| Regie | Ariel Rotter |
"Subtil geht es nicht ans Werk in Ariel Rotters Film DER ANDERE, die Symbole winken nicht nur wie Zaunpfähle, sie schlagen einem geradezu auf's Haupt. Ständig läuft Juan an Spiegeln vorbei, um sich ausgiebig der Frage zu widmen, wer er ist: der eine oder der andere? Wer wehleidig veranlagt ist, wird das nicht ohne Interesse verfolgen. Aber was ist Wehleidigkeit? Leiden ohne Originalität. Und so hat Rotter zum Klischee des Mittlebens-Krisen-Mannes nichts, aber auch wirklich gar nichts Interessantes beizutragen."
Melancholisch nennt Detlef Kuhlbrodt die Geschichte. Der Film ist wunderbar stimmig und nicht nur in der Hauptrolle mit Julio Chávez perfekt besetzt. "Beeindruckend sind vor allem die Nachtszenen, in denen oft nur ein sehr kleiner Bildteil tatsächlich deutlich ist, sowie die äußerst präzise Tonspur, die keine Musik nötig hat und auf jede Effekthascherei verzichtet. Sie lässt den Zuschauer irgendwie dumpf brummend das kopfschmerznahe Dösen im Bus empfinden und macht bei der nächtlichen Wanderung am Straßenrand mit lauten Lastern das Gefühl der Bedrohung spürbar. Erleichternd dann aber wieder die Naturgeräusche und die Stimmen junger Mädchen im Wasser."
Eigentlich möchte Hanno Harnisch nicht in der Haut des Menschen stecken, den Chávez gerade darstellt. "Was Banalität zeigen und festgefahrenem Leben wieder eine Bahn geben soll, ist selbst allzu oft banal und dreht sich im Kreis. Da reißt auch das Gesicht nichts mehr raus, wenn es dem Zuschauer nicht unter die Haut geht, was sich hinter der Fassade abspielt. Juan wird nicht der Andere, so oft er seinen Namen auch wechselt, er bleibt der gleiche Kerl. Eine Reise in eine andere Welt war das nicht. Schade."
"Aber passiert überhaupt irgendwas? In eine seltsam leere Welt stellen Ariel Rotter und sein sensibler Kameramann Narcelo Lavintman die 48 Stunden im Leben des Juan Desouza alias alias alias nach, und spätestens als er nach einer kuriosen Nacht im Freien einige im Fluss badende Mädchen beobachtet, sind wir bei Odysseus, im Märchen oder im Traum. Eine schöne, allerdings sehr kleine und einigermaßen vorhersehbare Geschichte erzählt Ariel Rotter in seinem zweiten Spielfilm."
Datenblatt des Films.
Datenblatt des Films.