Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

ALLE ALLE

ALLE ALLE

Regie Pepe Planitzer
Kinostart 10.07.2008

Kritiken • ALLE ALLE

14. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • Junge Welt

Sehenswert ist allein schon der Anfang, lobt Peer Schmitt. "ALLE ALLE ist ein ziemlich elliptischer Film, der diverse Motive und Witze aufnimmt, sie sofort wieder für etwas anderes liegenläßt, um vielleicht nocheinmal darauf zurückzukommen. Die Stärke liegt in den einzelnen Episoden. ... Gelungen sind nicht nur die vielen komischen Szenen. Auch die Vorsicht und die Melancholie in der Liebe zwischen den Ruinierten. Angespannte Müdigkeit und Schüchternheit werden selten gezeigt im deutschen Kino. Und so wie Gruber in einer Szene Peschel einfach bei der Hand nimmt, weil der nicht so recht weiß, wohin mit seinen Händen, sogar sehr selten. Auch die Melancholie ist nicht unberechtigt. Es gibt einige todernste Motive in dem Film. Das wichtigste: eine aus Alkoholismus und Arbeitslosigkeit genährte Gewalt gegen Frauen."

10. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann sah einen Märchenfilm, in einem Land, in einer Zeit, in der es scheinbar keine Märchen gibt. "Es ist eine prekäre Balance, die der in Brandenburg lebende Regisseur Pepe Planitzer in seinem zweiten Spielfilm wagt. Eine Balance zwischen Klischee und Betroffenheit, garniert mit Ruinenromantik. Da schlagen die Männer ihre Frauen, die ABMStellen werden knapp, Bankbeamte verweigern den letzten Kredit, und trotzdem wird morgens am See geangelt und wenn die Vögel zu singen anheben, stiehlt sich ein Lächeln auf Hagens sonst leeres Gesicht."

10. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • Neues Deutschland

ALLE ALLE, das ist für Caroline M. Buck "mal poetisch-surreale Kleinkunst in einer von Deutschlands schönsten (und menschenleersten) Landschaften, mal ganz naturalistisches Sozialdrama. Peschel, der schon in Robert Thalheims »Netto« einen Wendeverlierer spielte, der noch im hartgesottensten Wessi Beschützerinstinkte auslöste – hier wie dort unter Rückstellung seiner Gage –, trägt als Domühl besonders schwer an den Altlasten der Vergangenheit. Die blühend scheinenden Landschaften, die sein Vater ihm neben der maroden Firma hinterließ, waren einst sowjetisches Militärgelände und sind in Wahrheit toxisch verseucht und damit weder nutz- noch verkaufbar."

10. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • Der Freitag

Auf den ersten Blick ist Planitzers Film eine krude Mischung aus Skurrilität und Realismus, schreibt Barbara Schweizerhof. "Auf den zweiten Blick jedoch entdeckt man genau darin eine ganz eigene Poesie: Samt der Landschaft sind die Protagonisten so genannte Wendeverlierer, Hartz IV- und Globalisierungsopfer. ALLE ALLE, das ist ihre Bilanz: Sie haben nichts mehr. Doch wenn es heißt, dass Freiheit nur ein anderes Wort dafür ist, nichts mehr verlieren zu können, gilt eben auch die Umkehrung. Und so gibt der Film seinen Helden ihre volle Würde zurück, weil er sie, inmitten der verlassen Landschaft, frei wie nie erscheinen lässt."

06. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • br-online.de

Laut Kirsten Liese inszeniert der Regisseur mit psychologischem Gespür, Situationskomik und Poesie. "Getragen wird dieses weitgehend sehr leise, tragikomische, bizarre Kammerspiel von erstklassigen Schauspielern, die glaubwürdig und authentisch Menschen verkörpern, die trotz besten Vorsätzen nur schwerlich ihrem Teufelskreis entkommen. Die Tristesse in einer von hoher Arbeitslosigkeit und Stadtflucht bestimmten Region am Rande Berlins kontrastiert dabei stark mit idyllischen Landstrichen, einsamen Seen und Feldern, wippenden Baumkronen, zwitschernden Vögeln und rauschenden Blättern im Wind - ganz im Stil der neuen Berliner Schule."

04. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • kino-zeit.de

"Obwohl alles so hoffnungslos, so unglaublich melancholisch und ganz und gar ausweglos erscheint, gibt es immer noch eine Spur von Solidarität und einen Rest von Zärtlichkeit zurück inmitten eines Ozeans aus Resignation und Lebensmüdigkeit.", entdeckt Joachim Kurz. "Mit minimalem (auch finanziellem) Aufwand, aber viel Herzblut gedreht, ist ALLE ALLE ein guter Beweis dafür, dass große Filme nicht notwendigerweise auch ein großes Budget benötigen – eine bewegende Geschichte, hervorragende Schauspieler und ein Regisseur mit viel Gespür für Atmosphäre und Zwischentöne reichen dazu vollkommen aus."

03. Juli 2008 | ALLE ALLE • Kritik • film-dienst 14/2008

Das ist noch alles voller Leben, schreibt Felicitas Kleiner. "Rauschende Blätter, zwitschernde Vögel, Grillengezirp und dazwischen ein wohl dosiert eingesetztes, melancholisches Gitarrenthema geben den akustischen Rahmen des stillen, langsam inszenierten, aber umso mitreißenderen Films ab, der sein Sujet mit feinem Humor und großer Liebe zu den beschädigten Protagonisten angeht. Die Bilder der flachen Landschaft, die immer wieder in lang gehaltenen, weiten Totalen die Handlung "erden", vermitteln dabei nicht nur den Eindruck der Strukturschwäche dieser Region. Die Kamera sowie die Soundgestaltung lenken vielmehr die Aufmerksamkeit immer auch auf die Naturschönheiten des "Wilden Ostens"."

17. April 2007 | ALLE ALLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Verena Friederike Hasel schreibt über Pepe Planitzer.

13. Februar 2007 | ALLE ALLE • Kritik • festivalblog.de

Laut Steffen Wagner ist es dem Regisseur gelungen, ohne jede Effekte den Schauspielern Raum für eine manchmal bedrückend realistische Darstellung zu geben. "ALLE ALLE hat eine emotionale Tiefe, die den meisten Filme auch mit riesigem Aufwand nicht gelingt. Die verzweifelte Situation der Charaktere wirkt realistisch, obwohl sie fast absurd ist. Am Ende macht die Dramaturgie wieder eine Kurve zum Guten. Doch der Zuschauer spürt, dass diese Hoffnung trügerisch ist. Wenn nur noch die einander stützen, die schon am Boden liegen, ist das eine sehr wackelige Angelegenheit. Ein glückliches Leben ist möglich aber unwahrscheinlich."

07. Februar 2007 | ALLE ALLE • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,40312