Bert Rebhandl schreibt über die Aktualität dieses herausfordernden Großwerks. "Zweifellos haben Fassbinder und Kameramann Xaver Schwarzenberger eine für das Fernsehen, zumal aus heutiger Perspektive, ungewöhnliche Ästhetik gewählt, mit kontroversen Lichtsetzungen und einer Tonspur, die viel deutlicher noch das Informationsgewitter des Romans aufgreift. Man kann sich auch in der Fassung von "Berlin Alexanderplatz: Remastered" noch gut vorstellen, dass dies keine einfach zu konsumierende Serie war. Die äußere Form entsprach dabei aber auch dem inneren Chaos, das in Franz Biberkopf herrscht."
Das Meisterwerk büßt in der Großprojektion leider an Qualität ein, meint Andreas Busche. "Stellenweise zerfrisst die stark vergrößerte Kornstruktur des Filmmaterials die Konturen von Schwarzenbergers kontrastreichen Bildern regelrecht. Zudem scheinen sich immer wieder auch digitale Artefakte in die nachproduzierten Bilder eingeschlichen zu haben. So hinterließ die Aufführung den ernüchternden Eindruck, dass die Projektion einer 16-mm-Kopie ein visuell vielleicht doch satisfaktionsfähigeres Erlebnis gewesen wäre."
Der vielfach preisgekrönte Schauspieler Günter Lamprecht erinnert sich an die Dreharbeiten mit Fassbinder.