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DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND

DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND

Regie Kevin Macdonald
Kinostart 15.03.2007

Kritiken • DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Stefan Ehlert hat sich an dem Film eine "erbitterte Debatte entzündet über das wahre Ausmaß des Schreckens unter Idi Amin. Forest Whitaker spielt einen teuflischen Mann mit zwei Gesichtern. Bodenständig, volksnah, kumpelhaft ist die eine Seite. Dümmlich, skrupellos und dem Wahnsinn verfallen wirkt der andere Amin. Bis zum Gang und dem Akzent hin habe sich Whitaker dem Vorbild angenähert, sagen ältere Zeitzeugen voll des Lobes über den Schauspieler. Denn der Streit dreht sich nicht um die künstlerische Interpretation der Vergangenheit, es geht um die historischen Tatsachen. Diese seien doch gar nicht wirklich bekannt, behauptet nun etwa Amins Sohn Jaffar."

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Die Tageszeitung

Harald Fricke lobt den großen Auftritt von Forest Whitaker, kritisiert aber das Drehbuch, das einiges zu wünschen übrig lässt. "Tatsächlich nimmt DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND kaum ernst, dass Amins Schreckensherrschaft ein Spiegel ideologischer, nationalistischer und territorialer Konflikte war. Und Garrigan? Wird am Ende tiefe Folternarben zurückbehalten, als Andenken aus Afrika. Verstanden hat er nichts, gelernt nur das Nötigste. Oder wie es ein britischer Geheimdienstler einmal sagt: "Wenn der afrikanische Mann etwas besitzt, dann ist es eine feste Hand." Diese Erkenntnis ist für einen Film über das postkoloniale Erbe zu wenig."

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Der Tagesspiegel

"Das große Morden zeigt Kevin Macdonald nicht; ihn interessiert vielmehr der Widerschein des Bösen im launischen Auftreten eines selbsternannten Übervaters, der seine Landeskinder an die fette Brust drückt, um sie im nächsten Augenblick den Krokodilen zum Fraß vorzuwerfen.", schreibt Jan Schulz-Ojala. "Verständlich, dass der Film, der mit furiosem Schwung anhebt, trotz vieler unterhaltsam gebauter Tableaus bald dramaturgisch stecken bleibt. Über die Diagnose des Kontrasts hinaus – hier der sich immer tiefer verstrickende Dummkopf, dort das instinktsichere Monster, das seines Spielzeugs jederzeit müde werden kann – bietet DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND in der Summe bestürzend wenig Gedankenmaterial."

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Forest Whitaker spielt die Rolle seines Lebens, meint Elke Eich. Die Kritikerin porträtiert den Schauspieler.

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Subtil nennt Susanne Ostwald das Porträt des ugandischen Diktators. "Eine Welle der Sympathie hatte den charismatischen Mann mit der jovialen Art an die Macht getragen, und so wird Amin auch im Film nicht als eindimensionales Monstrum dargestellt, sondern als ein Mann, dessen quecksilbriges Temperament von einem Moment auf den anderen umschlagen kann und zwischen Leutseligkeit und Brutalität, Charme und Psychose changiert. Forest Whitaker personifiziert diesen unberechenbaren Charakter beängstigend überzeugend. Der Schauspieler agiert äusserst alert und verleiht seiner Figur eine beinahe unerträgliche Ambivalenz, die den Aufstieg und Werdegang Amins als fatale Zwangsläufigkeit erscheinen lässt - ebenso wie seinen Untergang."

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Die Zeit

Jörg Lau beschreibt die schauspielerische Größe Forest Whitakers mit einem alten deutschen Wort, "das außer Kurs ist: Er spielt den Massenmörder Idi Amin mit einer Leutseligkeit, die einem kalte Schauder über den Rücken jagt. ... Doch etwas stimmt nicht mit diesem Politthriller, und dafür können die großartigen Schauspieler nichts. Der Film muss zu viel weglassen, weil er aus dem Horror Ugandas ein genießbares Psychodrama um die Korruption durch absolute Macht strickt. ... McDonalds Film traut sich an das Herz der ugandischen Finsternis nicht heran. Er ist zu sehr mit dem Drama eines naiven jungen Mannes beschäftigt, der sich mit dem Teufel einlässt und am Ende dafür büßen muss."

15. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Der Spiegel

Laut Marianne Wellershoff brilliert der Regisseur mit einem Porträt des Machtmenschen zwischen Wahnsinn und Glamour, Charme und Sadismus. Forest Whitakter "zeigt den Diktator als die schillernde Figur, die er tatsächlich war: dumm und gerissen zugleich, humorvoll und eiskalt, idealistisch, narzisstisch, paranoid und gnadenlos grausam. ... Wie Whitaker die unberechenbaren Stimmungsumschwünge von Amin spielt, wie aus einem Lächeln Hass wird, aus Wut ein Lächeln oder wie aus einem undurchschaubaren Gesicht plötzlich ein lautes Lachen dröhnt, das ist wirklich atemberaubend und hat unbedingt den Oscar verdient."

14. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl stellt einige Fragen an den Westen. Viele Filme Hollywoods über Afrika "richten sich in erster Linie an ein westliches Publikum. Daraus resultieren einige Schwierigkeiten, die sich am Beispiel von DER LETZTE KöNIG VON SCHOTTLAND sehr schön erkennen lassen. Denn es macht doch einen großen Unterschied, ob sich die Opfer der Schreckensherrschaft selbst ein Bild von den Zuständen machen, oder ob die westliche Mediengesellschaft, die ebenso fasziniert wie gelähmt lange Jahre auf Idi Amin gestarrt hatte, nun noch einen Blick hinter die Kulissen und in das Schafzimmer wirft."

14. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Die Tageszeitung

Marc Engelhardt berichtet von den Dreharbeiten in Uganda.

14. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Erfahrungsgemäß sind historische Biopics um so glaubwürdiger, je deutlicher sie sich zum fiktiven Anteil bekennen, schreibt Daniel Kothenschulte. "Die besondere Qualität von Kevin Macdonalds Regie besteht darin, wie souverän sie mit veristischen und irrealen Momenten jongliert. Der große Forest Whitaker ist dem überlieferten Bild Idi Amins so nahe, dass es erschreckt. So enthalten die Szenen mit ihm stets ein realistisches Moment, um das herum sich fast spielerisch arbeiten lässt. ... Die hervorragende Kameraarbeit stammt von Anthony Dod Mantle, der Lars von Triers letzte Filme fotografierte. Nur sehr langsam verfinstert sich das Bild, dann jedoch wird ein Delirium daraus, ein Fiebertraum."

13. März 2007 | DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND • Kritik • film-dienst 06/2007

Bereits in den ersten Einstellungen wurde für Jörg Gerle deutlich, "dass die Figur des Diktators den Film trägt und im Vergleich zu ihm alle anderen Charaktere höchstens den Status von Spielbällen erlangen. ... Sämtliche Schattierungen eines manisch-depressiven Wahnsinnigen spiegeln sich auf eindrückliche Weise im Spiel Forest Whitakers, der das Wunder vollbringt, dass man Augenblicke der Sympathie für den Teufel Amin empfindet. ... Dank Whitakers Darstellung wird aus dem Film ein veritabler Psycho-Thriller, der der düsteren Erinnerung an das Schreckensregime Idi Amins ein ebenso würdiges wie verstörendes Denkmal setzt."

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