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NACH DER HOCHZEIT

NACH DER HOCHZEIT

Regie Susanne Bier
Kinostart 01.02.2007

Kritiken • NACH DER HOCHZEIT

06. Februar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • Der Spiegel

Emotionale Erschütterungen in der Beziehung der Geschlechter und Generationen sind das Spezialgebiet der dänischen Regisseurin, schreibt Peter Luley. "Wer allerdings auf neue Höhepunkte in der offenbar urdänischen Disziplin der entlarvenden Tischrede hofft, wird ein wenig enttäuscht sein - die skandalöse Intensität von Thomas Vinterbergs DAS FEST erreicht Susanne Bier hier - trotz einiger Dogma-Reminiszenzen wie Handkamera und extreme Nahaufnahmen - nicht. Die Tränen treibenden Wirren, durch die Bier ihre Figuren steuert, sind letztlich recht vorhersehbar."

02. Februar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Marli Feldvoss ist der Film unerbittlich. "Es geht hier keinesfalls um die erwartete Demontage der bürgerlichen Familie, sondern um ihre Aufrüstung, um den dringend nötigen Blutaustausch. Motor und Motiv der Filmerzählung unterstehen der Gefühlsmacht Liebe; das ist kein tragisches, sondern ein melodramatisches Szenario, das sich aus dem angerichteten Unheil herauszuwinden versteht, ohne eine Sekunde lang an Glaubwürdigkeit zu verlieren."

01. Februar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • Berliner Zeitung

Bemerkenswert ist dieser Film wegen der starken Leistung von Mads Mikkelsen, schreibt Jan Brachmann - "und wegen der Bildästhetik: Der Kameramann Morten Søborg hat jeder Szene ein eigenes Tempo gegeben, das dem psychischen Druck der Figuren entspricht. So wird, in Ruhe oder Panik, der Außenraum zum Resonanzkörper des Innenraums der Personen, die Kamera zum Trabanten der Seele. Und dass eine Regisseurin hier mit Jørgen den Typ des autoritären, aber liebevollen und fürsorglichen Über-Vaters verherrlicht, zeugt von einer Zeit, da das Pathos der Emanzipation immer mehr verpufft."

01. Februar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • Der Tagesspiegel

Das Seelengewitter erkundet laut Jan Schulz-Ojala den familiären Ausnahmezustand. "Nie machen sich die Figuren dieser Filme im vordergründigen Sinne schuldig. Ihnen widerfahren eher Schicksalsschläge im Sinne der altgriechischen Tragödie, und schon zappeln sie in einem faszinierenden Netz von Unausweichlichkeiten, woran die stets hoch gespannten Zuschauer ihre läuterungsorientierte Freude haben. ... Bis zur Halbzeit holt der Film mit Augenmaß und großartigem Timing das Äußerste aus seinem Plot heraus – als aufregende Psychostudie um die Dekonstruktion und schmerzhafte Rekonstruktion einer Patchworkfamilie."

01. Februar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Sascha Westphal hat folgendes entdeckt: "Und Bier und ihr treuer Co-Drehbuchautor Anders Thomas Jensen sind den Machern der Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen im Geiste weitaus näher als den großen Meistern der Literatur- und Kinogeschichte. Ihre Figuren sind nicht mehr als Holzschnitte, die zu einem kaum glaubwürdigen Leben erweckt werden. Mads Mikkelsen kann sich noch so sehr bemühen: Jacobs Ekel angesichts des Lebens in Europa und seine verlogene Selbstlosigkeit bleiben Klischees. Und auch Rolf Lassgård wird regelrecht erdrückt von der Last, die auf den Schultern seines Charakters liegt. Solche Figuren kennt man aus den Seifenopern zur Genüge, doch glauben deren Macher wenigstens nicht, einen kritischen Kommentar zum Stand der Dinge in der heutigen Welt abzugeben."

30. Januar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • film-dienst 03/2007

Ulrich Kriest ist begeistert: "Erneut nutzt das Team Bier/Jensen die großen Themen Zufall, Unfall, Krieg und Tod, um die Flexibilität der Institution Familie und die Ansprüche auf individuelle Sicherheit und Glücksansprüche zu erproben. Ob hinter den Schicksalsmächten eine ideologische Position oder nur eine zwar schwarz gewirkte, aber unverbindliche Spielfreude an Drehbuchmöglichkeiten steckt, lässt sich dabei nicht entscheiden; aber die Maschinerie der soziologischen und emotionalen Experimente funktioniert routiniert auf hohem Niveau."

29. Januar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • br-online.de

Hier sitzt jede Szene, lobt Margret Köhler. "Close-ups unterstreichen die packende Intimität der Erzählung, eröffnen eine schmerzhafte Nähe zu den psychologisch präzise gezeichneten Figuren, die sich in einem filigranen Netz plausibler Zufälle verfangen und über emotional dünnes Eis tanzen, in der trügerischen Hoffnung, dass es hält. NACH DER HOCHZEIT gehört zum Besten, was uns Zuschauern im Kinojahr 2007 passieren kann. weckt im freien Fall der Gefühle tiefste Empfindungen (Tränen inklusive) und lässt uns dennoch nicht in Tristesse versinken. Ein Triumph der leisen Zärtlichkeit. Europäisches Kino ganz groß."

26. Januar 2007 | NACH DER HOCHZEIT • Kritik • kulturzeit / 3sat

Spannend und anrührend nennt Heidi Spirk das Drama, "in dem jeder der Protagonisten irgendwann vor der Frage steht, was für ihn im Leben wirklich zählt. Dank eines straffen Drehbuchs und exzellenter Darsteller gelingt dem Film der Balanceakt, sowohl das Gefühl, als auch den Verstand anzusprechen, ohne in Kitsch abzugleiten. Das hat auch Hollywood entdeckt: NACH DER HOCHZEIT ist 2007 für den Oscar in der Kategorie Bester ausländischer Film nominiert."

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