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UNSER TÄGLICH BROT

UNSER TÄGLICH BROT

Regie Nikolaus Geyrhalter
Kinostart 18.01.2007

Kritiken • UNSER TÄGLICH BROT

26. Januar 2007 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • Der Freitag

Tilman Vogt beschäftigt sich mit der Dialektik der Ernährung in UNSER TÄGLICH BROT. "Die Kritik der Anonymisierung und Formalisierung des Arbeitsprozesses wird nicht grobschlächtig mit dem Holzhammer verfolgt. Wie als schaurige Parodie dokumentiert die einzige Szene, die an das gute alte individuelle Handwerk erinnert, das minutiöse Schleifen eines Messers. ... Der Dokumentarfilm Nikolaus Geyrhalters, der sich durch die Vermeidung wohlfeiler Moral auszeichnet, ohne dabei dumpf und zynisch zu werden, verfällt ganz am Ende des Films doch noch den Lockungen der Belehrung."

18. Januar 2007 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • Berliner Zeitung

Platte Schuldzuschreibung, ideologisch aufgeladene Empörung oder trockene Faktenanalyse betreibt diese filmische Meditation über die Produktionsbedingungen unseres Essens nicht, lobt Sabine Vogel. "Es gibt hier keine Kommentare, keine Zahlen, keine Statistiken, keine Interviews, nicht einmal eine musikalische Untermalung. Nichts wird erklärt, begründet, in Frage gestellt - es wird nur gezeigt. Das jedoch mit der ganzen Überwältigungsmacht detailscharfer Breitwandszenen und Bildeinstellungen."

18. Januar 2007 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • Die Tageszeitung

Unterkühlte Arrangements sah Stefan Reinecke. "Der Schock, den er auslöst, ist subtil. Zwar fließt auch Blut - aber der Schrecken hat weniger mit Blutfontänen zu tun, die uns stets an die sorgsam verdrängte Verletzlichkeit unseres Körpers erinnern. Es ist die kalte Rationalität dieser Abläufe, die frösteln macht. Geredet wird wenig. Kein Off-Kommentar nimmt uns an die Hand, hin und wieder kann man Arbeitern in ihrer Pause zuhören. UNSER TÄGLICH BROT klagt niemanden an."

18. Januar 2007 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • Die Tageszeitung

Stefan Reinecke spricht mit dem Regisseur, der seit diesem Film weniger Fleisch ist.

16. Januar 2007 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • film-dienst 02/2007

Ulrich Kriest lobt, dass sich der Zuschauer zunächst einmal ein Bild von den Dingen machen kann. "Der Zuschauer erhält ausreichend Zeit, sich in den unterschiedlichen Räumen zu orientieren. Manches mag vertraut erscheinen, manches kann in Erstaunen versetzen oder instinktiven Widerwillen produzieren. Je länger man jedoch Zeit bekommt, sich in den ungewöhnlichen Rhythmus des Films zu finden, desto irritierender, komplexer und geheimnisvoller werden Geyrhalters Bilderwelten. Der auf der Tonspur des Films ausgesprägte Unterschied zwischen Innen- und Außenräumen verleiht dem Film einen irritierenden Science-Fiction-Touch, der auch damit zu tun hat, dass Arbeitsprozesse nur teilweise und unvollständig präsentiert werden."

15. Januar 2007 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • br-online.de

Für etwas zarter besaitete Zuschauer dürfte der Film laut Thilo Wydra kaum zumutbar sein. "Die Qualität dieses Dokumentarfilms liegt neben seiner totalen asketischen Reduktion in Form und Stil denn auch in der präzisen Veranschaulichung unseres komplett verindustrialisierten Nahrungssystems, das durch eine ökonomisch rationelle und durchkalkulierte High-Tech-Landwirtschaft bedient wird. Hier zählen nur Quantität und Profit. Tier- und Pflanzenleben gelten in diesem mechanisierten Industrie-System nichts mehr. Das unangenehm-beklemmende und auch ganz persönliche, eigentlich moralische Moment für den Zuschauer ist dabei, dass er genau dieses unumkehrbare, auch ökologisch destruktive System durch seinen eigenen Verzehr, seinen privaten Konsum selbst mit bedient und somit bedingt. Eine ungemein fatale Erkenntnis."

28. Dezember 2006 | UNSER TÄGLICH BROT • Kritik • Aus der Begründung der evangelischen Jury zum "Film des Monats"

"Der Verzicht auf Kommentar und Interview ebenso wie die streng komponierten Einstellungen schaffen Raum für eigene Assoziationen und Gedanken. Die Bitte des Vaterunsers, "Unser täglich Brot gib uns heute", die der Filmtitel aufnimmt, wird neu gesehen und visuell kommentiert. Während die Bitte um das tägliche Brot Nahrung als Gabe versteht, zeigt der Film eine Industrie, die Tiere und Pflanzen nur als Rohstoff, als reines Material kennt."

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