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300

300

Regie Zack Snyder
Kinostart 05.04.2007

Kritiken • 300

08. April 2007 | 300 • Kritik • Der Spiegel

Die bildmächtige, aber harmlose Comic-Adaption 300 hat die persische Seele zutiefst verletzt. Omid Nouripour fragt, wo das iranische Selbstbewusstsein geblieben ist? "Verschwörungstheorien haben derzeit Hochkonjunktur in Teheran: Mal haben Islamisten den Film finanziert, um der alten persischen Kultur endgültig den Garaus zu machen. Mal waren es die Juden, um Iran zu provozieren, mal die US-Regierung, um einen Krieg gegen Iran für die amerikanische Öffentlichkeit akzeptabel zu machen. Letztere Theorie ist derzeit am weitesten verbreitet."

05. April 2007 | 300 • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Eine enthirnte Synthese aus GLADIATOR und SIN CITY nennt Michel Bodmer den Film. "Ob all der überzeichneten Gewalt mit ihren animierten Blutspritzern kann wohl nicht einmal der John-Woo-Fan froh werden, denn: 'Gefecht, Tod und Opfer sind Dinge, die verherrlicht werden sollen. Jeder Schwertstreich, jedes Aufspiessen, jede Enthauptung soll als Akt von Schönheit dargestellt werden. Hier wird Krieg in Kunst verwandelt', lautete Snyders Kommando für seinen 'Anti-Anti-Kriegsfilm'."

04. April 2007 | 300 • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal bezeichnet den Film als flottes Heavy-Metal-Massaker im antiken Ambiente. "Sind Typologien schon faschistisch? Da kann man auch gleich der Pop-Kultur an sich Faschismus vorwerfen. Snyders Film ist nur wie das Gegenstück zu einer Heavy-Metal-CD: ein fettes, düster stilisiertes und standardisiertes Paket aus Testosteron, Pathos, Horror und Fantasy - es gibt hier sogar einige allerliebst-grässliche Monster, selbstredend auf Seiten der Perser. Und da die Spartaner in 300 nun einmal so reine, weil freiheitsliebende Kampfmaschinen und ihre Gegner die reinen Mordbuben sind, fließt hier viel Blut in den Boden."

04. April 2007 | 300 • Kritik • Die Tageszeitung

Für Ekkehard Knörer ist dies eine Jungsfantasie reichlich fantasieloser Jungs. "Auf die ermüdend lange Strecke seiner zwei Stunden entwickelt sich das Sandalen-Kriegsgemälde dann zu einer so unappetitlichen wie fast schon wieder originellen Mischung aus faschistischer Bildästhetik und bewusstem Camp. Genauer gesagt: Es mischt sich gerade nichts. Durch kein bindendes Band aus Sinn oder Verstand vereint stehen der wie in der Zahnpastawerbung kraftvoll in einen Apfel beißende Feldherr Leonidas und die mit ironiefrei volltönender Heroenrhetorik über Leichenberge spazierende spartanische Kampfsporttruppe nebeneinander."

04. April 2007 | 300 • Kritik • Die Tageszeitung

Wie Pouyeh Ansari und Particj Hemminger berichten, ist der Film im Iran ein DVD-Hit - und ein Skandal, weil er die Ahnen der Iraner ausnahmslos dämonisiert oder als behinderte Zombies darstellt.

04. April 2007 | 300 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Sascha Westphal kommt nicht umhin, von Propaganda und Militarismus, von Herrenmenschentum und Faschismus zu sprechen. "Snyder gibt keiner Assoziation oder Interpretation den eindeutigen Vorzug. Allerdings lässt er keinen Zweifel daran, dass die Geschichte der 300, mag sie als Gründungsmythos noch so eine zentrale Bedeutung für die westlichen Zivilisationen haben, immer eine Propaganda-Erzählung bleiben wird. So sehr man Snyders hyperstilisierte Bilder auch bewundert, man vergisst nie, dass sie Teil einer Inszenierung sind."

03. April 2007 | 300 • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Wie Andrea Köhler weiß, erregt der Film die Gemüter in Teheran. "Präsident Mahmud Ahmadinejad warf dem Westen vor, mit dem Film 'psychologische Kriegsführung' zu betreiben; unterstellt wird ausserdem, dass die amerikanische Regierung den Film finanziert habe. Mit der Begründung, Snyders Film sei 'untrennbar mit den konzertierten Bemühungen in bestimmten westlichen Interessenkreisen verbunden, die iranische Nation zu dämonisieren', hat Teheran nun bei den Vereinten Nationen Protest eingelegt."

