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FERIEN

FERIEN

Regie Thomas Arslan
Kinostart 14.06.2007

Kritiken • FERIEN

14. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • Berliner Zeitung

Julia Teichmann weiß nach diesem Film, wie anstrengend Nichtstun sein kann. "Hoch konzentriert, mit genauem Blick für die wesentlichen Details und großer Leichtigkeit entwickelt Thomas Arslan die komplizierten Beziehungen, spinnt dieses Netz von angedeuteten Verletzungen, Eitelkeiten und Verpflichtungen, in dem sich jeder irgendwo wieder finden kann. Die Natur ist dabei ein eigener, ungerührter Akteur: Als Feldblumenstrauß findet sie Eingang ins Haus, Blätterwände verstellen den Blick nach draußen, der fahlweiße Himmel, das satte Grün und das weiche, gelbe Licht erzeugen eine Atmosphäre von träger, leicht gespenstischer Ausweglosigkeit."

14. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • Die Tageszeitung

Viel Licht und viel Melancholie hat Cristina Nord wahrgenommen. "Die Bilder und die Montage sind dabei von ausgesuchter, kristalliner Strenge. ... Die klaren Setzungen, die Ruhe der Kamera, die Entschiedenheit, mit der sich jedes Bild an der richtigen Stelle weiß: All dies ist bewundernswert. Hinzu kommt, wie präzise die Bilder kadriert sind. Michael Wiesweg, der Kameramann, schafft oft einen zweiten Rahmen im Bild, indem er etwa von außen durch ein Fenster schaut. So sind die Figuren doppelt umschlossen, vom Bildkader und vom Fensterrahmen. Doch die Hochachtung für die Form hat eine Kehrseite. Die Strenge steht im Kontrast zu den zunächst nur verhalten ausgespielten, später evident werdenden emotionalen Verwirrungen der Figuren."

14. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Wer diesen Willkommens- und Abschiedsfilm nur auf Handlung hin betrachtet, sieht höchstens die Hälfte, meint Julian Hanich. "Sein stiller, hochkonzentrierter, traumhaft schöner Film ist auch – und vor allem – ein berückendes Landschaftsstück, das die Sommertage in gleißende Naturbilder fasst. Hier wogen die rauschenden Bäume in der sanften Sommerbrise. Grillen zirpen, Vögel zwitschern, Schmetterlinge flattern über grüne Sommerwiesen. Als genügte sie sich selbst und vermerkte teilnahmslos das Missvergnügen ihrer Gäste, steht die Natur bei Arslan als lebendiger Kontrast zu den leblosen Großstädtern aus Berlin. Die Natur leuchtet still – die Menschen leiden stumm."

14. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • Neues Deutschland

Für Ralf Schenk ist FERIEN bei allen sonnendurchfluteten Bildern ein kühler, ein kalter Film. "Wie am Seziertisch aufgenommen, nur dass die Lupe umgekehrt verwendet wurde, um eine große Entfernung herzustellen. Aber genau darin besteht auch eine Gefahr, die bereits ins Arslans letztem Spielfilm DER SCHÖNE TAG (2001) deutlich geworden war. Der Lethargie einer weitgehend sprachlosen, an sich und der Welt leidenden Familie Spannung zu geben, bedarf zumindest einer inneren Dramatik. Diese Dramatik fehlt hier, jedenfalls weitgehend, abgesehen von wenigen Szenen."

14. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • artechock.de

n Thomas Arslans stillem, intensiven Film implodiert das Drama, behauptet Rüdiger Suchsland. "FERIEN ist ein Film über Gefühle, die zwischen Ausbruch und Disziplinierung pendeln. Der strenge Rahmen macht eine gewisse mitunter auftretende Hysterie noch intensiver spürbar, weil er sie nicht kopiert, sondern im Raum stehen lässt. Dahinter ist FERIEN aber auch ein Film über Macht. Über die Macht der Mütter, der Frauen, über ein Frauenregime, über Familie, über Provinzdepression, über Deutsche in Ferien. Über das Bürgertum also."

10. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • br-online.de

Zarte Poesie und Nachdenklichkeit hat Kirsten Liese ausgemacht. "Das alles entfaltet der Film in angespannter Stille. Nur selten kommt es zu einer Eskalation oder lautstarken Aussprache. Die schlechten Nachrichten, die Kümmernisse – sie wirken wie paralysierend auf die Figuren, die für sich allein an ihren Problemen nagen. Ebenso starr wirkt auch die Kamera, die ihnen oftmals dabei zuschaut, wie sie aus dem Bild laufen, anstatt ihnen zu folgen. Dabei wirkt nichts in diesem leisen Drama künstlich oder konstruiert. Vielmehr kommt es beinahe unspektakulär alltäglich daher wie das Leben selbst, getragen von einem erstklassigen Schauspielerensemble."

06. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • critic.de

Konsequenter als andere vergleichbare Filme der letzten Jahre findet Lukas Foerster FERIEN. Er "ist zweifellos ein Film von außergewöhnlicher formaler Geschlossenheit. Jede Einstellung ist als das Produkt einer ästhetischen Reflektion auf hohem Niveau erkennbar, wie sie im deutschen Kino nach wie vor einzigartig ist. Und doch bleibt bisweilen der Wunsch nach mehr zurück. Nicht nach mehr Psychologie oder nach mehr Kamerabewegung, wohl aber nach filmischen Zeichen, die in irgendeiner Weise über das Familienanwesen in der Uckermark hinausreichen."

06. Juni 2007 | FERIEN • Kritik • film-dienst 12/2007

Alexandra Wach ist voll des Lobes: "'Enthüllungsarbeit' scheinbar vernarbter Wunden leistet er auch in FERIEN und verzichtet zudem erstmals auf den bi-kulturellen Bezug, der seine Trilogie über das Leben junger Deutsch-Türken in Berlin prägte. Das war auch höchste Zeit, denn längst riskierte er – neben Fatih Akin – zum Aushängeschild des deutschen Migrantenkinos zu avancieren. ... So ernst, reif, formal vollkommen und wunderschön einfach wie diese letzten Szenen ist der ganze Film – ein Höhepunkt und Meisterstück der Berliner Schule."

15. Februar 2007 | FERIEN • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Bert Rebhandl behält der Regisseur seine aus früheren Filmen bekannte Ästhetik bei. "Die Figuren werden aus Szenen zusammengesetzt, das Publikum muss sich eine Menge dazudenken. Alle Personen haben ihre Beweggründe, zu sehen ist aber immer nur ein Teil davon. Mit dieser Erzählform, die das Beobachten gegenüber der Identifikation betont, wird Thomas Arslan gern der "Berliner Schule" zugerechnet. ... Der bürgerliche Roman und das bürgerliche Drama werden bei Thomas Arslan auf ihre Grundelemente zurückgeführt: Das Gespräch und das Schweigen bedingen einander und sind gleichermaßen beredt."

15. Februar 2007 | FERIEN • Kritik • Die Tageszeitung

Für Ekkehard Knörer rahmt der Regisseur ein Familienmelodram so streng, dass selbst ein Verlassen des Rahmens als Rahmung erscheint. "Aber das Zentrum ist das Haus, dessen Zentrum ist die Mutter, und die Mutter ist Angela Winkler. Um sie herum konstelliert der Film seine Figuren. Er ist sehr geschickt darin, sie zusammenzusetzen aus Szenen, deren Augen- und Ohrenzeuge man wird, und aus Informationen, die man hinter ihrem Rücken durch die Worte der Verwandtschaft zu hören bekommt. Die Auslassungen sind so wichtig wie das, was man sieht und erfährt. Alles atmet in diesem Film."

13. Februar 2007 | FERIEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit Julian Hanich unterhalten sich Angela Schanelec und Thomas Arslan über das pralle Leben, die "Berliner Schule" und das Nachdenken im Kino.

07. Februar 2007 | FERIEN • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

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