Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

INTERVIEW

INTERVIEW

Regie Steve Buscemi
Kinostart 29.05.2008

Kritiken • INTERVIEW

31. Mai 2008 | INTERVIEW • Kritik • Die Tageszeitung

Auch im Remake kommt es unerwartet zur Verlagerung ins Private, der Film wird zum Kammerspiel, entdeckt Ekkehard Knörer. "Aus Spiel wird Ernst, und der Ernst kippt wieder ins Spiel. Pierre und Katya küssen sich und schlagen sich. Sie kommen sich näher oder auch nicht. Mal scheinen sie offen ohne Vorbehalt, anderes taucht plötzlich auf aus der Hinterhand. Was wie ein Vertrauensbeweis aussieht, kann ein überraschender Zug im Intrigenspiel sein. Bis zur Schlusspointe - die im Remake, wie so manches, eine Spur subtiler ausfällt - bleibt offen, was gespielt wird. Der Film irritiert mit abrupten Tonlagenwechseln, nicht alles scheint immer plausibel, die Geschichte macht die eine oder andere Volte zu viel. Doch die Intelligenz von INTERVIEW ist nicht zu unterschätzen. Es kommt immer noch was hinterher."

30. Mai 2008 | INTERVIEW • Kritik • Der Freitag

Andreas Busche hat sich nochmals der Original angeschaut: "INTERVIEW ist ein hässliches, kleines Kammerspiel, das an niederste Instinkte appelliert: die perfide Lust, Menschen bei ihrer öffentlichen Demontage zuzuschauen. Buscemi muss aus dem dürftigen Stoff das Beste rausholen, und das gelingt ihm auf formaler Ebene. Indem er den Handlungsort in ein weiträumiges Apartment verlegt, schafft er eine adäquate Arena für den Machtkampf zweier Profilneurotiker. Wie Raubtiere belauern sie sich, ständig umkreist von den drei Kameras, die Buscemi - als Hommage an van Gogh - beim Dreh eingesetzt hat. Dank der Geräumigkeit gelingt es ihm, die Figuren auf das zu reduzieren, was sie sind: zwei arme, verlorene Seelen."

29. Mai 2008 | INTERVIEW • Kritik • Berliner Zeitung

Für Bert Rebhandl wäre INTERVIEW "wohl nicht mehr als ein interessantes, kleines Experiment auf der Nachtseite des Ruhms, wäre da nicht noch die Vorgeschichte des Films, die es zu wissen gilt. ... Das amerikanische Remake ist zugleich eine Art Solidaritätserklärung mit einem europäischen Provokateur, und eine Auslöschung - denn INTERVIEW von Steve Buscemi hat das ohnehin schon weitgehend unbekannte Original noch unsichtbarer gemacht. Für Stars ist eben immer noch Amerika das Maß aller Dingeauch wenn sich in diesem Fall der Antistar Steve Buscemi zuständig erklärt hat - er kann so sein Verlierer-Image ein wenig im Glanz von Sienna Miller aufpolieren."

29. Mai 2008 | INTERVIEW • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen Krieg der Worte hat Christina Tilmann ausgemacht. "Die emotionale Unbeständigkeit, die bei allem Zynismus spürbare Verunsicherung und Schwäche beider Partner, aus der das Original seine Kraft gezogen hatte, ist im Remake einer klaren Parteilichkeit gewichen. Von Anfang an ist klar, wer dieses Spiel gewinnen wird. Denn Steve Buscemi gibt den Pierre Peters nur als schmierigen Wicht, und dass er seiner Figur so wenig Format gibt, wirft kein gutes Licht auf seine Meinung vom amerikanischen Mediensystem. Da war van Gogh in seiner Perfidie viel komplexer."

29. Mai 2008 | INTERVIEW • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn reflektiert INTERVIEW "den Vampirismus der Medien und die hohe Kunst der Verstellung. Man selbst zu sein und respektiert zu werden, bleibt in diesem schillernden Spiel ein gefährlicher Traum."

