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NO COUNTRY FOR OLD MEN

NO COUNTRY FOR OLD MEN

Regie Ethan Coen
Joel Coen
Kinostart 28.02.2008

Kritiken • NO COUNTRY FOR OLD MEN

28. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Neues Deutschland

Dies ist laut Marion Pietrzok kein Normalo-Western, keine Konfektionsware. "Die Gräuel, wie man sie im Film zu sehen bekommt, sind so exzessiv, dass man sie eigentlich nicht sehen möchte. Immer jedoch – und das ist eines der herausstechenden Merkmale der auch insgesamt brillanten Inszenierung – bleibt die Balance zum Funktionalen gewahrt. Perfekt die Kamera von Roger Deakins, knapp und Coen-typisch sarkastisch die Dialoge. Den Hauptanteil am tiefen Nachwirken dieses komischen wie schrecklichen Westerns hat die Figur des Killers mit seiner fortwährenden Unberechenbarkeit hinter seiner lächerlichen Frisur. Und diese beatles-perückenartige Haartracht setzt seine stoische Kaltblütigkeit ebenfalls ins Absurde. Cigurgh steht für das Schicksal selbst."

28. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • critic.de

Frédéric Jaeger hat die Präzision, mit der Joel und Ethan Coen zusammen mit Kameramann Roger Deakins ihre Figuren zeichnen, die Sprache verschlagen. Der Film "stößt eine Vielzahl von Diskursen an, vom Kapitalismus über amerikanische Gründungsmythen bis zum Bild von Männlichkeit. Die Deutlichkeit, mit der diese verhandelt werden, transzendiert nachdrücklich die Grenzen des Thriller- und Actionkinos. Mindestens zum gleichen Teil rührt seine fesselnde Wirkung aber auch gerade von der Einhaltung der Genreregeln. Die klassischen Erzählmuster gehen vollends auf, einen geradlinigeren Plot, aufregendere Verfolgungsjagden, mutigere Verfolgte, schonungslosere Jäger und abgeklärtere Ordnungshüter hat es im amerikanischen Actionthriller lange nicht gegeben."

28. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • kino-zeit.de

Dies ist für Markus Fritsch mit Abstand der gewalttätigste Film der Coen-Brüder. "Trotzdem gleitet der Film nicht in eine Splatter-Orgie ab, sondern dient als Stilmittel des Thriller-Genres. Oft wird die Gewalt, typisch für die Coen-Brüder, mit schwarzem Humor inszeniert, so dass dies wie eine Verneigung vor Sam Peckinpah wirkt. ... Joel und Ethan Coen ist wieder ein außergewöhnlich guter Film gelungen, der hohe Thriller-Spannung und epischen Western-Stil vereint. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Autors Cormac McCarthy. Coen-Fans werden begeistert sein, Thriller-Fans ist der Film ebenfalls zu empfehlen, zart besaitete Kinogänger sollten lieber zu Hause bleiben."

27. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Der Spiegel

Den Filmemachern gelingt laut Christian Buß eine phänomenale Neudefinition des klassischen Westerns. "Die Entfesselung der Gewalt, die sich bei Moss’ bedingungslosem Trachten nach Glück einstellt, wird in elegische Bilder gekleidet. Das Blut fließt hier oft als ruhiger, aber umso bedrohlicherer Mahlstrom; all das Morden hinterlässt Spuren auf Dielen und an Wänden. Obwohl man sich bei den grotesken Gewaltszenarien zuweilen an Sam Peckinpah oder Walter Hill erinnert fühlt, vermeiden die Coens weitgehend das direkte Zitat."

27. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Berliner Zeitung

Hier geht es um das Böse, das keinen Grund braucht, um böse zu sein, meint Anke Westphal. Und um das Gute, das Mühe hat, dem Bösen standzuhalten.

27. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Die Tageszeitung

Einen Neo Noir-Western sah Andreas Busche: wertefest, moralfrei und am Ende sind alle tot. Er "meint die Bilder schon hundertmal gesehen zu haben: die billigen Motels, eine staubige Tankstelle am Rande des Highways, den einsamen Grenzposten. Doch die Vertrautheit, die diese Landschaft im Kino traditionell suggeriert hat, sind in NO COUNTRY FOR OLD MEN einem fundamentalen Unbehagen gewichen. Das Land scheint genauso unberechenbar wie die Figuren selbst. ... Dass die Coens nun aus einem eher minderen Roman, der bestenfalls als bitterer Nachgeschmack von McCarthys Hauptwerk zu verstehen ist, ihren bislang dichtesten, weil formal schnörkelosesten Film gemacht haben (selbst auf Musik haben sie verzichtet), ist eine dieser Idiosynkrasien, die die wechselhafte Karriere der Coen-Brüder seit jeher auszeichnet."

27. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Unter allen Coen-Filmen ist dies der Zugänglichste, behauptet Daniel Kothenschulte. "Wenn sie das Grauen zeigen, dann interessiert sie nicht nur der Reiz des Voyeurs. Sie thematisieren auch die Konventionen, in denen man das Schreckliche üblicherweise gezeigt bekommt. Dann zeigen sie es, und pointieren es zugleich mit visuellen Einfällen wie in einer Art verlangsamtem, finsterem Slapstick. Ob Torten- oder Kugelhagel, wo ist der Unterschied? Vielleicht, dass uns das Lachen im Halse stecken bleibt? Doch das ganze Bild geht darüber weit hinaus. Wer einen Film über den Tod drehen möchte, der meint das Unsichtbare."

27. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Thomas Binotto mag dieses pechschwarze Werk ohne die geringste Spur von Happy End. "Hier bleibt weder vorder- noch hintergründig viel zu hoffen und zu lachen übrig. Dieser Western-Thriller nach der Vorlage des Pulitzerpreisträgers Cormac McCarthy ist nihilistisch bis auf die Knochen – und formal brillantes Kino. ... Ihre Erzählung ist – wie schon die Vorlage – von einer rar gewordenen Lakonie und zwanglosen Souveränität. In Zeiten, da die meisten amerikanischen Filme wie Gebrauchsanleitungen ihrer selbst wirken, wie aufgemotzte Schulfunksendungen für visuelle Analphabeten, stürzen sich die Coens mit geradezu archaischer Wucht auf uns. Man fühlt sich an grosse Western wie William Wylers "Big Country" erinnert, die ohne Hektik auskamen, den Zuschauern etwas zutrauten und dennoch präzise kalkulierte Intensität und Spannung verbreiteten."

26. Februar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Als langsamsten Thriller der Welt bezeichnet Jan Schulz-Ojala den Film, aber spannend ist er allemal. "Lakonisch, trocken, schlackenlos ist der Humor der Coens, und ebenso genau und konzentriert folgen einander die Stationen der Jagd ... Dieser Pessimismus, ja, dieser Fatalismus, den das Werk Cormac McCarthys durchzieht, ist das Leitmotiv des fast musiklosen Films; in seinen stillsten Momenten beginnt er so unheimlich zu dröhnen, wie nur die Stille dröhnen kann. So virtuos die Coens ihre Geschichte auch in Zeit- und Raumsprüngen vorantreiben, die fatale Fehlsumme des Geschehens ziehen sie in aller Ruhe und ohne jedes Moralisieren."

10. Januar 2008 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • programmkino.de

Marcus Wessel ist begeistert: "Die Coens lieben es, Geschichten aus dem Herzen Amerikas zu erzählen. Dort, wo die Weite der Landschaft alles überragt, setzen sie eine Spirale aus Gewalt und Chaos in Gang, aus der es letztlich kein Entrinnen gibt. Mit jeder neuen Szene – vom ersten Aufeinandertreffen der Kombattanten im versifften Motel bis zur Schießerei auf offener Straße – kommen hier die tödlichen Einschläge ein kleines Stück näher. Auf blutigen Pfaden und verpackt in lakonische Bilder erzählt NO COUNTRY FOR OLD MEN von der trügerischen Hoffnung auf ein richtiges Leben im Falschen."

23. Mai 2007 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Hier hat das Böse ein Gesicht - und was für eines, schreibt Martin Walder. "Die Liebhaber der Coens kommen (wieder einmal) voll auf ihre Rechnung, der Mix von heftiger Gewalt und absurder Komik setzt den Ton wie in ihren besten Filmen. Sagen wir aber auch, dass der Ton auf Dauer etwas müde klingt."

21. Mai 2007 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal ist der Film ein Versuch über die Gewalt als Gründungsmythos der Vereinigten Staaten. Er "ist ungewohnt illusionslos und profund in der Reflexion von Gewalt, die - so die Bilanz - dieses Land immer ausgemacht habe. In der Inszenierung ist er gewohnt sarkastisch und ökonomisch - und voller skurriler Charaktere, die zärtliche Referenzen an das Amerika der Pioniere darstellen: Jäger, Fallensteller, wehrhafte Frauen. Es ist in der Tat der stärkste Film der Coens seit Jahren."

21. Mai 2007 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • artechock.de

Das wohl düsterstes Werk seit ihrem Debüt mit BLOOD SIMPLE sah Rüdiger Suchsland. "Ein präzis und ohne Manierismen und Effekthascherei inszeniertes, lakonisches, stoisches Panorama der Sinnlosigkeit, in dem man sich auf nichts verlassen kann, außer dass nicht viele Charaktere das Filmende erleben werden. ... Alles in allem ein ausgezeichneter Film, dem man allenfalls einen latenten Zynismus vorwerfen könnte - aber Zyniker sind bekanntlich unter der coolen Maske Hochsensible."

20. Mai 2007 | NO COUNTRY FOR OLD MEN • Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte ist begeistert und sah den bisher besten Film im Cannes-Wettbewerb, "obwohl er über allerlei kleine dramaturgische Schwächen und ein sehr irritierendes, weil abruptes Ende verfügt ... Lakonischer Beobachter des sehr blutigen (und absurd-komischen) Katz- und Maus-Spiels voller schräger Ideen ist der alternde, sehr breiten Texas-Dialekt pflegende Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones), der eigentlich ermitteln soll, aber angesichts der immer verrückter werdenden Welt den Glauben an das Gute verloren hat. Wenn er seinen Blick mit gefurchter Stirn und buschiger Augenbraue über das von Chigurh angerichtete Grauen schweifen lässt, dann spiegelt sich die ganze Melancholie von Cormac McCarthys Meditation über Gut und Böse darin wider."

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