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GOYAS GEISTER

GOYAS GEISTER

Regie Milos Forman
Kinostart 23.11.2006

Kritiken • GOYAS GEISTER

25. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Der Spiegel

Statt der genialischen Künstlerfigur Goya zeigt der Regisseur bloß einen routinierten Pinselschwinger, kritisiert Birgit Glombitza. "Und der Schauspieler Stellan Skarsgård addiert nur wenig hinzu, wenn er Goya mit nordeuropäischer Zurückhaltung und leiser Eigenbrötlerei ausstattet. Eine darstellerische Skizze, in der sich alles und nichts hineinprojizieren lässt. ... Kunst, Politik, Leiden und Liebe. Von allem ein bisschen. Das ist denn doch zuwenig um das historische Gleichnis vom gleichbleibenden Terror unter wechselnden Regimen abzugeben, das Milos Forman vorgeschwebt haben mag."

23. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Die Tageszeitung

Anke Leweke ist nicht begeistert. "Der Stoff ist hinreichend komplex, um einen Bezug zu unserer Gegenwart herzustellen, die Historie aus den Fesseln der abgeschlossenen Erzählung zu befreien. Doch zur indifferenten Haltung gesellt sich ein aufdringlicher Naturalismus, der sich letztlich nur selbst gefallen will und den Bildern jegliche Aktualität und Lebendigkeit nimmt. Man bekommt es hier mit jener Form des Kostümspektakels zu tun, die bewusst auf einer ungeschönten, realistischen Darstellung beharrt und dabei doch seltsame keimfreie Filme zum Vorschein bringt."

23. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein Gespräch mit Regisseur Milos Forman über seinen neuen Film GOYAS GEISTER führt Sebastian Handke.

23. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Es ist die Zeit, die Forman interessiert, meint Christina Tilmann. "Jene finstere Zeit, in der die Henker mit ihren Opfern zu Tisch sitzen oder sie kurz mal vergewaltigen. Forman interessieren Charaktere, die solche charakterverbiegenden Zeiten überstehen: Wendehälse, Anpasser und Machtmenschen. Pater Lorenzo ist so ein Mensch, der der Inquisition dient und sie dann verrät, nach Frankreich flieht und als Napoleons Minister zurückkehrt. Ein Idealist, auf seine Art, einer, der sich selbst immer davon überzeugen kann, dass er der richtigen Sache dient. Solche sind die Gefährlichsten. Der Tscheche Forman, der seinen Teil an verbrecherischer Weltgeschichte erfahren hat, weiß, wovon er spricht."

23. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Michael Kohler packt der Regisseur vier Filme in einen und serviert uns doch nur geschmäcklerisches Grauen. "Wenn nicht alles täuscht, hat sich Milos Forman den biografischen Film als ständigen Alterssitz gewählt. Nach Mozart, Larry Flynt und Andy Kaufman ist jetzt Francisco Goya an der Reihe, aus dessen Bilderkanon sich Forman ebenso dankbar wie ungeniert bedient. Ansonsten ist Goya mehr Zaungast als Akteur im eigenen Film, was natürlich mit seiner Profession zusammen hängt, aber auch mit einem hoffnungslos überladenen Drehbuch. Es geht nicht nur um das Drama des Künstlers, der unter dem Chronistendasein leidet und den Lauf der Dinge doch nicht ändern kann, nicht nur um die Opfer der Inquisition, es wird auch eine Komödie des Opportunismus gespielt und eine Allegorie auf die Wiederkehr religiöser Ansprüche in aufgeklärten Zeiten."

23. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • film-dienst 24/2006

Jörg Gerle entdeckt das Problem des Films: Er interessiert sich nicht für seine Hauptperson. "Selbst dezidierte Nebenrollen wie die des Inquisitors und von König Karl IV. hinterlassen einen bleibenderen Eindruck als die blasse Titelfigur. Zudem wird nie klar, um welche Geister es dem Regisseur hier eigentlich geht; jene, die man auf Goyas späten Bildern findet, sowie jene im Prolog, die den Anstoß des Films geben sollen, sucht man im Film jedenfalls vergebens. Eigentlich müsste er überhaupt "Lorenzos Geister" heißen, schließlich ist es doch der Auf- und Abstieg des Mönchs, der thematisiert wird. Formal setzt sich Forman zwischen alle Stühle, indem er immer wieder zum epischen Erzählkino ausholt, um dann rasch wieder kurzatmig zu werden und in psychologisierendes Kammerspielkino zu verfallen."

23. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • br-online.de

Antje Harries ist etwas enttäuscht. "Milos Forman faszinierte die Figur des Künstlers als stiller Betrachter. Die Leistung von GOYAS GEISTER besteht eher darin, dass man wieder einmal die Geschichtsbücher rauszukramen möchte und Kataloge zu Goyas Werk durchstöbern, um einen wahrhaftigeren Eindruck von der Zeit zu gewinnen, in der Goyas wichtigste Arbeiten entstanden. Der Film illustriert diese grausame Zeit nur sehr operettenhaft und findet keine wirklich starke Geschichte. "

20. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Ralph Eue spricht mit Regisseur Milos Forman über Goya, Faktentreue und die Inquisition.

19. November 2006 | GOYAS GEISTER • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Einen bestechenden Historienfilm sah Pia Horlacher. "Zwar ist das Drehbuch (entstanden in Zusammenarbeit mit Jean-Claude Carrière) gelegentlich weitschweifig und die Kameraarbeit nicht unbedingt auf der Höhe einer kunstgeschichtlich kongenialen Bildgestaltung; zwar geht einigen Figuren im grossen epischen Erzähl-Atem manchmal die Luft aus (allerdings nicht dem spanischen Star Javier Bardem als tödlich kaltem Fanatiker-Priester Lorenzo), doch verblassen alle Einwände angesichts der geballten ideellen Spannung, mit der dieses historische Melodrama ganz unmittelbar auf die Gegenwart zielt."

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