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THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD

THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD

Regie Guy Maddin
Kinostart 07.12.2006

Kritiken • THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD

07. Dezember 2006 | THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD • Kritik • Berliner Zeitung

Jan Brachmann behauptet, der Regisseur habe für alle Menschen, die ihre anti-amerikanischen Vorurteile boshaft, klug und lustig bestätigt haben möchten, einen Film gemacht. "Unterhaltsam ist das trotzdem. Bei den Dialogen hat man Mühe, vom Grinsen über eine Pointe zu entspannen, bevor die nächste zündet. Und wie Isabella Rossellini - nie sah sie ihrer Mutter Ingrid Bergman ähnlicher als in diesem tollen Knisterfilmimitat - auf gläsernen Beinen, mit Bier gefüllt, tanzt, das muss man gesehen haben. Es ist eine moderne Variante jenes biblischen Koloss' auf tönernen Füßen, den ein kleiner Stein zum Einsturz bringt."

07. Dezember 2006 | THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD • Kritik • Die Tageszeitung

So zart und rührend, so grotesk und grausam kann Kino sein, findet Birgit Glombitza. "Ein Studiouniversum, bevölkert von unheilbaren Ignoranten, Schwersttraumatisierten und Familienkriegsversehrten. Gedreht auf Super 8, in körnigem Silber und Blaugrau, mit gelegentlichen Einfärbungen und einer vergleichsweise quietschbunten Beerdigungsszene. Tod, Schmerz und Verlust sind natürlich das Größte in dieser nicht nur parodistischen Auseinandersetzung mit den frühen Weepies der 30er-Jahre, mit ihren lustvoll hysterischen Arrangements und ihrem virtuosen Weltschmerz, der beim aberwitzigen Musik-Wettbewerb auf die Spitze getrieben wird."

07. Dezember 2006 | THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD • Kritik • Der Tagesspiegel

Ziemlich lustig findet Sebastian Handke den Film. "Maddins Filme wollen psychologisch genau sein und zugleich surreal: Märchen und Melodram mischen sich zu schimmernden, schwarz-weißen Filmtraumwelten, als seien sie zu Zeiten des expressionistischen Stummfilms entstanden. ... Die Zutaten dieses verwegenen Films hätten zu einem prätentiösen Schlamassel führen können. Guy Maddin aber entspinnt daraus mit leichter Hand ein verspieltes, ironisches Melodram und ein unterhaltsames Musical voll dunklen Humors und absurder Einfälle. Am Ende vergeht der Traum in einem großen Feuerzauber – und einer der kuriosen Helden geht darin standesgemäß unter: singend und mit Haut und Haaren."

07. Dezember 2006 | THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Endlich wird Kanadas Filmkünstler Guy Maddin entdeckt, freut sich Daniel Kothenschulte. "Guy Maddin erzählt seine surrealen, rauschhaft betörenden, aber durchaus verstörenden Geschichten im einzigen Stil der ihnen angemessen erscheint. Er entstammt einer Zeit, als man es nicht müde wurde, den Reiz des Kinos mit dem von Träumen zu vergleichen. Kein Filmstar wäre einer solchen cinephilen Zeitreise angemessener als Isabella Rossellini. Längst spielt sie offensiv mit dem Fluch ihrer Schönheit, der darin besteht, ihrer Mutter Ingrid Bergman so ähnlich zu sehen. ... Bis zum Rand ist dieser Film gefüllt mit Filmgeschichte, aber man kann ihn ebenso gut verstehen, ohne irgend eines dieser Zitate zu verstehen; so fließend ist dieses Traumstück gearbeitet."

05. Dezember 2006 | THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD • Kritik • film-dienst 25/2006

Ulrich Kriest hat es entdeckt: THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD ist "formal ein früher Tonfilm, inhaltlich eine brillante Mischung aus den düsteren, schwarz-romantischen Szenarien eines Tod Browning und den Musicals eines Busby Berkeley. ... Originell, irrwitzig, absurd, voller abseitiger und bisweilen auch recht gegenwärtiger Obszönitäten, Screwball-Sprachwitz und politischer Untertöne ist dieser vor Ideen schier platzende Ausflug in die Untiefen der Filmgeschichte für Maddins Verhältnisse ungemein unterhaltsam und auch zugänglich."

04. Dezember 2006 | THE SADDEST MUSIC IN THE WORLD • Kritik • br-online.de

Laut Heidi Reutter arbeitet der Regisseur einmal mehr mit einer eigenen, surrealen Bildsprache. "Die Menschen in seinem aberwitzigen filmischen Kosmos haben ein Stück weit ihre Menschlichkeit verloren und agieren wie Marionetten; bisweilen scheint es, als wären sie ferngesteuert. Die Ästhetik des Stummfilms lässt grüßen. Es soll immer mehr Menschen geben, die den Experimentalfilm für sich entdecken, und Guy Maddin erweist sich auf diesem vielschichtig verspielten Terrain als ein routinierter, anerkannter Regisseur. Filmfreunde, denen es weniger um den experimentellen Ausdruck und die Form, sondern mehr um eine nachvollziehbare Geschichte geht, dürften an diesem filmischen Kunststück weniger Freude haben. Kunst ist nicht alles."

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