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IMMER NIE AM MEER

IMMER NIE AM MEER

Regie Antonin Svoboda
Kinostart 04.10.2007

Kritiken • IMMER NIE AM MEER

08. Oktober 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • Die Tageszeitung

Großartig nennt Dietrich Kuhlbrodt den Film. "Die neue Wiener Schule. Es macht mir Spaß, mir das vorzustellen. Gedreht (fast alles) auf engstem Raum (im eingequetschtem Waldheimauto), zu sehen kriegt man im Wesentlichen Köpfe, und doch wirkt nichts minimalistisch, reduziert, entemotionalisiert. Ganz im Gegenteil. Die Temperamente, ihrerseits im Wagen zusammengequetscht, erhöhen die Temperatur, Authentizität und Selbstironie verschmelzen, im Wageninnern wird es dicht. Schon mangels hygienischer Grundversorgung ist IMMER NIE AM MEER alles andere als steril."

06. Oktober 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • Berliner Zeitung

Die Psycho-Groteske aus Österreich versteht Alexandra Seitz als Metapher. "Einerseits ist das schicksalsergebene Verharren der Eingekeilten Ausdruck einer Antithese zu jenem an Spannung und Action reichen Film, den eine derartige Ausgangssituation wohl in neun von zehn Fällen inspiriert hätte. Andererseits aber sind Passivität und Fatalismus der Insassen, ist ihr kleingeistiges Gezänk im Angesicht der Katastrophe auch Abbild einer Lähmung des Geistes und Zeichen gesellschaftlicher Stagnation. ... Wer noch nie am in der Alpenrepublik gepflegten, phlegmatischen Diskussionsstil verzweifelte, wird in IMMER NIE AM MEER etwas erkennen. Im Zweifelsfall sich selbst."

04. Oktober 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • artechock.de

Für Thomas Willmann hält sich der Film an der Oberfläche bewusst klein und reduziert, besitzt zudem schauspielerisch eine charmante Amateur-Note. "So wie die drei die Gnadenlosigkeit des Schicksals unterschätzen, traut man als Publikum auch lang dem Film seine erbarmungslose Konsequenz nicht zu. Man macht es sich, in Erwartung einiger hübscher Pointen, von etwas Satire und Charakterkomik, anfangs mit ihnen in den gepolsterten Sitzen bequem - und schluckt irgendwann heftig, wenn man realisiert, auf welch finsteres Terrain einen Regisseur Svoboda und seine Schauspieler/Autoren geführt haben."

03. Oktober 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • Der Spiegel

Aus dieser klaustrophobischen Situation entwickelt der Regisseur eine gelungene Film-Groteske, die knorrig-kauzig an Beckett und Bernhard erinnert, lobt Birgit Glombitza. "Es ist schon erstaunlich, wie die Festsitzenden aus dem Stillstand ihres Lebens immer neue absurde Funken schlagen. Wie sie sich Männerbündnisse nur für die Gunst eines Augenblickes herbeisabbeln, um Hunger, Durst und Kälte besser zu überstehen. Wie sie gegen die Angst, den Tod und den Rest der feindlichen Welt anreden, weil sie nichts anderes tun können."

26. September 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz glaubt, dass die Filmemacher offensichtlich mit viel Spaß an derbem Humor und absurden Situationen bei der Sache waren. "Die beklemmende Enge der Eingeschlossenen und die mehr als deutlichen Macken und Eigenarten des seltsamen Personals sind mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, doch wer es gerne ein wenig schwarzhumorig, morbide und durchgeknallt mag, ist mit dieser Psychogroteske, in der neben den beiden Österreichern der Hamburger Mathias Halfpape alias Heinz Strunk zu sehen ist, bestens bedient. Die drei Komiker harmonieren so gut miteinander und erzeugen [eine] eigenartige Mischung aus Humor der bitterbösen Art, Ekel und Mitleid."

16. August 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • critic.de

Maurice Lahde hat dem Film den Ernst der Lage keine Sekunde abgenommen. "Solange der Film sich auf das Geschehen im Auto beschränkt, ist er eine sehr amüsante, oft auch bittere Groteske. Die Inszenierung kommt zwar meist nicht über typischen Fernsehspiel-Realismus hinaus – die vielversprechende Anfangssequenz, eine Art Kafka-Farce, in der sich Strunk vor einem Auftritt im labyrinthischen Backstagebereich verläuft und von falschen Wegweisern zum Narren gehalten wird, bleibt hier Ausnahme. Aber das Auto-Kammerspiel würde auch auf einer leeren Bühne funktionieren, man könnte den mürrischen Dialogen der drei stundenlang zuhören."

15. August 2007 | IMMER NIE AM MEER • Kritik • programmkino.de

Viel Spannung hat Michael Meyns ausgemacht. "Diese hat nicht das Ziel zu einer Auflösung zu führen, Problemlösungen anzubieten oder auch nur die Geschichte selbst zu einem Ende zu bringen. Stattdessen funktioniert IMMER NIE AM MEER situativ, überzeugt durch seine Situationen, in denen auf unterschwellig pointierte Weise die Absurdität des menschlichen Daseins herausgearbeitet wird. Zwar gibt es durchaus auch grobschlächtigere Momente, in denen nachgrade Kalauer erzählt werden, in aller Regel jedoch funktioniert der Humor auf feine, subtile Weise und gerade das macht die besondere Qualität von Antonin Svoboda Film aus."

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