Inhalt • DER LETZTE ZUG
Kriegsjahr 1943. Die Nazis wollen Berlin endgültig "judenfrei" machen. Über 70.000 Juden wurden schon aus der Hauptstadt deportiert. Im April rollt vom Gleis 17, im Bahnhof Grunewald, ein Zug mit 688 Juden – zusammengepfercht in Viehwaggons – Richtung Auschwitz. Ob jung und alt, Akademiker, Künstler oder Boxer, das spielt hier keine Rolle mehr. Die Reise in den Tod dauert sechs Tage. Ein Kampf gegen unerträgliche Hitze, Durst und Hunger beginnt. In ihrer großen Verzweiflung versuchen einige aus der rollenden Gefängnishölle auszubrechen, darunter auch das Ehepaar Henry und Lea Neumann und die junge Ruth Zilberman. Doch die Zeit drängt - und Auschwitz rückt immer näher ...
Kritik • DER LETZTE ZUG • 09. November 2006 • Berliner Zeitung
Stephan Speicher erkennt das Problem des Films: "Mit allem was der Film tut - zweifellos in bester Absicht - zeigt er sich als Erfindung. Sechs Tage im Viehwaggon unterwegs, das haben Juden, die vom Balkan oder aus Bulgarien deportiert wurden, allerdings erlebt. Aber die sechs Tage werden von Vilsmaier nicht gebraucht, um die Steigerung der Ängste zu zeigen, den Vorschein der Gaskammern, sondern um ein Moment des Abenteuerfilms zu zeigen: die Flucht. ... Das ist die Erfindung, die Spannung aus dem Repertoire des Actionfilms saugen will. Ein zweiter Typ von Erfindungen hat die entgegengesetzte Funktion: Er möchte historische Gültigkeit und politisch-moralisches Gewicht verbürgen."