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IMPORT EXPORT

IMPORT EXPORT

Regie Ulrich Seidl
Kinostart 18.10.2007

Kritiken • IMPORT EXPORT

19. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Der Freitag

Magnus Klaue nimmt den Kinostart von IMPORT EXPORT zum Anlass, um über eine Filmgeschichte des Alltags nachzudenken. "Seidls Filmen ist indes abhanden gekommen, was seinen Vorläufern noch immanent war: die Hoffnung, im Beharren auf der verkapselten Intimität der Individuen doch noch jenen "echten" Kern freizulegen, von dem aus ihre Verhärtung sich sprengen ließe. Der private Alltag, der in den frühen "Alltagsfilmen" als dynamisches Fließen verklärt wurde, ist so apathisch, hohl und leer geworden wie seine "offizielle" Kehrseite."

19. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer spricht mit Regisseur Ulrich Seidl darüber, wie man sich den zärtlichen Blick auf hoffnungslose Zustände bewahrt.

18. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Rigoros und erdenschwer nennt Heike Kühn den Film. "Wenn die Wirklichkeit pornographisch ist, sagen die Bilder des großen Menschen-Finders Seidl, wäre das Obszönste, sie nicht zu zeigen. Seine Schauspieler fügen sich in die Produktionsstätten käuflicher Sexualität und nicht minder illusorischer Altenpflege mit einer Selbstverleugnung ein, die bezeugt, dass in diesem exzeptionellen Film nichts ausgestellt wird, um voyeuristische Gelüste zu befriedigen. Jedes Bild, so erdenschwer es Betrug, Ausbeutung, Vernachlässigung und Willkür verhaftet ist, ist ein Passionsbild, jede Figur ein Christus am Kreuz."

18. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Jungle World

IMPORT EXPORT ist Nachrichtensendung, HipHop-Film und Dokufiction in einem und hat Jürgen Kiontke beeindruckt. "Glücklich, wer noch was mitkriegt: Von den Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit handelt schließlich dieser ganze Film. Ulrich Seidls Filme sind eine entweder voyeuristisch im Elend stochernde oder überzeichnende, aber in beiden Fällen niederdrückende Kunst."

18. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • artechcock.de

Mit Regisseur Ulrich Seidl spricht Rüdiger Suchsland über Ausbeutung, Lachen und Filme.

18. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Der Spiegel

Der Regisseur propagiert laut Christian Buß einen düsteren Humanismus. "Weil er sich stets die traurigsten Ecken der Gesellschaft für seine anthropologischen Recherchen raussucht und dann effektsicher mit der Kamera auf seine Studienobjekte draufhält, wird Seidel oft als "Sozialpornograph" gescholten. Ein Vorwurf, der diesmal noch nahe liegender zu sein scheint. Quälend explizit zeigt IMPORT EXPORT zum Beispiel die Unterwerfung der osteuropäischen Frauen durch westeuropäische Männer. Und in den Szenen auf der Geriatrie-Abteilung, gedreht mit authentischen Pflegepatienten, setzt Seidl das Dahindämmern der Alten so krass wie konkret ins Bild. Da übersieht man leicht, dass es in dieser gut zweistündigen Elends-Tour-de-Force auch zaghafte Momente des Glücks gibt."

17. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Die Zeit

Die Bilder stinken, schreibt Inge Kutter. "Es ist ein Sittengemälde, aber ohne Wertung, ein kommentarloser Einblick in die zwischenmenschliche Hölle. Die Übergänge zum Dokumentarischen sind an manchen Stellen fließend. Seidl, der auch für seine Dokumentarfilme bereits ausgezeichnet wurde, hat IMPORT EXPORT wie schon HUNDSTAGE an authentischen Orten und teilweise mit Laiendarstellern gedreht."

14. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala beweist IMPORT EXPORT, dass der Regisseur wenig vom Zauber der Fiktion begriffen hat. "Der Tod werde in der Gesellschaft tabuisiert, also müsse man auch ihn zeigen, Hauptsache, es geschehe in Würde. Eben diese Würde aber verletzt der Trophäensammler der Extremsituationen in IMPORT EXPORT so fundamental wie nie zuvor. Für sich mag er die Grenzlinie zwischen Dokument und Fiktion nicht gelten lassen – allein, es gibt sie, ästhetisch und moralisch, und sie ist so messerscharf wie die zwischen Tod und Leben. Wer sie leugnet und die Kamera als Instrument eines allumfassenden Zeigewahns betrachtet, nimmt in Kauf, sich schuldig zu machen."

