Cristina Nord ist durchaus angetan: "Breillat setzt die Irrtümer und Irrwege, die Schmerzen, das Begehren und die Lust einfallsreich, souverän und interessant verschachtelt in Szene. DIE ALTE MÄTRESSE gerät dabei um vieles subtiler als frühere Arbeiten Breillats. ... Sie hat aufgehört, ewige Gewissheiten über die gegensätzliche Natur von Mann und Frau verkünden zu wollen, und konzentriert sich lieber auf die Geschichte der Figuren, aus der sie, en passant, einen Diskurs über die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Liebe ableitet."
Lars-Olav Beier ist enttäuscht. "Statt uns anzufeuern, versucht Breillat in ihrem Film, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich spielt, das prasselnde Kaminfeuer als erotische Metapher neu zu entfachen. Ein bisschen hat man das Gefühl, dass Breillat, eine Expertin für Ohne-Kostüm-Filme, für diese stickige Literaturverfilmung nicht die Idealbesetzung war."