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DIE UNERZOGENEN

DIE UNERZOGENEN

Regie Pia Marais
Kinostart 27.12.2007

Kritiken • DIE UNERZOGENEN

28. Dezember 2007 | DIE UNERZOGENEN • Kritik • critic.de

Michael Kienzl untersucht den Unterschied zur Berliner Schule: "Anstatt die kühle und häufig statische Inszenierung der Berliner Schule aufzugreifen, inszeniert Marais ihren Film weitaus dynamischer und verspielter. Zudem scheint es der Regisseurin augenscheinlich mehr darum zu gehen, ihren Film stylish zu gestalten, als sich in trockenem Formalismus zu verlieren. Am deutlichsten wird das etwa, wenn sie die Familie als in der Natur isolierte Hippiekommune inszeniert und auf typisch psychedelische Ästhetisierungen wie der Verwendung von direkt in die Kameralinse scheinendem Sonnenlicht zurückgreift."

27. Dezember 2007 | DIE UNERZOGENEN • Kritik • Die Tageszeitung

Das Bestechende und auch das Verwirrende an Marais' Film sind die sanften und eher undramatisch gehaltenen Bilder für Ines Kappert. "Nicht zuletzt die Abwesenheit von offener Gewalt unterscheidet den Film von bekannten Sozialdramen um sogenannte sozial schwache und bildungsferne Familien. Es entsteht eine melancholisch-feingliedrige Erzählung, die stellenweise an die Filme der Dardenne-Brüder erinnert. Kein Voyeurismus, kein Zeigefinger, stattdessen die sorgsam nüchterne Beschäftigung mit einem Alltag ohne Netz und zu wenig zweiten Chancen. Vor allem der Perspektive des Mädchen folgend, wird das Ringen eines frühernsten Kindes geschildert, das sich mitten in der eigenen Pubertät von seinen Eltern rückhaltlos abnabeln muss."

27. Dezember 2007 | DIE UNERZOGENEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Rüdiger Suchsland sah ein sensibles, subtiles Kino-Debüt. "Ein Werk voller Intensität, mit einer hitzigen Kamera, die suchend, zögernd, und darin sehr selbstbewusst wie eine Sammlerin durch Stevies Leben flaniert. Die Farben erinnern an die alter Fotografien, und wenn dies auch in der Gegenwart spielt, fühlt man sich immer wieder in das unvertraute Terrain der Vergangenheit versetzt. DIE UNERZOGENEN ist ein - im besten Sinne - ungeschliffener Film: roh, manchmal grob, immer intensiv; zugleich ist dies eine sehr reife Arbeit, der man nie anmerkt, dass dies ein Debüt ist."

27. Dezember 2007 | DIE UNERZOGENEN • Kritik • Der Spiegel

Dies ist keine reine Abrechnung mit den Eltern, stellt Felix Zeltner fest. "Marais klagt nicht an, sondern schickt den Zuschauer an den Rand der Gesellschaft. Die Regisseurin weiß, wovon sie erzählt, und das merkt man. Besonders sehenswert sind dabei die Schauspieler, allen voran Céci Schuh als Stevie. Die heute 16-Jährige spielt ihre erste Kinorolle so unfassbar gut, dass man sich fragt, ob es überhaupt einen Unterschied zwischen ihr und der Filmfigur gibt. Von ihr lebt der Film, aber auch die Eltern (Pascal Schiller und Bürol Ünel) und der einzige erwachsene Kumpel Ingmar (Georg Friedrich) wirken bedrückend authentisch. Die Handkamera verstärkt dabei zu jeder Zeit die Nähe zum Geschehen."

21. Dezember 2007 | DIE UNERZOGENEN • Kritik • Der Freitag

Für Ronald Düker zeichnet der Film eine in neorealistischer Grobkörnigkeit gehaltene Milieustudie des White Trash. "Eher gut gemeint als gut gemacht bettelt ihr Film in jeder Einstellung um das Prädikat "Besonders wertvoll." Das aber sollte Filmen wie Christian Petzolds DIE INNERE SICHERHEIT vorbehalten sein oder Bettina Blümners PRINZESSINNENBAD. In denen nämlich kommt die Beschreibung von vernachlässigten und dadurch konservativ gewordenen Kindern auf den Punkt. Die Unerzogenen gewinnt aber niemals den nötigen Abstand zur Materie. So steht am Ende selbst ein schrecklich konservativer Film, der auch durch hölzerne Dialoge auf die Nerven geht. Wäre nicht Birol Ünel, der Stevies Vater spielt, ein so hervorragender Schauspieler - man hielte es kaum aus."

18. Dezember 2007 | DIE UNERZOGENEN • Kritik • film-dienst 26/2007

Laut Ulricht Kriest wirkt der Film merkwürdig aus der Zeit gefallen, wie Strandgut, "dessen Farbpalette den Eindruck erweckt, der Film habe seinen ersten Kinoeinsatz bereits vor mehr als 30 Jahren gehabt. Es sind Sommerbilder, allerdings mit grünen und braunen Einschüssen, die nicht von ungefähr an die Filme der Münchener Sensibilisten wie Matthias Weiss oder Gerhard Theuring erinnern. Diese Ästhetik passt ausgezeichnet zum Lebensstil der Protagonisten von DIE UNERZOGENEN, der auch direkt aus der Zeit nach der antiautoritären Revolte der späten 1960er-Jahre zu stammen scheint, als Drogen, freie Liebe und Hippies die bundesdeutsche Provinz einfiltrierten."

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