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PARANOID PARK

PARANOID PARK

Regie Gus Van Sant
Kinostart 15.05.2008

Kritiken • PARANOID PARK

16. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • Der Spiegel

Die Pubertät ist kein Zuckerschlecken, aber so berückend klar und einfühlsam wurde sie laut David Kleingers selten in Szene gesetzt. "Van Sant geht es weder um eine herkömmliche Psychologisierung Heranwachsender, noch interessieren ihn die Kategorien konventioneller Jugenddramen. So fällt der Film auch kein Urteil über Alex, sondern bewahrt eine respektvolle, aber nie kühle Distanz zu seinem Protagonisten und den anderen, ebenfalls von Laien verkörperten Teenagern. Im Gegensatz zur berückenden Klarheit, mit der Wong-Kar-Weis Hauskameramann Christopher Doyle die Jugendlichen porträtiert, bleiben die Erwachsenen mitsamt ihrer zweifelhaften Moral im wahrsten Sinne gesichtslos und außerhalb des Fokus."

16. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • Der Freitag

Hervorragend ist der Film für Simon Rothöhler. "PARANOID PARK ist weder an der moralischen Dimension der Schuldfabel noch an einer Skater-Subjektive im psychologischen oder soziologischen Sinn interessiert, obwohl die Dramaturgie des Films als Mosaik subjektiver Rückblenden konstruiert ist. Van Sant geht es eher um die expressive und äußerliche Seite jugendkultureller Systeme, um Texturen nicht um Milieus. ... Überhaupt wirkt PARANOID PARK vollständig durchkomponiert, weniger durchlässig als Van Sants vorhergehende Arbeiten."

15. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • Berliner Zeitung

Jens Balzer findet den Film banalen und langweilig. "Über all dieser metaphysischen Dämmerungsästhetik kommt [der Regisseur] immerhin glücklicherweise gar nicht auf den Gedanken, irgendwem irgendeine Schuld an der existenziellen Verkorkstheit dieses jugendlichen Taugenichts anzulasten. Das unterscheidet ihn, sagen wir, von Oliver Stone: Bei Gus Van Sant gibt es keine böse Medienwelt, keine Manipulation, keine Entfremdung, die die jungen Leute davon abhält, zu ihrem wahren Selbst und einer sinnvollen Existenz vorzustoßen."

15. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • Die Tageszeitung

Van Sant ist fasziniert vom Paradox der Adoleszenz, das er immer wieder umkreist und erkundet, schreibt Anke Leweke. "Minutenlang folgt die Kamera Alex bei seinen Wegen durch die Schule oder durch eine Shopping-Mall. Die Zeitlupe dehnt diese Augenblicke zu etwas Kostbarem, gleichzeitig bekommt man es mit einem bewegten Stillstand zu tun, mit einer Bewegung um ihrer selbst Willen. Immer wieder streut Van Sant grobkörnige, dokumentarische Super-Acht-und Videoaufnahmen von Skateboardern in den Film ein. Die Unschärfe des Bildes lässt die Jungs mit ihren tiefhängenden Jeans ganz bei sich. Oder auch in einer endlosen Gegenwart."

15. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • Der Tagesspiegel

Julian Hanich kann die nicht einfach chronologisch ordnet. Dann hätte er "schon massiv eingegriffen in einen Plot, den man nicht einfach ausrollen kann wie einen Perserteppich. Der Film springt vor und zurück. Schiebt Ellipsen dazwischen. Hält inne. Blickt sich um. Und taucht dann plötzlich wieder an Stellen auf, die man bereits gesehen hat. ... PARANOID PARK ist mehr als ein einfühlsames Porträt: In seinen besten Momenten bringt uns der Film ganz nahe an ein somnambules Bewusstsein heran, das nicht mehr ein noch aus weiß."

15. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • artechock.de

Der Film surft und tanzt mitunter fast schwerelos um seine Figuren, der Atmosphäre, dem Stil und der Story des Films angemessen, lobt Rüdiger Suchsland. "Das ist klug, glänzend inszeniert und sehr schön. Der private Gewaltakt, der die Erschütterung im Film ausmacht, hat einen mehrfachen Subtext durch 9/11, den Irakkrieg, Guantanamo und homeland security. Das alles ist hier mit präsent, und so zeigt Van Sant gewissermaßen den Mikrokosmos als Spiegel des Makrokosmos USA als PARANOID Park. Der Form, der äußeren Diskontinuität, steht eine innere Kontinuität gegenüber: Denn der Film stülpt gewissermaßen den Bewusstseinsstrom nach Außen. Seine Substanz ist hier der Stil."

14. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • kino-zeit.de

Florian Koch ist enttäuscht: "Die chronologischen Brüche und die bewussten Szenenwiederholungen wirken teilweise überflüssig-manieriert. Wie vermutet bleiben auch die Eltern wieder in der Unschärfe oder werden ähnlich wie Alex im Paranoid Park nur in Rückenansicht gezeigt. Die Negierung einer elterlichen Autorität und die Kurzauftritte der kaum charakterisierten Freunde kennt man leider längst aus anderen van Sant-Werken oder aus Larry Clarks Jugendstudien KIDS und KEN PARK, der ja ebenfalls im Skater-Milieu spielt. Nichts desto trotz beeindruckt PARANOID PARK mit seiner hypnotischen Bildsprache und der beeindruckend unsentimentalen Einblicke in die Welt eines Sinn suchenden Jugendlichen."

08. Mai 2008 | PARANOID PARK • Kritik • Die Zeit

Für Andreas Busche stellt der Regisseur in vielerlei Hinsicht das bislang überzeugendste Stimmungsbild einer Jugend dar. "Van Sant musste diese Freiheit erst langsam wieder erlernen, nachdem er sich in Hollywood jahrelang mit Auftragsarbeiten aufgerieben hat. Man kommt nicht umhin, in seinen letzten Filmen auch einen Rekurs auf seine Karriere zu lesen. Van Sants Geschichten mögen einem Zustand innerer Erschöpfung entspringen, aber die Kraft und Zuneigung, die daraus noch erwachsen, suchen im Kino momentan ihresgleichen."

27. März 2008 | PARANOID PARK • Kritik • programmkino.de

Hendrike Bake ist des Lobes voll: Der Film "ist tatsächlich so 'schön', dass er dem jugendlich-autistischen Um-sich-selbst-Kreisen, das er beschreibt, gefährlich nahe kommt. Aber immer wieder verweist der Film auch über die eigene Ästhetik hinaus. Zum einen ist da eine spürbare Nähe zu den Protagonisten. Van Sant versteht und kennt die Teenager seiner Heimatstadt und ihre Welt der Malls und Dates. Einzelne Szenen, wie die in der Alex’ kleiner Bruder in einem unglaublich langweiligen Monolog seine Lieblingsszene aus NAPOLEON DYNAMITE rezitiert, werden so zu Miniaturen in denen vom Pickel bis zum Tonfall alles stimmt."

24. Mai 2007 | PARANOID PARK • Kritik • artechock.de

Einen der besten Filme des Regisseurs sah Rüdiger Suchsland. "Es geht hier wieder nicht um einen Plot, es geht um das Wie und um die unendliche Zeit der Jugend. Von ihr will der Film eine Ahnung geben, wie auch von der Verlorenheit, Banalität, Schönheit und ihrem Zusammenfallen in diesen Skater-Leben. Dazu nutzt er ausgiebig die Mittel der Zeitlupe, der Wiederholung, wobei PARANOID PARK eine weniger elliptische Struktur hat, als seine letzten Filme ELEPHANT und LAST DAYS. Der Film surft und tanzt mitunter fast schwerelos um seine Figuren. Das ist der Atmosphäre, dem Stil und der Story des Films angemessen."

23. Mai 2007 | PARANOID PARK • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal setzt der Regisseur seine Erforschung von Jugendkultur und Pubertät fort. "Moralische Fragen verhandelt dieser Film nicht; bei Van Sant ist die Pubertät immer ein zartes, von körperlicher Unsicherheit und sexueller Unbestimmtheit beherrschtes Zwischenreich, das die Erwachsene und ihre Wertefragen ausschließt. So erscheinen Eltern oder Lehrer meist unscharf im Bild. Christopher Doyles Kamera verleiht PARANOID PARK eine tiefe Traumverlorenheit und innere Ortlosigkeit, das alles ist sehr schön."

22. Mai 2007 | PARANOID PARK • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord entdeckt Verbindungen zu den früheren Filmen des Regisseurs, "die Zeitschleifen, das Driften zwischen teenage angst, Leere, Banalität und existenziellen Situationen, die elaborierte Tonspur, die, wo sie vom Bild abgekoppelt wird, ein Flirren erzeugt - etwa wenn sich Alex (Gabe Nevins) von seiner Freundin trennt -, und die kontrapunktisch gesetzte, fröhliche Musik fast all ihre Vorwürfe übertönt. ... All das verleiht Van Sants Film eine eigene Logik, sodass sich der Tod des Sicherheitsmannes und die Gewissensbisse des Jugendlichen nicht in Plot und Psychologie, sondern in Atmosphäre verwandeln."

21. Mai 2007 | PARANOID PARK • Kritik • Der Spiegel

Laut Wolfgang Höbel geht der Regisseur "elegant und sehr wehmütig seinen altbekannten Obsessionen nach. Er zeigt schöne, fahrige Digitalbilder von Teenagergesichtern und Teenagerkörpern und unterlegt sie mit cooler Musik. Die innere Not seines Helden allerdings lässt Van Sant den Zuschauer nur in wenigen Augenblicken spüren."

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