29. März 2007 | 300 • Kritik • film-dienst 07/2007

Erstaunlich findet es Jörg Gerle, "dass ein derartiges Randgruppenprogramm – auf jugendfrei getrimmt – immer mehr seinen Weg in den Mainstream findet und nicht in der Schmuddel-Videothek verkümmert, wo es eigentlich hingehört. ... Regisseur Zack Snyder lässt seinen Film für alle Interpretationsansätze offen, sodass er ebenso als Propagandafilm wie als stumpfsinniger Actioner funktioniert. Politisch wache Menschen werden den Film belächeln und ignorieren; andere werden sich in ihren Vorurteilen und Wertemaßstäben bestätigt sehen. Andere werden sich vielleicht daran erinnern, dass die schlimmsten Propagandafilme jene sind, die in vorgeblich völliger Naivität entstanden sind."

28. März 2007 | 300 • Kritik • Ray 04/2007

Laut Alexandra Seitz wirkt 300 wie ein Magnet für Interpretationen aller Art. "Es fällt schwer, 300 nicht im Kontext der gegenwärtigen weltpolitischen Lage zu sehen, doch gleichgültig, ... es ändert sich nichts an der Schlichtheit der Perspektive. Man könnte in 300 aber auch einen bösen Witz vermuten, der pathetische Reden von Ruhm, Ehre, Gerechtigkeit, Vernunft und Freiheit mit Mannbarkeitsriten, Körper- und Uniformfetischen, Blutströmen und Gewaltorgien kontrastiert, um die Unvereinbarkeit von Machismo und Zivilisation deutlich zu machen."

20. März 2007 | 300 • Kritik • Berliner Zeitung

Wie Torsten Harmsen weiß, forderten Vertreter Irans am Freitag von der Unesco eine Verurteilung des Films. "Dieser schmähe das iranische Volk, "welches Wiege der Zivilisation und Begründer des Dialogs zwischen Kulturen und Zivilisationen ist". Der Film stelle die Iraner als aggressiv und kriegerisch dar, verfälsche die alte iranische Zivilisation und Kultur. Worauf der Protest zielt, ist klar: Der Film sei mit Mitteln des US-Verteidigungsministeriums gedreht worden, betonen die Iraner."

20. März 2007 | 300 • Kritik • critic.de

Auf Dauer fühlte sich Lukas Foerster durch die Actionsequenzen ermüdet. Der Film "zwingt den hilflosen Zuschauer zum minutenlangen Betrachten von äußerst unoriginellen Hochglanz-Pixelschablonen. Ganz schlimm wird es jedoch erst mit Beginn der Kampfhandlungen. ... In diesen Sequenzen, die immerhin das Herzstück des Films darstellen, offenbart sich die gesamte Ödnis der snyderschen Kinovision, die eine unschöne Mischung aus infantiler Machofantasie und ziellosem Stilwillen darstellt."

16. Februar 2007 | 300 • Kritik • Neues Deutschland

Was war das?, fragt Egon Günther. "Dieser Breitwandkitsch, diese Ausbeutung des Kitsches in Cinemascope in seiner Verelendung zum Schönen, das einen ganz meschugge macht und manchmal dennoch ans Herz greift? ... Ich begreife den Sinn dahinter nicht, die Haltung. Es ist auch Kriegspathos. Es ist auch die Lobpreisung des Krieges, die irritiert. Was wollten die Macher anrichten mit diesem überdimensionierten Bilderrätsel."

15. Februar 2007 | 300 • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke ist enttäuscht: "Wenig ist geblieben von der schmutzigen Expressivität des Originals, dem epischen Ingrimm seiner doppelseitigen Panels – 300 sieht aus wie ein falsch belichteter Sandalenfilm. ... Einige Schlachtsequenzen sind bemerkenswert. Vor allem wenn es Mann gegen Mann geht, findet Snyder einen ballettösen Rhythmus von Be- und Entschleunigung, je nachdem, ob gerade Maß genommen oder zugestoßen wird. In diesen Momenten blitzt etwas davon auf, was 300 hätte sein können, wenn man der zweidimensionalen Bildlichkeit des Comics etwas dem Film Eigenes zugegeben hätte – eine blutig schwarze, wilde Kinetik von Masse, Bewegung und Zerstörung. Stattdessen: falsch verstandene Werktreue."

15. Februar 2007 | 300 • Kritik • Der Spiegel

Die aus Realfilm und Computertechnik zusammengezauberte Optik wirkt für Daniel Sanders auf den ersten Blick tatsächlich einfach überwältigend. "Die extrem brutalen Kampfszenen sind zum Teil choreographiert wie ein Ballett, eine aufregende Mischung aus perfidem Ekel und eleganter Schönheit, jedenfalls bis sich die diversen Metzel-Orgien zu wiederholen beginnen und sich ein Gefühl der schleichenden Ermüdung einstellt. Ein bisschen unwohl wurde vielen auch beim ständigen Spartaner-Gerede von Ruhm, Freiheit und dem süßen Tod für die Heimat, was man, je nach Vorliebe, einerseits als rechte Bush-Propaganda deuten kann oder als subversiven Aufruf zur Rebellion der Kleinen gegen den übermächtigen Aggressor."

07. Februar 2007 | 300 • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

06. Februar 2007 | 300 • Kritik • arte.tv

Datenblatt des Films.

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