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AUF DER ANDEREN SEITE

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Regie Fatih Akin
Kinostart 27.09.2007

Kritiken • AUF DER ANDEREN SEITE

06. Juni 2011 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • wieistderfilm.de

"AUF DER ANDEREN SEITE (AUF DER ANDEREN SEITE Trailer) ist ein von einer bunten Besetzung glänzend gespielter Ensemblefilm mit einem schönen offenen Ende, das der schweren Geschichte gut tut. Passend dazu auch der Aufbau der Handlung wie im griechischen Drama – mit Zwischentiteln, die schon vorwegnehmen, wer sterben wird. Auf diese Weise versteift sich das Publikum nicht auf Spekulationen, sondern erhöht den Reflexionsgrad. Ein Kniff, der wunderbar funktioniert, weil das, was der Film aussagen will, mindestens genauso viel wiegt wie seine spezifische Handlung."

04. Oktober 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Der Film hat Alexandra Stäheli dazu verführt, in der Dunkelheit des Kinosaals ein paar Spuren von Gedanken an Zufall und Schicksal, Schuld und Vergebung, Begegnung und Verpassen zu legen. "Dass die hochkonzentrierte Dramatik des Geschehens dabei ihren Spannungsbogen ungebrochen halten kann und niemals in billige Sentimentalität abgleitet, verdankt sich dem von Akin selbst verfassten, klug konstruierten Drehbuch: Es ist gerade die überbetonte, jederzeit sichtbare (und zuweilen auch jeglicher Wahrscheinlichkeit spottende) Struktur der Geschichte, die ein ruhiges Nachdenken über den Tod überhaupt zu ermöglichen scheint."

28. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Der Freitag

Für Ingo Arend entdeckt Fatih Akin den Blues der Erinnerung. Ihm "gelingt es in seinem Film die abstrakte Frage, ob die Türkei zu Europa gehört und umgekehrt, in die konkreten Schicksale von Menschen aufzulösen. Und zwar solche, die die Perspektiven öffnen. Migration ist in seinem Film keine Einbahnstraße. ... Akin versteht sich auf packende Geschichten, die keinen kalt lassen. Sie sind simpel strukturiert, aber hochexplosiv. In diesem Fall fächern sie noch ein ganzes Kompendium menschlicher Beziehungen auf."

27. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Der Spiegel

Lars-Olav Beier und Matthias Matussek sprechen mit Fatih Akin über sein Verhältnis zu Rainer Werner Fassbinder, türkische Gefängnisse und seine Liebe zu Istanbul.

27. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Berliner Zeitung

Harald Jähner erzählt er einiges über türkische Männer, den Tod und seinen Film AUF DER ANDEREN SEITE.

27. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte widersteht Fatih Akin "der Versuchung, mit schneller Nadel einen episodischen Einheitsteppich à la Alejandro González Inárritus BABEL zu knoten. ... Das Imponierendste an diesem Film ist in der Tat der Verzicht auf modische Erzähltricks, auf das Anreißen und Zappen, das sich gerade im zeitkritischen Drama als Allheilmittel empfohlen hat gegen eine unterstellte Konzentrationsschwäche des Publikums. Dabei gibt es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Fatalismus eines Melodrams und der unverstellten Gradlinigkeit eines Erzählstranges. Es ist mutig, heute diesen steinigen Weg zu gehen."

27. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Junge Welt

Deutschland oder Türkei ist hier die falsche Frage, stellt Robert Best fest. "Nur folgerichtig scheint es da, wenn Akin die Frage eines Landmannes nach der Premiere nicht versteht, 'auf welcher Seite' er denn stehe. Der Fragesteller präzisiert für den verwirrten Filmemacher: 'Deutschland oder Türkei?' Akin antwortet: 'Weder noch. Ich bin immer in Bewegung. Wie die Figuren im Film. Die suchen keine verlorene Identität wie einen Schatz und freuen sich, wenn sie ihn gefunden haben. Sie ändern sich ständig und bewegen sich. Das ist ihre Identität. Und meine.'"

27. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Die Zeit

Einen hellen Film über den Tod sah Katja Nicodemus. "Erstaunlich ist, wie all diese gewichtigen Themen den Film in keiner Weise beschweren. Im Gegenteil, während er im langsamen Rhythmus fortschreitet, weitere Figuren, Orte und Schicksale in sich aufnimmt, scheint er immer leichter zu werden. Man könnte auch von einem lichten Requiem sprechen. Einem Requiem, das nach vorne weist und voller kleiner Utopien steckt. Im Grunde ist Auf der anderen Seite also ein hoffnungsfroher Film. Weil er vorführt, dass das Leben ein großes Aneinandervorbei ist, bei dem sich manchmal eben doch genau die Richtigen treffen."

26. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Der Spiegel

Für Christian Buß steht AUF DER ANDEREN SEITE für ein globalisiertes Kino, das über die Kategorien des Nationalen erhaben ist. "So entwickelt Regisseur Akin aus einer klassischen Roadmovie-Konstellation eine eigentümlich unaufgeregte Meditation zu den Begriffen "Heimat" und "Fremde", die über simple topographische Kategorien erhaben ist. ... AUF DER ANDEREN SEITE ist natürlich auch der Versuch des Künstlers, sich der bekannten medialen Verortung zu entziehen. Akin will nicht länger den plietschen Streetboy aus Hamburg-Altona geben, sondern exponiert sich mit seinem neuen Werk als Vertreter eines Weltkinos, das die Wirkung der kleinsten Bewegung im entlegensten Winkel auf das große Schwingen der Welt nachzeichnet. Und umgekehrt, natürlich."

26. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Berliner Zeitung

Einen Film über den Tod sah Harald Jähner. "Akins Film handelt vom Suchen und Aneinandervorbeilaufen, vom Nicht-Erkennen in vielen Facetten. Das raffinierte Drehbuch lässt sechs Menschen eine schicksalhafte Bedeutung füreinander erlangen mit einem Minimum an Kreuzungspunkten. Dreimal wird die Geschichte aus anderem Blickwinkel von vorn begonnen und wiederholt sich spiegelbildlich. Der Film unterschlägt dabei nicht, wie konstruiert er ist. Für seine Qualität spricht, dass man die freimütig präsentierte Konstruiertheit gleich wieder vergisst und gebannt dem Naturalismus folgt, den das wunderbare Schauspielerensemble erzeugt."

26. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Die Tageszeitung

Birgit Glombitza spricht mit dem Regisseur die Ironie eines Drehbuchpreises, des Totenfest in Mexiko und Wäsche im Gefängnisfenster.

26. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Der Tagesspiegel

Zentrales Thema des Films ist laut Daniela Sannwald der Generationenkonflikt. "Beinahe hat Fatih Akin zu viel in seinen Film gepackt: türkische Geschichte, Europa, Migranten, türkisches Rechtssystem, Generationenkonflikte, eine lesbische Beziehung, Prostitution, Tod – was kann er da noch drehen?"

26. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • epd-film 10/2007

Fatih Akin arbeitet sich in den inneren Zirkel der europäischen Autorenfilmer vor, meint Rainer Gansera. "Akins Genie ist seine Schauspielerführung, die herausfordert, antreibt, hervorlockt und Entfaltungsraum schenkt. Seine Vorliebe für das Melodramatische kann er hier zügeln und auf intimere, subtilere Gesten konzentrieren. Immer schon waren seine Filme dort am stärksten, wo sie Autobiografisches spiegelten. Das weit aufgespannte Schicksalsgeflecht von Auf der anderen Seite ist davon durchdrungen, erzählt aber nicht nur inhaltlich von Reifungsprozessen, sondern bezeugt sie auch stilistisch-inszenatorisch."

25. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • film-dienst 20/2007

Wie kaum einem zweiten Autor-Regisseur in Deutschland gelingt Fatih Akin eine fesselnde Balance aus Realismus und Künstlichkeit, die sich in den Dialogen ebenso niederschlägt wie in der Dramaturgie, lobt Oliver Rahayel. "Seine Geschichten sind dem Leben entnommen, aber eindeutig zu Kunst geworden. In kurzen Sätzen umreißen die Figuren im Film ihre Lebenssituation, die sich im nächsten Moment bereits ändern kann – in Sätzen, die sowohl nach persönlich Erlebtem wie nach tiefer Wahrheit klingen. Jede einzelne der Episoden ist ebenso brilliant entworfen wie das dramaturgische Netz, das sie insgesamt bilden."

24. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • kino-zeit.de

Katrin Knauth begreift den Film als Wechselspiel und Bewegung zwischen den Kulturen, die verschiedenen Blickwinkel. "AUF DER ANDEREN SEITE ist auf jeden Fall eines der Kino-Highlights in diesem Jahr und sollte auf keinen Fall verpasst werden: Sensationelles Erzählkino mit brillanten Schauspielern von einem Regisseur, der nur wie wenige andere Filmemacher den aktuellen deutschen Film so überzeugend vertritt. Wer nah am Wasser gebaut ist, sollte unbedingt eine Packung Taschentücher griffbereit halten."

