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FULL METAL VILLAGE

FULL METAL VILLAGE

Regie Cho Sung-Hyung
Kinostart 19.04.2007

Kritiken • FULL METAL VILLAGE

19. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Berliner Zeitung

Sehr oft ist der Film komisch, schreibt Peter Uehling. "Zugleich zeigt der Querschnitt durch die Generationen, dass die Dorfwelt von den Nachrichten aus der großen weiten Welt schon einigermaßen durchlöchert ist, dass es da offene Stellen gibt, durch die hereinsickert, wofür das "Wacken Open Air" nur ein extremer Ausdruck ist: Die Identitätsbildung durch Zugehörigkeit zu einer bestimmten kulturellen Artikulationsform. So etwas gibt es in der Dorfstruktur ursprünglich nicht, wo die Kirche das kulturelle Zentrum bildet. FULL METAL VILLAGE ist lustig und nachdenklich und dabei noch wunderbar fotografiert: Marcus Winterbauers Kamera fängt die Atmosphäre von Stille, Langsamkeit und Sommer suggestiv ein, ohne diese Welt als rückständig oder spießig zu denunzieren."

19. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Die Tageszeitung

Anke Leweke entdeckt die erstaunlichen Perspektiven, die das flache Land bereithält. "Obwohl Sung-Hyung Cho schon seit 17 Jahren in Deutschland lebt, hat sich die aus Korea stammende Regisseurin den unverbrauchten, offenen Blick in FULL METAL VILLAGE bewahrt. Wenn sie einer Bäuerin beim Ausgraben von Kartoffeln über die Schulter schaut, beobachtet, wie sorgfältig die Frau die Erde abschüttelt und dann die Ernte stolz in die Kamera hält, dann bekommt die Kartoffel ihre Kartoffeligkeit zurück. Es ist diese Vergegenwärtigung eigentlich alltäglicher Dinge, die sich als Bewegung durch den ganzen Film zieht."

19. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Die Tageszeitung

FULL METAL VILLAGE ist für Wilfried Hippen die schönsten Kinoentdeckungen dieses Frühjahrs. Der Blick der Filmemacherin "ist dabei nicht durch die eigene Biografie, Berührungsängste und geschmackliche Urteile verstellt, wie dies bei einer deutschen Filmemacherin gar nicht zu vermeiden gewesen wäre. Als neugierige Exotin wurde sie im Dorf wohl auch viel offener aufgenommen, und so überrascht der Film immer wieder durch intime Augenblicke, in denen die Protagonisten und Filmemacher aber nie etwa so tun, als wäre da keine Kamera gewesen."

19. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Christiane Peitz hat der Film nicht nur das Zeug zum Hit, sondern auch zum deutschen Sittengemälde. Mit besonderem Augenmerk auf die Kunst und den Kraftakt der Toleranz. "Multikulti, zeigt dieser Film, ist eine Begegnung der dritten Art. Und die Ehe, also die Liebe auch. So nah, so fremd: Wie eine feinsinnige Ethnologin beobachtet Sung-Hyung Cho die Holsteiner in den Tagen vor der Invasion, zeigt ihre sympathische Toleranz, aber auch die Frömmigkeit der Alten und die Deutschtümelei der Jugend."

19. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Regisseurin hält an den Ambivalenzen und Dramen fest, die ihre Protagonisten mit sich herumschleppen, lobt Heike Kühn. "Sin unverstellter Blick ermöglichen es ihr, uns zu ermuntern. "Eure Heimat ist nicht so wie ihr denkt", sagt sie und freut sich wie ein kluges Kind. Sieht man ihren so komischen wie abgründigen Film, der den Gestus des immer ein wenig erstaunt durch die Welt gehenden Wahrnehmungsgenies Buster Keaton aufnimmt, kann man ihre Zuversicht teilen."

18. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß sah mit der preisgekrönten Dokumentation FULL METAL VILLAGE einen Heimatfilm der etwas anderen Art. "der Regisseurin Sung-Hyung Cho muss während der Recherche zum Film wohl klar geworden sein, dass eigentlich nichts schillernder, geheimnisvoller und exotischer ist als das vermeintlich schlichte Landleben. Mit dem Blick der Ethnografen studiert sie das Dorf und seine Bewohner - und muss zugleich die bitterste Erkenntnis jedes Ethnografen akzeptieren: Geschlossene Systeme gibt es nicht, von Fremdeinfluss unversehrte Studienobjekte sucht man auch im schleswig-holsteinischen Nirgendwo vergeblich. ... Einen Heimatfilm hat die Regisseurin ihr Werk kokett genannt - um darin unerhört leichthändig vom Fremden, vom Verstörenden und vom Unversöhnten innerhalb der kleinen Wackener Welt zu erzählen."

17. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Die Tageszeitung

Klaus Irler unterhält sich mit der Regisseurin Sung-Hyung Cho über ihre preisgekrönte Dokumentation FULL METAL VILLAGE.

12. April 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • film-dienst 08/2007

Sascha Koebner gelangt durch den Film zwar nicht zu einer neuen Weltanschauung, er lobt ihn aber trotzdem. "FULL METAL VILLAGE ist ein erfrischender, über weite Strecken sehr witziger Dokumentarfilm, der innerhalb des letzten Jahres reihenweise Preise einheimste, unter anderem den 28. Max Ophüls Preis – als erster Dokumentarfilm überhaupt. Die vergnüglichen Exkurse in die Landwirtschaft, der große Charme, den Sung-Hyung Cho im Umgang mit ihren Interviewpartnern beweist, und die Vielzahl an spannenden Personen ergänzen sich zu einem leicht konsumierbaren Film, dessen Festivalerfolg sich vielleicht mit der Harmlosigkeit des Themas begründen lässt."

22. Januar 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit dem Scharfsinn einer ethnographischen Forscherin begibt sich die Filmemacherin ins Dorf Wacken, lobt Reinhard Kleber. "Sung-Hyung Cho gelingen wunderbare Beobachtungen und intensive Gespräche mit den Dorfbewohnern, die sich der Fremden öffnen und mit staubtrockenem Humor erzählen, wie sie das Beste aus der Lage machen. Selten hat man in einem Dokumentarfilm so gelacht wie in FULL METAL VILLAGE. Die subtile Studie, deren lakonischer Humor an die frühen norddeutschen Komödien von Detlev Buck erinnert, wurde übrigens von der Berlinale gerade abgelehnt."

21. Januar 2007 | FULL METAL VILLAGE • Kritik • Begründung der Jury des Max Opüls-Preises

"Das ebenso humorvolle, vielschichtige wie präzise Portrait des verschlafenen Dorfes Wacken, das einmal im Jahr zum Headquarter der Heavymetalszene wird, ist nicht nur ein sehr unterhaltsamer Dokumentarfilm, sondern ein faszinierendes Bild deutscher Identität. Sung-Hyung Cho’s virtuose Montage verdichtet die Wirkung der hinreißenden Bilder und Situationen zu einem grossen Tableau Vivant absurder Gegensätze und Bezüge. Mit fremdem Blick stellt sie eine intime Beziehung zu Wacken und Bewohnern her und zeigt uns Leben in Deutschland, wie wir es selbst nicht hätten sehen können."

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