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NACHMITTAG

NACHMITTAG

Regie Angela Schanelec
Kinostart 11.10.2007

Kritiken • NACHMITTAG

13. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Der Tagesspiegel

Spröde-schön nennt Christina Tilmann den Filmessay. "Etwas SchwülesUngesundes steckt in dieser erotischen Konstellation, die Schanelec von Tschechows "Möwe" übernommen hat, ohne nur eine Zeile des Textes zu verwenden. Doch die Atmosphäre ist die gleiche, jener lähmende Müßiggang, der in der modernen Intellektuellengruppe, die Schanelec porträtiert, offenbar ebenso zum Stil gehört wie bei Tschechows Landadel. Durch die extreme Langsamkeit, mit der Schanelec filmt, die Künstlichkeit der Dialoge, das lange Schweigen, die stillen Bilder bekommt der Film etwas Zeitloses."

12. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • critic.de

Kunstkino im starken Sinne, Kino, das seine eigene Artifizialität betont, sah Lukas Foerster. "Wer vom Kino dramatische Handlungsbögen, eindeutig psychologisierte Charaktere als Identifikationsfiguren und nicht nur große, sondern auch leicht nachvollziehbare Gefühle verlangt, wird mit Schanelecs neuestem Werk ebenso wenig glücklich werden wie mit den Vorgängern. Anders ausgedrückt: NACHMITTAG wird der Berliner Schule und ihrer konsequentesten Vertreterin nicht allzu viele neue Fans bescheren. Doch wer wissen möchte, wie kluges, reflektiertes deutsches Kino aussehen kann, der kommt auch im Jahr 2007 nicht an Angela Schanelec vorbei."

11. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Die Tageszeitung

Erstaunlicherweise ist NACHMITTAG für Ekkehard Knörer kein düsterer, sondern ein immer wieder beinahe schönheitstrunkener Film. "In NACHMITTAG ist vielmehr alles in der Schwebe. Ein Film als Schwebezustand, aber ohne Leichtigkeit. Denn es ist schwer, die Schwebe auszuhalten, das Nichtwissen, das Ringen mit sich selbst, aber auch das Ringen um ein Sein-in-der-Welt. Es ist eben wirklich eine Nachmittags-Schwebe: Träge ist man, in einem Zwischenraum, ein Warten auf etwas, das womöglich nie eintritt. Zugleich aber ist alles überscharf, licht und hell. Der Blick geht ins Offene."

11. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Regisseurin hat Skepsis, aber keinen Humor, meint Heike Kühn. "Angela Schanelec, die die Rolle der verwöhnten und egoistischen Schauspielerin Irene übernommen hat, verlässt sich darauf, dass Trostlosigkeit schon Kunst ist. Der schöne Anfang hinterlässt kein visuelles Echo, er scheint eines von vielen Zitaten zu sein, die sich totlaufen. ... Der Purismus um des Purismus Willen, dem Angela Schanelec mit der zwanghaften Abwesenheit ihrer Mimik und der millimetergenauen Ereignislosigkeit ihrer Bilder frönt, ist kontraproduktiv. Man sollte das Kino nicht töten, nur um die Leblosigkeit obsoleter Pappkameraden zu zelebrieren."

11. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Berliner Zeitung

Lebensverneinend nennt Ulrich Seidler die Filmadaption. "Auch die optischen Lebensfunktionen des Filmes sind auf ein Winterschlaf-Minimum gedrosselt. ... Die Dialoge bestehen, von dem einen oder anderen Redeschwall abgesehen, vor allem aus Pausen. Man nimmt sich Zeit mit jeder noch so nebensächlich scheinenden Antwort: Nicht, dass ein unbedachtes Wort die Stimmung ins Erträgliche steigen lässt. Alles im Film wirkt wie absichtsvoll der Banalität des Zufalls überlassen; auf diese Weise putzt er sich als Wirklichkeit heraus."

09. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • film-dienst 21/2007

Für Alexandra Wach taucht die Regisseurin in die Schmerzzonen familiärer Unbehaustheit ein. "NACHMITTAG ist eine weitere grausam pessimistische Variation von sozialen Verwüstungen inmitten materieller Sorglosigkeit, die so scharf wie kunstvoll nur Angela Schanelec durchzuexerzieren vermag. Einzig die Sprache leistet mit kurzen Hauptsätzen und Imperativen Widerstand gegen den Zerfall der Welt. Wenn zum Schluss Musik von Bach erklingt, dann ist das nicht nur Erlösung, sondern auch Aufforderung, loszulassen und den Blick über den Tellerrand des quälenden Selbst zu wagen."

08. Oktober 2007 | NACHMITTAG • Kritik • kino-zeit.de

Konsequent geht die Regisseurin laut Joachim Kurz zu Werke und verweigert sich standhaft den vorgefertigten Formen der Dramaturgie. "Da werden scheinbar unbedeutende Details abgefilmt, während die Handlung, die Dialoge, das eigentlich Zentrale des Films im Off ablaufen. Da ist von den Sätzen, von der Sprache Tschechows nicht mehr viel übrig, und selbst wenn diese oder jene Sprachsequenz an den russischen Dramatiker erinnert, hat es nicht die Tschechowsche Leichtigkeit, nicht die Eleganz, sondern wirkt bleischwer, bemüht, beinahe unnatürlich und im nächsten Moment wieder (gewollt?) komisch."

13. Februar 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Die Tageszeitung

Im Gespräch mit Ekkehard Knörer erzählt Regisseurin Angela Schanelec von der Schönheit des Nachmittagslichts und der Kraft intimer Bilder.

13. Februar 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit Julian Hanich unterhalten sich Angela Schanelec und Thomas Arslan über das pralle Leben, die "Berliner Schule" und das Nachdenken im Kino.

12. Februar 2007 | NACHMITTAG • Kritik • festivalblog.de

Andreas Tai stellt drei Fragen zum Film und beantwortet sie auch gleich selbst. "Es erfordert Anstrengung, sich Schanelecs neuen Film anzuschauen ... Auch die Bilder sind schwer. Die auf den Gesichtern verharrende Kamera, der distanzierte Blick verursachen keine Spannung sondern genau das, worunter die Hauptfiguren im Film leiden: Langeweile. Den Darstellern kann man das nicht vorwerfen. Sie spielen überzeugend, [aber] Angela Schanelec ist nicht nur in der Komposition der Bilder sondern auch im Spiel dominant. Vielleicht ist das zuviel Schanelec."

07. Februar 2007 | NACHMITTAG • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

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