| Regie | Daniel Acht |
| Ali Eckert | |
| Kinostart | 06.09.2007 |
Mathias Raabe berichtet von der Premiere.
Flickschusterei ist VIDEO KINGS für Alexandra Seitz. "Die Handlung, wenn man das statthabende Chaos denn so nennen will, ist mit der glühenden Nadel aus Situationen zusammengeflickt, die dem Fundus des Boulevardtheaters entstammen. Die tiefer gelegten Witze sind so infantil wie der Humor insgesamt grotesk. Und die Entschlossenheit, mit der Acht und Eckert immer den nächstliegenden und albernsten Gag ins Visier nehmen, kann einen das Fürchten lehren. Doch natürlich liegt genau in dieser krawallösen Wildheit am Ende die Qualität des Films."
Was ist drin in der Packung mit der Aufschrift "Trash-Komödie", fragt Ronald Düker. "Irrungen und Wirrungen - abgefilmt in einem Set, das eher an die Kulisse einer Vorabendsitcom erinnert als eine real existierende Videothek. Und dann wird, weils nicht zuletzt um Milieustudien geht, natürlich auch da und dort, und zwar ganz schlecht, berlinert. Das also soll Punkrock sein? Wohl eher eine maue Komödie mit matten Gags, fernsehbekannten Mimen und einem Plot nach Schema F, der amouröse Verwicklungen konstruiert, um sie zum Zwecke einer höchst konventionellen Paarfindung am Ende hübsch aufzulösen. Nun gut. Sie nennen es Trash - ich nenne es Mist."
Thomas Volkmann hat sich nicht von der Werbetrommel einlullen lassen. "Inwieweit die hier verabreichte launige Aneinanderreihung einfach strukturierter Witze und milieuspezifischer Klischees auch beim Publikum auf fruchtbaren Boden fallen, das freilich ist eine andere Sache. Sinnfreiheit, neue Maßstäbe in Sachen Geschmacklosigkeit und die Einführung eines neuen Proletenduos jedenfalls entstanden bei vollem Bewusstsein der Mitwirkenden und insgesamt auch mit wenig Geld. Dies erklärt auch, warum im Vorfeld über das Internet und bei Live-Aktionen in diversen deutschen Städten bereits kräftig die Werbetrommel für diesen mit reichlich handgemachter Rockmusik versehenen Film gerührt wird."
Für Rochus Wolff stürzt der Film gewaltig ab: "Die Dialoge sind eher hölzern und vor allem nicht witzig, und die ganze erste Hälfte des Films besteht aus eher wirr hintereinander gesetzten Szenen, die offensichtlich dazu dienen sollen, das Personal des Films zu positionieren. ... Erst in der zweiten Hälfte, nachdem der Film seine Themen und Personen etabliert hat, wird zumindest teilweise ein Schuh daraus, kommt es zu hübsch absurden und genüsslich ausgekosteten Momenten von Situationskomik, bis im großen Finale alle Stränge aufgegriffen und nur teilweise ganz vorhersehbar aufgelöst werden – erst ganz zum Schluss lässt der Film ganz locker alle Klischees links liegen und geht einfach direkt zum Happy End über."
Vom subtilen Witz und den geschliffenen Dialogen einer Screwball Comedy hat Joachim Kurz wenig gespürt, "zu häufig überwiegt der gröbere Humor, der sich gerne mal um die Themen schlechte Frisuren, Sex, Saufen und Filme, Filme, Filme dreht. ... Der Film und seine zweifellos engagierten Macher sind angetreten um zu beweisen, dass man nicht automatisch viel Geld benötigt, um einen guten Film zu machen. Allerdings reift mit zunehmender Dauer des Streifens auch die Erkenntnis, dass ein begrenztes Budget im Umkehrschluss nicht zwangsläufig zu einem guten Endergebnis führt, sondern manchmal eben nur zu haarsträubendem Klamauk, der in seinen besseren Momenten immerhin einige unerwartete Lacher bereit hält."
Josef Lederle hat nicht mehr als eine haarsträubende Kaskade banaler Nichtigkeiten wahrgenommen. "Statt filmischer Zitate oder Gesten dominieren der Hang zum Kalauer und die pure Freude am filmischen Effekt, was beim Score mitunter zu interessanten Ergebnissen führt, wenn triste Alltagsmomente durch entsprechende Soundmagie auf Hollywood-Level gehoben werden. Der Rest ist ungeschminktes Proletentum, das in den schillerndsten Farben ausgebreitet wird."