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LETTERS FROM IWO JIMA

LETTERS FROM IWO JIMA

Regie Clint Eastwood
Kinostart 22.02.2007

Kritiken • LETTERS FROM IWO JIMA

23. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte erinnert sich bei LETTERS FROM IWO JIMA an die Tradition des pazifistischen Kinos. Der Film "predigt, jeder politischen Führung zu misstrauen, die einen Krieg befiehlt. Das emotionale Rückrat des Films ist ein spät entdeckter Berg nicht mehr abgeschickter Briefe der toten japanischen Soldaten an ihre Mütter. Das ist so einfach wie bezwingend und führt zurück zur humanistischen Rhetorik der großen pazifistischen Filmklassiker der zwanziger und dreißiger Jahre. Selbst einer Überorchestrierung mit selbst geschriebener Filmmusik, wie sie den Vorgängerfilm beschwerte, enthält sich der Regisseur."

22. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Berliner Zeitung

Als Höhepunkt des Kinos unserer Tage bezeichnet Bert Rebhandl den Film. "Das amerikanische Kino hat in den letzten Jahren wieder eine stärker patriotische Perspektive auf den Krieg eingenommen. Die Krise von Vietnam schien überwunden, der Zweite Weltkrieg wurde zu einer Modellsituation für die Opfer im Dienst der Freiheit. Dieser Siegergeschichte setzt Eastwood mit seinem zweiteiligen Werk eine Vision entgegen, die im Detail beinahe dokumentarisch nach zeitgenössischen Fotografien gestaltet ist, in ihrem großen Bogen aber die klassischen nationalen Erzählungen hinter sich lassen will."

21. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Die Tageszeitung

Überraschend zurückhaltend in seiner Darstellung des Krieges findet Dietmar Kammerer LETTERS FROM IWO JIMA. "Über weite Strecken entfaltet sich das Geschehen jedoch in den Höhlen, in denen die Soldaten gekauert zusammenhocken und die Luftangriffe über sich ergehen lassen, ohne genau zu wissen, wie viele Gegner sie da draußen eigentlich erwarten. Der Kriegsfilm als Kammerspiel. Natürlich kann Eastwood, trotz des Perspektivwechsels, letztlich nicht die ganze Wahrheit solch eines Ereignisses erzählen, auch nicht in der epischen Länge von 140 Minuten. Aber als Versuch kommen FLAGS OF OUR FATHERS und LETTERS FROM IWO JIMA diesem Vorhaben wohl so nahe wie kein anderes Filmprojekt zuvor."

18. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Der Film ist laut Martin Walder zum subversiven Requiem geworden. "Ein Kammerspiel ist entstanden, ein Endspiel, visuell trübe und düster, die Farben bis auf das Rot des Feuerscheins und des Bluts ausgewaschen. Wenn nach einer Dreiviertelstunde das Gemetzel losgeht, sind uns die unter Entbehrungen leidenden, unterlegenen Soldaten in ihrer Schickalsergebenheit vertraut geworden und ans Herz gewachsen. Respekt vor ihrem selbstzerstörerischen Ehrenkodex, der sie massenhaft Selbstmord begehen lässt, wird später dazukommen."

15. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • film-dienst 04/2007

Laut Jörg Gerle ist der Film in erster Linie als ein (weiterer) Dämpfer für das von Allmacht beseelte amerikanische Selbstverständnis gedacht. "Eastwood will die Verbündung des (amerikanischen) Zuschauers mit dem Feind, will die Erkenntnis evozieren, dass der Tod eines Gegners auch im Krieg einen Menschen auslöscht, eine Familie ins Unglück stürzt, eine Frau mit Kind daheim unversorgt zurücklässt. Eastwood gelingt dies – im Sinne Hollywoods – auf vorbildliche Weise. Außer für den bekannten Hauptdarsteller Ken Watanabe, der auch für ein westliches Publikum nicht weiter mit 'Leben' gefüllt werden muss, findet er für die 'Sympathieträger' eindrückliche Szenen aus ihrer Vergangenheit, um sie dem Zuschauer ans Herz wachsen zu lassen."

13. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Der Spiegel

Den bislang beeindruckendsten Film im Wettbewerbsprogramm der Berlinale sah Martin Wolff. "In oft blutigen Bildern führt Eastwood die selbstmörderische Logik von Ehre, Pflicht und Gehorsam vor, die die Soldaten daran hindert, sich einfach der amerikanischen Übermacht zu ergeben. In einer der bewegendsten Szenen liest ein japanischer Offizier seinen Untergebenen einen Brief vor, liebevolle Nachrichten aus der Heimat, die eine Mutter ihrem Sohn im Felde geschrieben hat. Jeder der Japaner könnte so einen Brief erhalten haben - doch dieser hier wurde in Oklahoma aufgegeben, der Adressat ist ein Feind, ein Amerikaner und seit ein paar Minuten tot. Spätestens an dieser Stelle verwandelt sich Eastwoods Kriegsspektakel in eine menschliche Tragödie."

12. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Die Tageszeitung

Bert Rebhandl schätzt das Selbstbewußtsein des Regisseurs. "Eastwood ergänzt die Perspektive des Generals im Film durch die eines einfachen Soldaten. Um diese beiden zentralen Figuren organisiert er ein ganzes Panorama des Kriegs, mit aufschlussreichen Rückblenden in die Vorkriegsgesellschaft und dem signifikant verschobenen ikonologischen Zentrum von FLAGS OF OUR FATHERS: Die amerikanische Flagge weht hier nur in einer Szene im Wind, und zwar als winziges Detail am Horizont, weil die japanischen Soldaten zu diesem Zeitpunkt schon so weit zurückgeworfen waren."

12. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Der Tagesspiegel

Andreas Conrad hat aufgeschrieben, was Clint Eastwood über seine Begegnung mit Kurosawa, Hörgeräte, den Irak-Krieg und seine beiden Filme über den Fall von Iwo Jima gesagt hat.

12. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Der Tagesspiegel

Es sind gebrochene Heldenfiguren, die Eastwood in seinem düster getönten Schlachtengemälde auferstehen lässt, schreibt Kai Müller. "Obwohl auch LETTERS FROM IWO JIMA vom Gewaltspektakel fallender Bombenteppiche, dem Horror abgetrennter Gliedmaßen und dem pfeifend-zischenden Getöse der Geschosse erfasst wird, liegt über den meisten Szenen ein zarter Zauber. Eastwood interessiert sich für das innere Drama der Niederlage. Er schaut den Japanern in ihrem nachtschattigen Höhlendasein ganz unsentimental dabei zu, ihre menschliche Seite zu entdecken. ... Es gehört zu den beeindruckendsten Momenten in LETTERS, zu beobachten, wie dieses kollektive Harakiri von ideologischen Wahnvorstellungen erzwungen, wie ein kulturelles Überlegenheitsgefühl zum Terrorinstrument wider die eigenen Leute wird."

11. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • festivalblog.de

Aufklärung und Debatte haben beide Filme bewirkt, behauptet Christian Westheide. "Diese zwei Filme ist nicht weniger als der Bruch mit einem patriotischen Mythos von Siegern und Helden auf der einen (FLAGS OF OUR FATHERS) und brutalen, Kamikaze-Japanern auf der anderen Seite (LETTERS FROM IWO JIMA). Die Filme brechen auch die Gesetzte des Genres "Kriegsfilm", das eigentlich immer nur funktionierte, weil die einen die Guten und die anderen die ganzganz Bösen waren und der sich mit solch einer Darstellung der Gegner nicht selten zum Helfer einer staatlichen Kriegspropaganda machte."

07. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

06. Februar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • arte.tv

Datenblatt des Films.

16. Januar 2007 | LETTERS FROM IWO JIMA • Kritik • Der Tagesspiegel

Matthias B. Krause lobt das Zwillingsstück: "Kein Action-Thriller und kein kriegstrunkener Streifen, vielmehr fast poetisch und wohltuend klar in seiner Struktur. Anders als in FLAGS steht hier die Kriegshandlung im Vordergrund, in Rückblenden werden die Familiengeschichten der Protagonisten gezeigt. ... Doch Eastwood hat mehr zu bieten, als die banale Erkenntnis, das Krieg inhuman, grausam und sinnlos ist. Er gibt den japanischen Soldaten Gesichter, Geschichten und Würde. Das ist in den USA ein Wagnis. Dort werden Japaner in Filmen über den Zweiten Weltkrieg immer noch als blutrünstige, das Leben verachtende Selbstmordattentäter dargestellt. Doch Eastwoods Film erzeugt bei den amerikanischen Zuschauern Tränen des Mitgefühls für die japanischen Soldaten."

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