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REINE GESCHMACKSACHE

REINE GESCHMACKSACHE

Regie Ingo Rasper
Kinostart 09.08.2007

Kritiken • REINE GESCHMACKSACHE

09. August 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • Berliner Zeitung

Philipp Bühler lobt besonders den Hauptdarsteller. "Ein pedantischer Kleinbürger, gewiss. Aber einer, den Edgar Selge spielt. Keiner spielt die abgebrochenen Typen so wie er: hinterhältig, verzweifelt, liebenswert. Als TV-Kommissar fehlt ihm bekanntlich ein Arm. Hier ist es jeglicher Sinn für Geschmack. Aber wir leiden mit ihm, wenn ihm der junge Kollege die Kundinnen abspenstig macht mit seiner trendigen "Billigware aus Fernost". Die Erosion des Bürgerlichen, um die es hier natürlich - wie in schon manch anderer deutschen Kinokomödie - geht, nimmt ihren Lauf."

09. August 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • schnitt.de

Ein glückliches Händchen bescheinigt Cornelis Hähnel dem Regisseur bei der Ensemble-Auswahl. "Auch auf technischer Ebene folgt REINE GESCHMACKSACHE den klassisch hochwertigen Standards der Kinounterhaltung. Allerdings reicht die gute Verarbeitung nicht aus, um über Mängel des Stoffes hinwegzutäuschen. Denn das schnarchige Drehbuch hat allenfalls die Raffinesse einer Folge von "Adelheid und ihre Mörder": Zu sehr plätschert die Geschichte vorhersehbar dahin, und auf jeden potentiellen Lacher wird zugunsten eines leisen Schmunzelns verzichtet. Einzig die unaufgeregte Selbstverständlichkeit, mit der die Homosexualität des Sohnes thematisiert wird, ist eine erfreuliche Besonderheit des Films."

09. August 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland hat sich überzeugen lassen: "REINE GESCHMACKSACHE ist das in Deutschland leider viel zu seltene Beispiel einer geschmackvollen – das heißt nicht kindischen – und lebensnahen Komödie. Rasper hat viel Humor und einen treffenden, humanen Blick, der sich über die vielen Schwächen seiner Figuren lustig macht, ohne sie je zu verraten. Er übertreibt, aber immer nur soviel, dass man es noch akzeptiert. Nur am Ende wird alles vielleicht etwas zu klamaukig. ... Gerade weil der Film unspektakulär ist und nicht mehr scheinen will, als er ist, gelingt REINE GESCHMACKSACHE mehr, als manch anderem, auch wenn er filmisch nur selten über TV-Ästhetik hinausreicht."

03. August 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • programmkino.de

Thomas Volkmann lobt, das Regisseur und Drehbuchautoren ab und zu provinzielles Leben auf die Leinwand bringen. Dieser Film war für das Fernsehen vorgesehen: "In der Figurenzeichnung wie auch in der Inszenierung selbst macht sich dies immer wieder deutlich bemerkbar – was nicht heißt, dass es nicht doch auch starke, Tiefe erreichende Momente gäbe. ... Jedes noch so kleine Detail wurde unter dem strengen Kriterium der bewussten Geschmacksverirrung ausgewählt, viele der Details werden einem bei einem ersten Sehen gar nicht einmal auffallen. Ein wiederholter Kinobesuch drängt sich umgekehrt aber auch nicht auf."

27. Juli 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • critic.de

Thorsten Funke kritisiert die Hauptfigur: Sie ist keine für eine Komödie. "Der pedantische, seine Unsicherheit mit Grobheiten überspielende, vom Schicksal gebeutelte Mann ist keine Figur für eine Komödie. Man sieht vielmehr der Auflösung einer Existenz zu, und auch wenn seine Charaktereigenschaften das Zeug zur lustigen Person haben, seine Situation hat das nicht. Selge spielt diesen Wolfi, dessen bröckelnde Stellung schon in seinem meistens nur in der Verkleinerungsform auftauchenden Vornamen durchscheint, dankenswerterweise auch nicht als lächerliche Figur, obwohl das Drehbuch ihn immer wieder in lächerliche Situationen schiebt."

21. Januar 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • Begündung der Jury des SR/ZDF-Drehbuchpreis

"Wolfi Zenkers einsamer Kampf gegen den fortschreitenden Werteverfall in der deutschen Damenoberbekleidungsindustrie hat es uns angetan. Dieser eher unsympathische Mittfünfziger plündert das Ausbildungskonto seines Sohnes, um die neue S-Klasse anzuzahlen, obwohl die Garage dafür zu eh klein ist und der reisende Handelsvertreter zur Zeit gar keinen Führerschein besitzt. So wie Wolfi Zenker sind auch die übrigen Figuren präzise, ambivalente und facettenreiche Charaktere, über die man lacht, aber die nicht lächerlich sind. Die Autoren kennen ihr Milieu und zeigen uns mit Wortwitz und Situationskomik einen Mittelstand am Rande des Nervenzusammenbruchs."

01. Januar 2007 | REINE GESCHMACKSACHE • Kritik • Begründung der Jury des Max Opüls-Preises

"Florian Bartholomäi spielt im Film REINE GESCHMACKSACHE von Regisseur Ingo Rasper die Rolle des jugendlichen Sohnes Karsten mit verblüffender Leichtigkeit und einer grossen Natürlichkeit. Mit beeindruckender Sensibilität gelingt es ihm, das "coming out" seiner Figur und die wachsende Liebe zu Steven, dem Kontrahenten seines Vaters, glaubhaft darzustellen. Bemerkenswert ist sein einfühlsames, präzises Spiel zwischen Komik und den widersprüchlichen, komplexen Gefühlen eines jungen Mannes, der seine Sexualität entdeckt."

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