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PAKT DES SCHWEIGENS

PAKT DES SCHWEIGENS

Regie Carlos Echeverria
Kinostart 09.11.2006

Kritiken • PAKT DES SCHWEIGENS

11. November 2006 | PAKT DES SCHWEIGENS • Kritik • Der Tagesspiegel

Beeindruckend nennt Kai Müller die Dokumentation. Aber der Film "kann das Rätsel nicht restlos lösen, obwohl in Zeugenaussagen durchklingt, dass Priebke kaum verheimlichte, an Partisanen-Erschießungen beteiligt gewesen zu sein. ... [Der Regisseur] findet Zeugen dafür, wie die Deutschen in der Diaspora sich mit dem Geschichtsbild der Neuankömmlinge arrangieren. Wobei Echeverría nicht nur historische Aufnahmen zusammenschneidet und private Fotos montiert, er versucht auch in nachgestellten Szenen das Klima der kulturellen Abschottung einzufangen. Man blickt mit den Augen eines Außenseiters ins Innere einer Emigrantengesellschaft, die sich ihrem Umfeld überlegen fühlt – und dem Urteil, das die Geschichte über sie gesprochen hat."

09. November 2006 | PAKT DES SCHWEIGENS • Kritik • Berliner Zeitung

Katja Lüthge faßt ihre Kritik wie folgt zusammen: "Die Super-8-Aufnahmen von Gegend und Festen, die Echeverria von Priebkes Sohn zur Verfügung gestellt wurden, und die Interviews gehören zu den starken Seiten des Films. Zusammen mit den Spielszenen und dem Archivmaterial, das etwa die Bergung der Leichen aus den Ardeatinischen Höhlen zeigt, kommt eine konsistente Filmsprache allerdings nicht zu Stande. Die Kohärenz wird allein durch den Kommentar des Regisseurs hergestellt, der für seinen Film umfassend recherchiert hat. Zwar ist diese Materialfülle löblich. Eine Konzentration auf das ungute Selbstverständnis der deutschen Gemeinde, das der "Verräter" Echeverria dokumentieren kann, wäre aber wahrscheinlich noch eindringlicher geraten."

09. November 2006 | PAKT DES SCHWEIGENS • Kritik • Neues Deutschland

Ralf Schenk findet die Umsetzung nicht gut. "Weil Echeverría seine Abscheu nicht nur verbal artikulieren wollte, griff er auf das Mittel des sogenannten "Reenactment" zurück, das heißt die historisch möglichst konkrete Nachstellung von vergangenen Ereignissen mit Hilfe von Spielszenen. ... Sobald Echeverría keine "echten" historischen Dokumente einzusetzen weiß, inszeniert er plakativ und weithin dilettantisch drauflos ... Alle diese Momente eint, dass sie vollkommen verzichtbar gewesen wären und den Film auf ein ästhetisches Abstellgleis führen. Warum sich Echeverría nicht mit dem originalen dokumentaren Material begnügt hat, zu dem unter anderem auch bisher nie gesehene Super-8-Filme aus dem Archiv von Priebkes Sohn gehören, bleibt sein Geheimnis."

07. November 2006 | PAKT DES SCHWEIGENS • Kritik • film-dienst 23/2006

Zu viel Persönliches bringt der Regisseur laut Hans Messias in den Film ein. "Das mag als dramaturgischer Kunstgriff gedacht sein, lenkt aber allzu sehr ab. So dramatisieren die nachgestellten Szenen aus der Kindheit des Regisseurs die Historie keineswegs, sondern bagatellisieren sie und signalisieren eine Betroffenheit, die im Grunde niemand interessiert. Ähnlich verhält es sich mit dem mitunter nahezu weinerlich eingesprochenen Off-Kommentar, der in der Enttäuschung des Autors gipfelt, dass ihm die ABC-Kollegen bei der Enttarnung des Verbrechers zuvor gekommen sind."

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