14. Mai 2008 | INTERVIEW • Kritik • critic.de

Abgeklärte Ironie hat Ulrich Ziemons ausgemacht. "Buscemi scheint eher an der Analyse des Prinzips Interview, am verbalen Schlagabtausch an sich, interessiert zu sein, als an einer Charakterstudie über Menschen jenseits der Moral. Vielleicht lässt sich INTERVIEW deshalb mit dem größten Gewinn sehen, wenn er als Versuchsanordnung verstanden wird, in der zwei oberflächlich gegensätzliche Personen im Frage-Antwort-Spiel aufeinander losgelassen werden und bei der manchmal etwas zu stark nachgeholfen wird, um dramatische Ergebnisse zu erhalten."

31. März 2008 | INTERVIEW • Kritik • programmkino.de

Manches in dieser messerscharfen Auseinandersetzung mag laut Volker Mazassek "übertrieben wirken. Doch ruft man sich die realen Absurditäten ins Gedächtnis, relativiert sich dieser Eindruck doch beträchtlích. Die Selbstentblößung einer Paris Hilton, die öffentliche Demontage einer Britney Spears, die tödliche Jagd auf Lady Diana, das Treiben der Paparazzi, Borderline-Journalismus, erfundene und verfälschte Geschichten aus der Welt der Promis – all diese Phänomene finden ihren Niederschlag in dem Film. Buscemi inszeniert das zugrunde liegende Problem als Rollenkonflikt."

16. Februar 2007 | INTERVIEW • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Film hat Michael Kohler nicht überzeugt, obwohl er auf größte Aufmerksamkeit gestossen ist. "Was immer sich sein in Massen strömendes Publikum erwartet hatte, ein Fanal für den ermordeten van Gogh bekam es nicht zu sehen. Stattdessen zeigten sich die Konturen eines klassischen Seelendramas, wie man es von Tennessee Williams bis Neil LaBute weit besser kennt. Immerhin trägt einen Buscemis lädierter Charme auf bewährte Weise durch den Film, während sein Gegenüber Sienna Miller weder als Darstellerin noch als Besetzungcoup sonderlich überzeugen kann."

15. Februar 2007 | INTERVIEW • Kritik • Berliner Zeitung

Am Ende bleibt für Bert Rebhandl die alte Frage: Was ist Wahrheit? "Es ist ein Spiel der Macht, das letztlich auf ein großes Missverständnis hinausläuft. Jedes Interview ist ein Rollenspiel, diese nicht so neue Erkenntnis wird in INTERVIEW bis in die letzten Konsequenzen durchbuchstabiert - danach fühlen sich alle Beteiligten, das Publikum vermutlich inklusive, ein wenig leer."

14. Februar 2007 | INTERVIEW • Kritik • Der Tagesspiegel

Schein oder Nichtschein? – das ist genau die Frage, stellt Julian Hanich fest. "Buscemi macht keinen Hehl daraus, wem seine Inspiration geschuldet ist. Einmal sieht man ein Foto van Goghs auf dem Schreibtisch stehen. Ein andermal taucht ein Autogrammsammler namens Theo auf. Der Film verneigt sich vor van Gogh – und ist daher auch als Statement für Meinungsfreiheit und unbequemes Künstlertum zu verstehen. Aber obwohl sich Buscemi eng ans Originaldrehbuch hält und auch stilistisch nah an der Vorlage bleibt, setzt er die Schwerpunkte doch ein wenig anders. ... Buscemi zieht sich wieder stärker ins fiktionale Terrain zurück. Gleichzeitig kehrt er deutlich die satirische Seite nach außen und beschleunigt das Dialogtempo auf Screwball-Niveau – was den Film unterhaltsamer und nicht ganz so desillusioniert macht."

12. Februar 2007 | INTERVIEW • Kritik • Die Tageszeitung

Eine bittersüße Farce sah Andreas Resch. "Auf einer abstrakteren Ebene geht es in INTERVIEW um die Frage nach der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum: Wo endet der eine, wo beginnt der andere? Denn selbst die raren Momente, in denen sich Pierre und Katya scheinbar ohne Hintergedanken füreinander interessieren, sind so inszeniert, dass sich der Betrachter wie ein Voyeur fühlt. Zu nah klebt die Kamera an den Figuren, zu melodramatisch sind deren Offenbarungen. Man sucht ständig nach Anhaltspunkten, wer gerade wen hinters Licht führen könnte, und wird dabei beinahe genauso paranoid wie die beiden."

07. Februar 2007 | INTERVIEW • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,34499