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DER ROTE ELVIS

DER ROTE ELVIS

Regie Leopold Grün
Kinostart 02.08.2007

Kritiken • DER ROTE ELVIS

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Berliner Zeitung

Sehenswert nennt Torsten Harmsen die Dokumentation. Sie "nähert sich Dean Reed mit einer recht geschickten Kombination von Interviews, Film- und Showausschnitten sowie Privataufnahmen. Wenn man den idealen amerikanischen Charakter schaffen müsste, so sagt einer der Befragten, dann käme Dean Reed dabei heraus. In den Filmen aus der DDR-Zeit sieht man ihn fast immer lachend, als wilden Reiter, als Motorrad- oder Bootsraser, als strahlenden Sänger mit Gitarre. Das war seine Fassade. Dahinter verbarg sich eine große Zerrissenheit."

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Die Tageszeitung

Klug ist der Film für Jan Kedves. "DER ROTE ELVIS ist ein verstörender Film. Nicht nur weil Dean Reed tatsächlich so singt wie Elvis, sondern weil Regisseur Leopold Grün das einzig Richtige tut - sich auf Gegenüberstellung statt auf Wahrheitsfindung zu konzentrieren. Die Widersprüche im Leben des Beaus mit dem ausgedacht klingenden Namen, der in den Sechzigern und Siebzigern für Sozialisten das Ideal des "guten Amerikaners" verkörperte, weil er von Revolution und Verbrüderung sang, und der im Juni 1986 ertrunken im Zeuthener See gefunden wurde, werden hier deutlich herausgearbeitet. Schon in der Bezeichnung "Friedenskämpfer" steckt der erste."

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Wilfried Hippen ist der Regisseur so klug, seinen Film nie eindeutig in eine Richtung treiben zu lassen. "Der Film hält eine feine Balance zwischen der Darstellung des privaten und des öffentlichen Lebens von Reed. Dessen zweite Frau Wiebke sagt etwa schön lakonische Sätze wie: "Der große Friedenskämpfer schmeißt Frau und Kind aus dem Haus!" Für den Niedergang Reeds in den achtziger Jahren findet Armin Mueller-Stahl das Bild vom Spielzeugauto, das zwischen den Tischkanten hin und her flitzt. ... Als guter Filmemacher und Biograf weiß Leopold Grün, dass die letzten Fragen immer offen bleiben."

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Nicht ganz erschöpfend war der Film für Daniel Kothenschulte. Es ist "zwar ein höchst anregender, aber doch nicht ganz befriedigender Film über einen der rätselhaftesten Heimatlosen der Popkultur geworden: Dean Reed, den Amerikaner aus dem russischen Bilderbuch. Wer mag sich wundern, dass Hollywood mit der Verfilmung seines Lebens liebäugelt. Tom Hanks, als "Forrest Gump" schon einmal der uramerikanische Tor, hat der Witwe die Rechte an der Geschichte abgekauft. Allerdings kommt das Projekt seit Jahren nicht vom Fleck. Manchmal ist das Leben eben doch größer als das Kino."

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Junge Welt

Alexander Reich führt ein Interview mit Regisseur Leopold Grün über seinen Film DER ROTE ELVIS.

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Neues Deutschland

Hanno Harnisch findet den Filmtitel eingängig, aber besonders glücklich ist er nicht. "Doch der Film insgesamt ist ein Glücksfall. So, wie Dean Reed ein Glücksfall für den Sozialimus war. Da kommt einer, der in Amerika ein Star war, und widmet sich dem Friedenskampf. Für einen Radiomoderator aus dem Mittelwesten der USA ist das blanker Verrat. ... Erfolg und Tragik sind enge Nachbarn. Politisches Engagement und Naivität können zusammengehören. Ohne dass Aufrichtigkeit auf der Strecke bleibt. Wenn Dean Reed nicht ins Wasser gegangen wäre, was würde er heute machen? Wir können ab heute aber sehen, was er gemacht hatte."

02. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • schnitt.de

Carsten Tritt sah einen Anti-Biopic. "Was Grün gelungen ist, ist eben nicht die klassische Biographie – in dieser Hinsicht würde der Film fast schon unnütz erscheinen. Es ist statt dessen ein Film, der sich einer Verallgemeinerung von Reeds Leben verweigert (die tatsächlich gerade während Reeds tatsächlichem Wirken durch die staatliche Propaganda allgegenwärtig war), ein Film, der weder jede Handlung erklären will, noch kann, und somit gerade diese Unvollkommenheit als Ansatz der dokumentarischen Betrachtung wählt."

01. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker ist dem Regisseur Leopold Grün begegnet.

