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PRINCESAS

PRINCESAS

Regie Fernando León de Aranoa
Kinostart 04.01.2007

Kritiken • PRINCESAS

04. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • Die Tageszeitung

Die beeindruckende Lebensnähe, die Heiterkeit und Dichte hat Birgit Glombitza bewundert. "Seine schönsten und berührendsten Momente erlebt der Film im Situativen. Wenn er den Gesprächen der Huren lauscht, wenn er durch ihren Neid, ihre Gemeinheiten und aufrichtigen Sorgen den Dünkel einer katholischen Macho-Gesellschaft durchblitzen lässt. Die Selbstverständlichkeit, mit der seine Heldinnen übers Geschäft plaudern wie der Bäcker übers Mehl. Ihre aufgekratzte Heiterkeit, wenn sie sich einmal verknallen. Oder die bodenständigen Abhandlungen über Wirtschaft und Politik in der Frisierstube."

04. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit leichter Hand schützt der Regisseur seine Figuren vor den Nutten-Klischees und fügt dem Genre mit der Melancholie einen ungewohnten Tonfall hinzu, lobt Sebastian Handke. "Er behandelt seine Frauen wie Königinnen – behutsam, respektvoll und mit Zuneigung. Die zeitweise dokumentarisch agierende Kamera findet dabei eine feine Balance aus Nähe und Distanz: Vor allem in Augenblicken der Not rückt sie von den Frauen ab, wie um ihnen nicht noch den letzten Rest an Würde zu nehmen. Die Schicksalsschläge, die er seinen Figuren zumutet, gleicht Aranoa mit Momenten der Zweisamkeit und intimer Solidarität aus – und mit Episoden voller Witz und Lebensfreude."

04. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • Neues Deutschland

Einfühlsam, unaufdringlich und mit sozial präzisem Blick beschreibt der Regisseur laut Marion Pietrzok die Geschichte. "Das Tragische immer wieder mit Humor brechend, schildert León in seinem vierten Spielfilm auf anrührende Weise, wie eine Freundschaft rassistische Vorurteile überwindet. ... Er erzählt seine Geschichte wunderbar rhythmisch, ohne Voyeurismus, fast immer in der Tagwelt der beiden Prostituierten bleibend und manchmal ein bisschen ins Märchenhafte geglättet. Man kommt Caye und Zulema wie auch den anderen Figuren des Films (allesamt hervorragende Darsteller) sehr nahe. Die klug eingesetzte semidokumentarische Kamera und die Musik tun ein Übriges."

04. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • Junge Welt

In eindringlichen Bildern, die von Manu Chaos Musik behutsam rhythmisiert werden, scheint gelegentlich sogar ein Fünkchen Optimismus auf, schreibt Ramin Afsari. "PRINCESAS zeigt, wie sich zwei unterschiedliche Frauen weiterentwickeln und bleibt dabei stets zu sehr an der Oberfläche. Probleme eskalieren nicht, sondern werden bloß angedeutet, etwa wenn sich Cayes 'Kolleginnen' über die Konkurrenz aus Übersee beschweren, die mit ihrem Hüftwackeln und einem speziellen Geruch das Geschäft verderben würde."

04. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • Der Spiegel

Ein bezauberndes Milieu-Märchen jenseits von Rotlicht-Klischees und Sozial-Anklage sah Jenny Hoch. "Das Geheimnis dieser Filme liegt aber vor allem in dieser speziellen Verbindung von Traurigkeit und Fröhlichkeit, die längst zu einem Markenzeichen de Aranoas geworden ist. "Malegria" nennt Manu Chao diese besondere Atmosphäre; für PRINCESAS hat der Musiker den Titelsong geschrieben. Es liegt nicht zuletzt an dieser Musik, dass die Geschichte immer wieder abhebt aus dem tristen Alltag der Straßenhuren, und neben den Märchen-Motiven auch die wunderbaren komödiantischen Qualitäten unterstreicht."

03. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • epd-film 01/2007

Dieser Hurenfilm hat laut Manfred Riepe eine erfrischende Perspektive. "Präzises Timing, geschickter Einsatz der Musik und geschliffene Dialoge geben dem Film eine beschwingte Leichtigkeit jenseits gut gemeinter Sozialkritik. Trotz dokumentarisch präzisem Blick für Details ist klar, dass Prostitution hier nicht wie üblich aus der Nacht- sondern aus der Tagesperspektive gezeigt wird. Und trotz des Filmtitels sind Caye und Zulema keine Märchenfiguren. Die mit dem Goya ausgezeichneten Darstellerinnen Candela Peña und Micaela Nevárez geben diesen Figuren eine subtile Sprachgewalt. So blitzt der quälende Alltag der Prostitution meist in treffsicheren Pointen auf."

02. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • film-dienst 01/2007

Wolfgang M. Hamdorf ist von den beiden Hauptdarstellerinnen fasziniert. Der Regisseur "wird oft als spanischer Ken Loach bezeichnet, aber wie in Ken Loachs schlechteren Filmen findet auch hier eine gewisse Verharmlosung des sozialen Umfeldes aus politischer Korrektheit heraus statt. Denn trotz beeindruckender Dokumentaraufnahmen aus Madrid hat PRINCESAS nicht die Dynamik der früheren Filme de Aranoas. Die brillante chorale Inszenierung ist hier einer Ansammlung menschelnder Anekdoten gewichen, und die Charaktere der beiden Hauptfiguren sind zu einfach gestrickt."

01. Januar 2007 | PRINCESAS • Kritik • br-online.de

Realistisch und liebevoll, ohne Pathos und jeglichen Anflug von Kitsch inszeniert laut Kirsten Liese der Regisseur die Geschichte. "Vergeblich warten die "Prinzessinnen" darauf, dass das Glück zu ihnen kommen möge. Und die vielen Szenen, in denen ihre Träume mit der Realität kollidieren, gehen unter die Haut. Candela Peña und Micaela Nevárez geben ihren Figuren in jeder Szene Würde und Ausstrahlung und wurden dafür mit einem Goya belohnt. Selbst die Figuren in kleinen Nebenrollen sind komplexe Persönlichkeiten. PRINCESAS ist ein kleiner, eindringlicher, packender Film, der ganz nebenbei an Werte wie Solidarität, Freundschaft und Menschlichkeit appelliert."

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