12. Oktober 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • film-dienst 21/2007

Ulrich Kriest hat Erstaunliches erlebt: "Je länger man IMPORT EXPORT sieht, desto klarer wird, dass Seidl von der Würde des Menschen erzählt und sein Film große Momente von Menschlichkeit in sich trägt, die sich in subtilen Nebensächlichkeiten, in Momenten der Entscheidungsfreiheit zeigen. ... Das ist die große Kunst des Ulrich Seidl: dass er zeigt, was man lieber nicht sehen möchte, eine Gesellschaft, die Ausbeutung bis in die letzte Verästelung der Verkehrsformen zur Grundlage hat – und dass er genau dadurch im Idealfall beim Zuschauer einen humanistischen Impuls erzeugt, der vielleicht nur darin liegt, dass man hofft, dass niemand derart abgestumpft sei, sich hier seinen voyeuristischen Kick holen zu wollen."

07. September 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • critic.de

Ulrich Seidl ist ein Experte, wenn es um menschliche Abgründe geht, schreibt Michael Kienzl. "Da auf der Handlungsebene relativ wenig passiert und sich die Geschichten nur langsam fortbewegen, verlagert sich der Blick des Zuschauers von der Handlung zunehmend auf den Mikrokosmos der einzelnen Szenen, bei dem sich Seidls wahres Talent zeigt. Hier kommt es zu treffenden Alltagsbeobachtungen, die den Chauvinismus eines finanziell besser gestellten Landes bloßstellen und zu Szenen, die durch ihre Vieldeutigkeit verstören. Gerade wenn man als Zuschauer nicht weiß, ob man das Gezeigte nun absurd, erschreckend oder albern finden soll, entwickelt IMPORT EXPORT eine ungemeine Intensität."

06. September 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • kino-zeit.de

Laut Katrin Knauth ist IMPORT EXPORT ein "ziemlich harten Brocken, an dem man eine Weile zu beißen hat. Das sind einerseits die Schauplätze, die sich an Trostlosigkeit gegenseitig überbieten, und das sind anderseits die Feindseligkeiten und die Erniedrigungen, die die beiden Protagonisten von ihrem Umfeld zu spüren bekommen. Für Glanz und Glamour ist hier kein Platz, viel lieber lässt uns Seidl so ausgiebig an deprimierenden Orten wie der Sterbestation in Wien oder in den Plattenbausiedlungen der Ukraine verweilen, dass es einem irgendwann unwohl in der Magengegend wird."

29. August 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns findet es zu leicht, den Film als bloße Unterschichtenstudie abzutun. "Die Folgen der desolaten Verhältnisse in Teilen Osteuropas sind bis in den Westen zu spüren. Und das gerade Internetsex und Prostitution Branchen sind, in denen Kunden aus allen gesellschaftlichen Schichten des Westens, die Armut Osteuropas Ausnutzen ist offensichtlich. Das alles zeigt Seidl in für seine Verhältnisse fast zurückhaltende Weise. Zwar ist sein Blick immer noch von schonungsloser Härte geprägt, der nicht zurückweicht, egal was er sieht. Doch im Gegensatz zu HUNDSTAGE sind in IMPORT EXPORT die Momente tiefster Erniedrigung rar, was diesen brillanten Film allerdings in keiner Weise leichter zu ertragen oder gar harmloser macht."

24. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Die Zeit

Laut Katja Nicodemus richtet der Regisseur "seine Kamera auf das, was man nicht unbedingt sehen will, aber so zwingend, dass man nicht mehr wegschauen kann. ... Es gibt in diesem Film vieles auszuhalten: Internetpornografie, unvorstellbar vermüllte Hochhaussiedlungen in der Ukraine, Menschengerippe, die bis zum Ableben in ihren Hospizbetten verwahrt, gefüttert und gewindelt werden. Aber im Umgang mit seinen Figuren wahrt Seidls Film eine große Zuneigung."

24. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland lässt der Film "nicht los. Er fasziniert und ärgert, und so geht es auch den Kollegen, die ihn wahlweise menschenverachtend finden, oder zum Wettbewerbsfavoriten ausrufen. Bei mir hat sich nach zwei Tagen der unangenehme Beigeschmack eher noch verstärkt, der Eindruck verfestigt, dass es sich hier um einen Exzess für Spießer handelt. Dass der Film irgendwie schmierig ist, boshaft, und dabei kitschig in seiner Boshaftigkeit."

23. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Berliner Zeitung

Den wohl zärtlichsten Film des Regisseurs sah Anke Westphal. "Seidl will nicht zwischen Fiktion und Realität trennen; er hat in einem ukrainischen Krankenhaus, einem Wiener Altenpflegeheim und einem slowakischen Zigeuner-Ghetto gefilmt - allesamt Stätten ohne Hoffnung. Aber anders als in seinen vorherigen Filmen gibt es Figuren, deren Würde unbeschadet bleibt. Das ist überraschend - schließlich geht es bei Seidl stets um die Verrohung des Menschen, um die stumpfe Lust an der Demütigung und Unterwerfung."

23. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Martin Walder weiß, worin sich die Meisterschaft des Regisseurs zeigt: "Wie er das Gemeine unzimperlich inszeniert, aber immer auch in seinem Erzählen wieder abfängt und so die Würde der Personen auf stille Weise im Fokus behält. Das touchiert zweifellos Grenzen und wird für einige darüber hinausgehen. Doch weder suhlt sich dieser Film im Gemeinen, noch erliegt er sozialromantischem Pathos, wonach die miesen Verhältnisse automatisch miese Charaktere generierten. Insofern ist er weit überzeugender als sein Plakat, das mit Porno kitzelt und nach Verkäuflichkeit schielt."

23. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • artechock.de

Ausführlich beschreibt Rüdiger Suchsland den Film. "Seidl erzählt nicht konventionell narrativ, sondern nach Art eines Diaabends - nur das die einzelnen Bilder bewegt sind: Er zeigt uns eins nach dem anderen, ohne eine Hierarchie zwischen ihnen herzustellen. Weil aber im Zentrum die Macht des Geldes und die Demütigung von Menschen stehen, hängen Moral und Ästhetik eng zusammen, ist es eine Frage, wie man das zeigt, und ob überhaupt. ... IMPORT EXPORT kommt mir vor als ein typischer Film für die gebildete, kunstbegierige akademische Mittelklasse. Die sich wie hinter einer Glasscheibe an den Riten des White Trash ergötzt, und durchaus auch mal erfüllt vom schockierten Kitzel, ablacht."

22. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Die Tageszeitung

Für Cristina Nord sind "die Bilder präzis kadriert, in sich symmetrisch strukturiert, man merkt an der Wahl des Ausschnitts, wie wichtig es Seidl ist, die Figuren in der Interaktion mit ihrer jeweiligen Umgebung zu zeigen. ... Seidls Interesse gilt dabei konsequent jenen Seiten der menschlichen Existenz, mit denen sich zu befassen Überwindung kostet: der Demenz der Alten, der Allgegenwärtigkeit von Ausbeutungsverhältnissen, der Lust an der Demütigung. Legte er in den vorangegangenen Filmen noch eine gewisse Unbarmherzigkeit an den Tag, so glaubt man ihm diesmal, was er schon früher für sich beanspruchte: dass er voller Zärtlichkeit und Liebe für seine Protagonisten ist."

22. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit voranschreitender Trostlosigkeit geht es laut Jan Schulz-Ojala hier zur Sache. "Eisgrau und verrottet, das belegt jede Szene mit eigener Penetranz, sind in IMPORT EXPORT beide Welten. Dazu tut die Kamera alles, um hässlichen Menschen bei hässlichen Dingen zuzusehen, wobei sie zwischen Schauspielern und realem (Sterbe-)Menschenmaterial nicht weiter unterscheidet. Hauptsache: Thrill."

21. Mai 2007 | IMPORT EXPORT • Kritik • Der Spiegel

Mit einer Präzision, Lässigkeit und Bosheit wird hier das Innerste von leidenden Menschen in grandiose Kinobilder übersetzen, lobt Wolfgang Höbel. "Seidl erzählt von sexueller Erniedrigung und brutaler Gewalt, kleinen menschlichen Annäherungen und banaler Gehässigkeit in langen, stets auf neue überraschenden Einstellungen und beweist dabei soviel grelle Poesie und Zärtlichkeit, dass man dem Zauber seiner Horrorwelt fast ohne Gegenwehr verfällt."

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