und selbst die Gewalttaten sind eher klinisch und vergleichsweise schreckfrei gefilmt. Einer der besten Angstexperten Hollywoods verzichtet darauf, dem Publikum echte Angst einzujagen."

24. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Die Zeit

Beeindruckt ist Georg Diez von dem düstren Thriller. "Wie Fincher nun diese Geschichte erzählt, mit welcher Ruhe und Sicherheit, ist verblüffend zu sehen ... In ZODIAC zeigt sich nun, dass Fincher nicht nur ein formbesessener Stilist ist, sondern ein Regisseur, der Schauspieler extrem gut führen kann. ... Diese Obsession, diese Verlorenheit an die Macht des Mythos bestimmt den zweiten Teil, der mäandernd ausgreift und der Zeit ihren Raum gibt; Fincher stellt diesen Zeitaspekt deutlich aus, er gibt jeden neuen Tag präzise mit Untertitel an, er bildet den Wandel ab im Bild eines Hochhauses, das im Zeitraffer entsteht."

24. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • film-dienst 11/2007

Holger Römers hat irgendwann den Überblick verloren. "Insofern mag ZODIAC unbefriedigend und frustrierend sein, spiegelt aber doch treffend die lückenhaften Resultate der Ermittlungen. Gerade deshalb wirkt der Film verstörender als jeder konventionelle Serienkiller-Film, Finchers SIEBEN eingeschlossen, und die nicht gänzlich auszuschließende Vorstellung, dass der Zodiac noch frei herumläuft und solche formalen Qualitäten womöglich ebenfalls goutiert, macht den Film nur noch verstörender."

24. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • br-online.de

Tief im Realismus verankert ist ZODIAC laut Florian Kummert. "Kein Film mit kameratechnischen Mätzchen oder optischen Achterbahnfahrten. In seiner Nüchternheit erinnert er an den großen realistischen Thriller der Siebziger, DIE UNBESTECHLICHEN über den Watergate-Skandal. Fincher lässt seine Figuren in Polizeiakten wühlen, sich im Newsroom die Köpfe heiß reden und inszeniert das Zeitkolorit mit einer immensen Detailtreue. Das verschachtelte Drehbuch stopft eine enorme Informationsfülle in den Film, aber Fincher gelingt es bis zum Schluss, Rhythmus und dramatische Spannung zu halten."

24. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • critic.de

Das Potential des Regisseurs schimmert immer wieder durch, behauptet Sascha Keilholz. "Während der Film beinahe unwirklich und fast ohne gesetzte Höhepunkte an einem vorbeizieht, tun sich dann doch immer wieder die für das fincher'sche Werk so typischen Brüche auf, etwa wenn in der Kontrastierung von Einblendungen und Kalenderblättern eine seltsame chronologische Diskontinuität erzielt wird. So bietet die scheinbar aalglatte Oberfläche zunehmend winzige Widerhaken, in denen sich der Zuschauer verfangen kann. Bis zu einer Texteinblendung am Ende, die zunächst klassisch und inhaltlich genreaffin wirkt, aber letztlich doch der fincher'schen Ambivalenz Raum gibt."

23. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Neue Züricher Zeitung

ZODIAC ist eine akribische Ermittlungsstudie mit zahllosen Details und Fährten und keiner Auflösung, meint Martin Walder. Der Regisseur "will aber auch Psychogramm seiner obsessiven Fahnder sein, unter denen sich ein junger Zeitungsillustrator (Jake Gyllenhaal) vom Pfadfinder zum Jäger mausert, der seine Existenz aufs Spiel setzt. Doch der Film schafft es nicht, den Stoff in der Tiefe auszuloten, wie es Fincher in seinem apokalyptischen Thriller SEVEN gelungen war."

21. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • artechock.de

Einen extremes Zuschauerverblüffungstalent bescheinigt Rüdiger Suchsland dem Regisseur. Der Film wird im Nachwirken immer besser. Das liegt daran "dass es Fincher immer gelingt, ins Herz der jeweiligen Epoche zu treffen, irgendeinen grundsätzlichen Aspekt seiner Gegenwart anzusprechen, seine Zeit in filmische Erscheinung zu fassen. Fincher macht es, mit anderen Worten, niemals unter seinem Niveau. Mit ZODIAC ist Fincher ein Film gelungen, der alle Erwartungen dementiert."

20. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • artechock.de

Ein zutiefst pessimistisches, aber überaus menschliches Drama der Desillusionierung sah Rüdiger Suchsland. "ZODIAC ist ein in seiner Nüchternheit toller Film, freilich eher ein philosophischer Essay, als ein reißerischer Plot, eher ein Dokudrama, als ein Thriller. Finchers Filme hatten bisher immer eine stupende Interpretation zur Gegenwart geboten, etwas prözise auf den Punkt gebracht. Diesmal wieder. Es ist die Praxis der Desillusionierung, von der ZODIAC handelt. Er zeigt, dass eben nicht, wie in SEVEN der Gang zur Bibliothek Aufklärung bringt, dass die Welt eben kein Text ist, der sich in jedem Fall decodieren lässt."

18. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist begeistert: "Fincher interessiert sich weniger für den Thriller, der sich angeboten hätte, als für den Verschleiß von Männern durch eine Arbeit, die kein Ende kennt: Reporter, Polizisten und ein Cartoonist, der vom Fall besessen ist. Das ist einer der frischen Blicke auf das gute alte Genre-Kino, die der künstlerische Chef von Cannes, Thierry Frémaux, vor einer Woche versprochen hat."

18. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Die Tageszeitung

Nüchternheit ist eben manchmal gar nicht schlecht, meint Cristina Nord. "Bis heute ist der Fall nicht aufgelöst. Fincher nutzt diese Leerstelle, um die Genrevorgaben des Serienmörderfilms gegen sich selbst zu kehren. Denn allem Rätselraten, allem Fährtensuchen, allen Whodunit-Plotstrukturen und allem Suspense zum Trotz bleibt am Ende nichts übrig - außer einem grauhaarigen Kommissar und einem von dem Fall besessenen Journalisten, die beide ihr Leben verpasst haben."

18. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Der Tagesspiegel

Imponierend ist das Serienkillerdrama für Jan Schulz-Ojala. "Also kaum Spannung und Schock, dafür die fast bürokratisch präzise Nachstellung journalistischer und polizeilicher Recherchen, an deren Erfolglosigkeit immerhin ein paar Karrieren zerbrechen. Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo und Robert Downey jr. machen, zwischen Kaffeebechern, Telefonlärm und Uralt-Schreibmaschinen, das Beste draus, aber für einen Zweieinhalbstunden-Genrestoff ist ZODIAC denn doch nicht fesselnd genug geraten."

17. Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Der Spiegel

Für Andreas Borcholte steht am Ende die "Erkenntnis, dass nicht nur krankhafte Mörder sich in Obsessionen verlieren können, sondern auch deren Jäger. ... Furios gleitet der Film mit geschliffenen und gewitzten Dialogen in einer wahren Ausstattungsorgie durch die Jahrzehnte und verfügt dank ausgeklügelter Digitaltechnik über einige der verblüffendsten Kameraeinstellungen und -fahrten, die man seit langem im Kino gesehen hat. Trotz massivem Technikeinsatz wirkt ZODIAC dabei so grobkörnig wie ein echtes Siebziger-Jahre-Politthriller-Drama im Stile Sydney Pollacks. Die Darsteller, allen voran Robert Downey Jr. als drogenseliger Reporterkollege Gyllenhaals, und Chloë Sevigny in einer Mini-Rolle als dessen Ehefrau, begeistert durch Präzision und sichtbare Spielfreude."

Mai 2007 | ZODIAC • Kritik • Filmbewertungsstelle

"ZODIAC ist ein ausgesprochen sorgfältig gemachter, wagemutig konzeptionierter True-Crime-Film, sehenswert und verstörend, der sich nicht auf den Wettlauf der Schockshows, sondern auf das gesellschaftskritische Hollywood der Siebziger bezieht. Doch er könnte noch besser und eindringlicher sein, wenn er sich konsequenter an seine eigenen Vorgaben, Blickwinkel und Erzähltechniken hielte."

26. März 2007 | ZODIAC • Kritik • Der Spiegel

Susanne Weingarten porträtiert sie Schauspielerin Chloë Sevigny, die hier eine kleinere Rolle spielt.

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