20. September 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • critic.de

Frédéric Jaeger sah einen Kunstfilm, der aus der Distanz zu erzählen weiß. "In vielen Totalen, weiten Landschaftspanoramen und sparsam aber treffsicher eingesetzten Nahaufnahmen entfaltet Fatih Akin vielschichtige Bilder der Milieus, der türkisch(-deutsch)en Mittelschicht und eines angeblich weltoffenen deutschen intellektuellen Bürgertums. Die Kraft dieser Darstellungen ist umso überzeugender, als sie zu keinem Zeitpunkt Allgemeingültigkeit beanspruchen, vielmehr im Hintergrund die soziale Relevanz der Einzelfälle durchschimmern lassen."

09. August 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • programmkino.de

Für Sascha Rettig ist es schwierig, den Plot nach zu erzählen. Die Geschichte wirkt "sehr überladen und kompliziert. Es sind schließlich viele Zufälle, die die Figuren zusammen führen und manchmal wird auch die Mechanik von Akins mutigen Plotkonstruktionen erkennbar. Umso überraschender scheint es da, dass er von der Jury bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch zugedacht bekam. Doch es liegt an Akins Inszenierung, seinem überaus sensiblen und glaubwürdigen Darstellerensemble und seinem klaren Blick auf die Geschehnisse, dass der Film dabei nie unaufgeräumt oder in der Vielzahl seiner angerissenen Themen überambitioniert wirkt."

24. Mai 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Der Spiegel

Als starkes Plädoyer für ein europäisches Zusammenwachsen über den Bosporus hinaus bezeichnet Andreas Borcholte den Film. "Tatsächlich ist AUF DER ANDEREN SEITE der zweite Teil einer auf drei Filme angelegten Reihe, die Akin "Liebe, Tod und Teufel" nennt. Die Liebe war das Thema des erhitzten, rebellischen GEGEN DIE WAND; der Tod spielt eine übergeordnete Rolle in Akins neuem Film. So ist es nur logisch, dass die Stimmung des Films eine andere ist als vor vier Jahren: Ruhig, langsam und melancholisch erzählt der in drei Episoden unterteilte Film von sechs Schicksalen zwischen Istanbul, Bremen und Hamburg, die über zwei tragische Todesfälle miteinander verwoben werden."

24. Mai 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Berliner Zeitung

Einen reifen, schmerzlichen und humorvollen, intimen und politischen Film sah Anke Westphal. "Das hat eine lyrische bis transzendentale Qualität und dabei doch eine Kraft, immer wieder die Wucht von Wut und Trauer - manchmal ist es mehr, als man ertragen kann, und doch geht man gestärkt aus diesem Film, in dem so oft Grenzen überwunden und Seiten gewechselt werden. Das Darstellerensemble ist wunderbar, Hanna Schygulla feiert ihre würdige Rückkehr auf die Leinwand."

24. Mai 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord schwankt der Film zwischen Konstruktionsanstrengung und inszenatorischer Kraft. "In AUF DER ANDEREN SEITE geschieht viel, und vieles davon nur, weil es zur Motivation des Folgenden benötigt wird. Durch je mehr Handlung der Film hindurchmuss, desto weniger konzentriert er sich auf die Empfindungen der Figuren, auf ihre Trauer, auf das, was sie innerlich bewältigen, wenn sie mit Tod, Verlust und anderen einschneidenden Ereignissen konfrontiert sind. Manchmal ist das, als verliere Akin beim Ausbreiten seiner Erzählfäden das Wesentliche aus dem Blick, als ließe der aufwändige Plot der Mise en Scène keine Luft zum Atmen."

24. Mai 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte schreibt über Stärken und Schwächen des Films. "Das größte Problem des Film ist, dass es nicht gelingt, das Impressionistische einzufangen, das jeder interkulturellen Reise eigen ist. Allerdings ist er - anders als es seine Aussage vermuten lässt - auch frei von Pathos. Die Stärken jedoch sind klar zu benennen in drei überragenden Darstellerleistungen:"

24. Mai 2007 | AUF DER ANDEREN SEITE • Kritik • artechock.de

bei allem Ernst und Facettenreichtum des Stoffes, bei aller Härte, mit der er erzählt ist, ist AUF DER ANDEREN SEITE ein federleichter, überaus klarer Film geworden, lobt Rüdiger Suchsland. Der Regisseur findet "für diese Story über Widerstand und Grenzüberschreitung eine schöne, ruhige Bildsprache - mit AUF DER ANDEREN SEITE ist dieser Regisseur offenkundig dort angekommen, wo er als Filmemacher hinwollte: Im Wettbewerb von Cannes und in der idealen Position eines Mittlers zwischen den Kulturen, der nie moralisiert und in Cannes gleichermaßen an genuin deutscher und genuin türkischer Regisseur wahrgenommen wird."

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