Katja Lüthge hat der Film gar nicht gefallen: Der Regisseur "prüft uns aber nicht nur mit nichtssagenden Männern, deren Uniform aus Stoffhose, Hemd und Wollpullover besteht. Die immer wieder dramatisch aufbrausende Filmmusik stellt wahrlich eine Zumutung dar. Wann immer ein innerer Konflikt droht, brüllen die Boxen. Dazu gucken die Darsteller so dramatisch wie Kühe, die nach langen Wintermonaten mit der wiedergewonnenen Weidefreiheit nichts anfangen können. Gnade."
Eine Sinnsuche durch Rückzug ins Schweigen schildert der Regisseur laut Christina Tilmann. "Regisseur Costanzo hegt offenbar Sympathien für diese Lebensweise: für die Entscheidung gegen oberflächliche Freiheit, für eine Autorität, die sagt, wo's langgeht. "Es ist, als ob etwas in unserer DNA fehle", sagt er über seine Generation, die unfähig sei, sich für einen Weg zu entscheiden und stattdessen im Fegefeuer ewiger Pubertät verharre. Doch alles, was er zeigt, spricht dagegen: die schweigsamen, blassen Mönche, oft nur dunkle Schatten in ewiger Dämmerung, während vor den Fenstern des Klosters Venedigs Schönheiten winken. Keine Spur von Erkenntnis oder Erleuchtung."
Etwas zu konzeptionell und bemüht findet Christian Westheide das Werk. "Um den Weg bis zu der Entscheidung zu erzählen, braucht der Film satte zwei Stunden. Als Studie über die Zweifel eines Seminaristen ist das zu viel und die verrätselten Gespräche, das Gespenst auf der Krankenstation und die undurchsichtigen Mitbrüder tragen auch nicht gerade dazu bei, Spannung oder zumindest Interesse zu wecken, oder an Andreas Zweifeln mitzuleiden. Obwohl es um die ganz großen Fragen im Leben geht - wer bist Du, wo kommst du her? - war es mir aufgrund der stereotypen Figuren und weil die Hauptfigur Andrea zwar sehr viel rumlatscht, aber wenig von sich Preis gibt, herzlich Wurscht, ob er seinen Glauben behält oder findet, ob er im Seminar bleibt oder ob er geht."
Laut Lars-Olav Beier erzählt der Regisseur "vom Terror der großen Stille. ... Die Leinwand scheint fast zu explodieren, als draußen vor dem Kloster ein Feuerwerk abgefackelt wird. Doch leider erzeugt der Film den Eindruck von Monotonie mit monotonen Mitteln. Immer wieder zeigt Costanzo den kahlen Flur, an dem Andreas Zelle liegt, in den immergleichen Einstellungen. Hauptdarsteller Jivkov schafft es, so ausdruckslos zu gucken, dass man in seinem Gesicht bald nichts mehr entdecken kann als völlige Leere. Manche Filme nehmen die Zuschauer gefangen; dieser Film nimmt sie in Haft."
Datenblatt des Films.