01. August 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • epd-film 08/2007

Georg Seeßlen ist überaus angetan: "Der Film funktioniert wie ein guter Song: Er erzählt, er beschreibt die eigene Emotion, er lässt aus, worüber man nicht reden kann, er wertet nicht und bleibt doch nahe an den Entscheidungen eines Menschen und seiner Kontrahenten, und er hallt nach im Zuhörer. Besser lässt sich wohl die Beziehung von story und history im Film kaum montieren. Und dabei wird deutsche Geschichte sichtbarer als in hollywoodkompatiblen Fiktionen und historischen Rekonstruktionen."

31. Juli 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • film-dienst 16/2007

In seinen besten Momenten beschreibt die Dokumentation laut Ralf Schenk den komplizierten Charakter des nach außen hin meist nur als Strahlemann erscheinenden Barden. "DER ROTE ELVIS kommt ohne Kommentar aus. Interviews und Filmzitate sprechen, klug montiert, ihre eigene Sprache. Dem Lebensbild Dean Reeds gibt es nun eigentlich nichts mehr Wesentliches hinzuzufügen. Ob sich Tom Hanks und Steven Spielberg, wie vor Jahren geplant, weiter an einem Spielfilm zum selben Thema versuchen wollen, ist ungewiss. Authentischer als DER ROTE ELVIS wird das Biopic nicht ausfallen können."

26. Juli 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • critic.de

Ein facettenreiches Filmporträt, das dennoch genug Fragen offen lässt, sah Maurice Lahde. "Trotz der kundigen und teils sehr persönlichen Kommentare der Befragten bleibt Reed eine schillernde, schwer greifbare Gestalt. Darin liegt jedoch gerade die Stärke des Films. Regisseur Leopold Grün und Koautor und Reed-Biograf Stefan Ernsting wollen ihren Protagonisten weder erklären noch verteidigen. Sie legen dem Zuschauer das Material in all seiner Widersprüchlichkeit vor und entlassen ihn am Ende in eine Art produktive Ratlosigkeit, die ihm Raum lässt, die Leerstellen selbst zu schließen."

29. Juni 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • programmkino.de

Eine Dokumentation über ein unglaubliches Leben, so unterhaltsam, bizarr und widersprüchlich, sah David Siems. "Dramaturgisch dicht und spannend erzählt, gelingt Leopold Grün ein fesselnder Film über dieses vergessene Pop-Idol. ... DER ROTE ELVIS ist dennoch keine Hommage: kritisch äußern sich Ex-Frauen und –Geliebte wie auch ehemalige Weggefährten. Der ehemalige DEFA-Regisseur und Kollege Celino Bleiweiß bringt es auf den Punkt: "Er ist ein tragisches Beispiel für das DDR-System. Als Star wurde er benutzt als Beispiel des Ideals, in dem wir im sozialistischen System zu leben hatten.""

16. Februar 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Der Freitag

Laut Gülcin Wilhelm ist das Politische in diesem Porträt ausschlaggebend. "Zumindest bis zu einer gewissen Stelle, in der das langsame Zerbrechen des engagierten Künstlers sehr aufschlussreich dargelegt wird. Reeds Tod geht eine Verzweiflung voran, die politische als auch private Züge hat."

14. Februar 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Die Tageszeitung

Das ganze Revoluzzertum kommt Tobias Rapp heute immer noch wie ein großes Kasperletheater vor. "Viele dieser Geschichten lässt der Filmemacher Leopold Grün erzählen, manches muss man sich auch aus dem Internet zusammensuchen - DER ROTE ELVIS folgt dem streng durchgehaltenen Konzept, keine Informationen aus dem Off zu geben. Alles, was man erfährt, wird einem von Zeitzeugen berichtet - neben Krenz und Armin Müller-Stahl hat auch Isabel Allende ihren Auftritt. So lässt Grün auch offen, warum Reed 1986 Selbstmord begeht - dass er sich umgebracht hat, ist unstrittig."

13. Februar 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Berliner Zeitung

Für Birgit Walter vermittelt der Film einen Eindruck, warum Dean Reed scheiterte. "Dieser ansonsten so sorgfältig gemachte Film lässt die Ursache offen und nährt eher Zweifel am Selbstmord, obwohl doch längst ein Abschiedsbrief auftauchte, in dem Reed Eheprobleme anführt. Seine letzte Ehefrau Renate Blume kommt in dem Film nicht zu Wort. Sie hat einen Vertrag mit Tom Hanks, der seit 2001 einen Spielfilm über Dean Reed plant."

13. Februar 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut H. P. Daniels ist die Dokumentation mehr "als bloß die Visualisierung des Buches, vielmehr eine sehenswerte Ergänzung. Unzählige Filmschnipsel aus offiziellen und privaten Archiven hat Grün zusammengetragen sowie Interviews mit so unterschiedlichen Weggefährten, Kollegen und Freunden Reeds wie Egon Krenz, Armin Mueller-Stahl, Isabel Allende, chilenischen Bergarbeitern, alten Fans und alten Liebschaften des großen Frauenschwarms geführt."

07. Februar 2007 | DER ROTE ELVIS • Kritik • Berlinale

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