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LADY CHATTERLEY

LADY CHATTERLEY

Regie Pascale Ferran
Kinostart 04.10.2007

Kritiken • LADY CHATTERLEY

24. August 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • critic.de

Eine ungewöhnliche Komplexität und überwältigende Sinnlichkeit hat Lukas Foerster ausgemacht. "Sowohl Connie als auch Parkin lernen, vor allem in den zahlreichen, sinnlichen und teilweise recht expliziten Sexszenen, sowohl den jeweils anderen als auch sich selbst kennen – und bei weitem nicht nur in körperlicher Hinsicht. Ferrans Regie ist subtil und vielschichtig genug, um diese Erweckungsgeschichte nie auch nur in die Nähe einer banalen oder esoterischen Erlösungsphantasie zu rücken. Auch die scheinbar unüberbrückbare gesellschaftliche Schranke, die die beiden Hauptfiguren trennt und die die Grundlage für die meisten bisherigen Verfilmungen bildete, stellt sich hier um einiges komplexer dar."

23. August 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Berliner Zeitung

Julia Teichmann siedelt den Film jenseits von Softporno und Kostümfilm an. "Die schönen, vielschichtigen Bilder der sich stetig verändernden, die Jahreszeiten durchlaufenden Natur fließen zusammen mit dem erwachenden und sich entwickelnden Begehren von Constance - eine filmische Einheit von Seele und Natur, die dem lyrischen Ideal der Romantik nahe kommt. Mit schlafwandlerisch sicherem Blick inszeniert die Regisseurin diese Schule des Begehrens. Die Charaktere sind nie vereinfacht, auch Clifford und Mrs. Bolton werden mit allen Mehrdeutigkeiten behutsam aufgebaut, ihre Haltungen und Beweggründe werden angedeutet, aber nicht unangenehm expliziert."

23. August 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Die Tageszeitung

Anke Leweke nennt LADY CHATTERLEY einen anrührenden Liebesfilm. "Die Stärke des Films liegt darin, dass in den Liebesszenen gerade nicht gängige Kino-Codes von Lust und Sexualität dekonstruiert werden. LADY CHATTERLEY ist vielmehr der Versuch, die Körper und Körperteile von ihrem analytischen und konnotativen Ballast zu befreien. Ein Reset der Kinobilder des menschlichen Körpers setzt der Film in Gang. Gemeinsam mit dem Betrachter gehen diese Körper auf Entdeckungsreise. Man muss sich nur anschauen, wie Ferran Connies Hände filmt."

22. August 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann sah mit LADY CHATTERLEY eine radikal moderne Beziehungsstudie; gerade als für den Film die größte Gefahr läuft, zur Pornografie zu werden, gelingt der Regisseurin die zärtlichste, zurückhaltendste, schönste Liebesszene. "Eine Mischung aus Chereaus INTIMACY und der klassischen Merchant-Ivory-Produktion ist Pascale Ferran gelungen: ein hinreißender Historienfilm – und eine radikal moderne Beziehungsstudie, die jenseits von Standesgrenzen und Zeitrücksichten zeigt, was für ein Abenteuer die Liebe ist. Immer."

02. August 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • programmkino.de

Volker Mazassek empfiehlt, sich Zeit zu nehmen für den Film. "Ferrand erzählt nicht nur langsam, sondern gelegentlich in Echtzeit. Das ist etwa bei einigen der Liebeszenen der Fall, die in der Ausgestaltung und Darstellung ihresgleichen suchen. Die erste Liebesbegegnung des ungleichen Paares verfolgt die Kamera detailliert in all ihrer Unsicherheit und Scheu. Die Kamera ist nah dran, aber kein voyeuristischer, sondern höflicher und zärtlicher Beobachter. Dass die Szene nicht in beliebige Sex-Gefilde abrutscht, verdankt sie der Inszenierung. Denn die Bemühungen der beiden Unbedarften enden kläglich. Das ist so rührend wie nah dran am Leben - und der Beginn einer Education Sentimentale."

12. Juli 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Susanne Ostwald ist es unverständlich, dass der oft unfreiwillig komischer, überlanger Erotikfilm à la française den ausschlaggebenden Hintergrund des britischen Klassendenkens fast vollständig ausblendet. "Es ist verwunderlich, dass sich eine Frau im Regiestuhl nun analog dazu als letztlich desinteressiert am Denken und Fühlen ihrer Hauptfigur erweist, wird diese übrigens zu schöne Lady Chatterley doch nicht zu einer vielschichtigen Figur, sondern bleibt letztlich ein Sexualobjekt."

16. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Berliner Zeitung

Ein sinnliches Erlebnis ist der Film für Philipp Bühler. "Nie in der Gefahr, ein Softporno zu sein wie eigentlich alle früheren Verfilmungen, besticht diese durch ihr Zeitmanagement. Die Erotik - das Wort ist ab sofort wieder benutzbar - gerinnt aus dem schieren Vergehen von Zeit. Wichtige Handlungspassagen werden nach Art des Stummfilms in Texttafeln komprimiert, um Raum zu schaffen für die Liebenden. Was aussieht wie eine klassisch schöne Literaturverfilmung, ist pure Avantgarde. Man könnte den Film ohne weiteres um eine Stunde kürzen, und hätte ihm die Seele geraubt."

16. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Den ergreifensten Film des Panoramas nennt Michael Kohler LADY CHATTERLEY. Die Regisseurin findet einen ebenso überraschenden wie überzeugenden Weg, "das Aktuelle im Alten zu entdecken. Natürlich weiß Ferran, dass man die einst skandalöse Geschichte eines Ehebruchs heute nicht mehr so erzählen kann wie zu früheren Zeiten - aber sie tut es trotzdem. Auf die Gefahr hin, dass Lawrence von Courths-Mahler nicht zu unterscheiden ist, nimmt die Handlung aufreizend züchtig ihren Lauf, bis es nach einer guten Stunde einsamer Spaziergänge und wild-romantischen Blumenwuchses zum vom Publikum längst heiß ersehnten Beischlaf kommt."

13. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord fragt Regisseurin Pascale Ferran einiges über Buto als Sexszenen-Training, Gartenarbeit und die Kunst, berührende Filme zu machen.

12. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen schönen, sensiblen Film über das Aufeinanderprallen zweier Kulturen, von dem beide profitieren, sah Daniela Sannwald. "Der Film lässt sich viel Zeit für Naturbeobachtungen. Die Blätter an den Bäumen verfärben sich, fallen ab, sprießen wieder neu, wachsen in saftigem Grün – wie im Melodram. Tatsächlich handelt LADY CHATTERLEY von unmöglicher Liebe, Opfern und Verzicht. Typisch Melodrama also. Aber die französische Regisseurin Pascale Ferran sieht von sämtlichen emotionalisierenden Inszenierungsstrategien ab. Sie interessiert sich für die englische Klassengesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg, für die mit Besitz, Geschlecht und Gesundheit verbundenen Privilegien, die sie seziert und protokolliert."

12. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • festivalblog.de

Ferran hat aus diesem Skandalbuch einen stillen und schönen Film gemacht, lobt Elvi Plitt. "Sexualität ist bei Ferran eine Art Urgewalt, die es dem Einzelnen sogar ermöglichen kann, die Begrenztheit der eigenen Existenz zu überwinden. Die beiden Protagonisten begnügen sich in seinem Film nicht mit einer simplen Sexaffäre, sondern sie entdecken durch ihre geheime Beziehung für sich selbst eine neue Identität jenseits bestehender geschlechtspezifischer Rollenzuschreibungen. Insgesamt ein sehenswerter Film mit herrausragenden Darstellern, der dem Zuschauer allerdings sowohl durch seine Länge (158 min) als auch durch seinen zahllosen Naturaufnahmen einiges an Geduld abverlangt."

10. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Die Tageszeitung

Dieser Film schaut sehr zart und ganz genau auf eine große, verbotene Liebe, lobt Cristina Nord. "Ebenso groß ist Ferrans Sensibilität für die Natur, in der die Figuren agieren. Wenn Blätter ins Bild rücken, Moos, Steine, der vom Laub bedeckte Boden des Waldes, das Wasser im Bach oder die hochstehenden Grashalme, dann wird die Natur weder im Sinne des Plots funktionalisiert noch metaphorisch ausgebeutet. Vielmehr geht es um das Glück der Konkretion. Im besten Sinne des Wortes ist LADY CHATTERLEY empfindsam, offen für die Rührung, die ein eben geschlüpftes Küken auslösen kann."

07. Februar 2007 | LADY CHATTERLEY • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

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