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STILL LIFE

STILL LIFE

Regie Jia Zhangke
Kinostart 04.10.2007

Kritiken • STILL LIFE

05. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Der Freitag

Für Gerhard Midding handelt der Film von dem was übrig bleibt. "Er macht eine Verlustrechnung auf. Die Kamera verharrt lange in der vorbehaltlichen Lebenswelt der Figuren, liebevoll erkundet sie die kargen Interieurs, in denen sie ihr Dasein fristen. Mit wenigen Worten und lakonischen Gesten, führt Jia vor, wie auch hier noch Gemeinschaft entstehen kann. ... Dieses Schillern hat sich in den Rhythmus der Bilder übertragen. Im Wechsel von Totalen und Nahaufnahmen gehen das Große und das Kleine eine mulmige Koexistenz ein. Regelmäßig öffnet sich der Blick für Panoramen, deren Komposition an Urlaubsfotos erinnert, auf denen die Personen nicht in, sondern vor einer Landschaft posieren. Die Umgebung ist eine Kulisse, in der sie fremd und verloren sind. Niemand wird hier jemals mehr verwurzelt sein."

04. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal ist der Film Dinggedicht, Chronik und Archiv zugleich. "Mit äußerster Sorgfalt, mehr noch: Mit tiefer Liebe werden immer wieder all diese Spuren gelebten Lebens und die verschiedenen zivilisatorischen Schichten gefilmt, in dokumentarischen Bildern. Mit großer Ruhe, in langen Einstellungen wird auch immer wieder auf die Stadt Fengjie geblickt: auf die alten, bald schon in den Fluten versinkenden Viertel ebenso wie auf die neuen, die über der letzten Staustufe errichteten "Ersatz"-Bauten."

04. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Die Tageszeitung

Einen Film der unterschiedlichen Rhythmen und Zeitläufe sah Dietmar Kammerer. "Dem Gigantismus des Jahrhundertvorhabens setzt Regisseur und Drehbuchautor Jia Zhangke ohne Sentimentalität, aber mit einer Riesenportion Empathie die Perspektive derjenigen entgegen, die im Alltag und in ihren Lebensläufen die Konsequenzen des Prestigebaus zu tragen haben. So entsteht das eindringliche Porträt eines Lebens ... Jia Zhangke beherrscht die Kunst, die größten Veränderungen wie beiläufig ins Bild zu setzen. Das kann behutsam sein, wie in einer Szene, in der sich junge Darsteller in Kostümen der Peking-Oper die Zeit zwischen den Auftritten mit Videospielen vertreiben; oder auf surreal-fantastische Weise geschehen wie im Traumbild der unvollendeten Betonruine, die plötzlich als Rakete gen Himmel rast.

04. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit seinen Bildern und seiner Geschichte prangert Jia Zhang-ke ein Projekt an, das jahrhundertealte Kulturlandschaften ebenso zerstört wie die Lebensverhältnisse von nahezu zwei Millionen Menschen, schreibt Christina Tilmann. "Doch auch noch die Reste haben eine eigenartig surreale Schönheit, in einer Flusslandschaft, wo immer Nebel in den Bergen hängt und alles vor sich hin tropft und rostet, als hole sich das Wasser schon seinen Tribut, bevor die Fluten des Yangtse kommen. Und die Menschen, die in diesen feuchten Trümmern ausharren, statt sich in gigantische Neubaugebiete umsiedeln zu lassen, sind erneut Nomaden geworden, hausen unter Brücken, auf Schiffen und in Zelten."

04. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Der Tagesspiegel

Marcus Rothe spricht mit Regisseur Jia Zhang-ke über das heimische Kino, die Zensur – und die geschmeidigen Kollegen.

04. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Frankfurter Rundschau

So kritisch wie humorvoll findet Heike Kühn die Abrechnung mit der gewaltsamen Modernisierung Chinas. "STILL LIFE, das kann auch heißen: Trotz Schikanen und Enteignung, trotz sklavenähnlicher Arbeit, trotz Frauenhandels und Prostitution, marodierender Banden, die vergeblich auf Entschädigung wartende Hausbesitzer vertreiben, ist da immer noch Leben, und es ist zäh, großmütig und bisweilen von heiterer Surrealität. ... Wo man hinschaut, es bröckelt in Jia Zhang-Kes mutiger Bestandsaufnahme Chinas. Wenig hat sich verändert, allenfalls die technische Ausstattung der Umweltzerstörer. Nur Jia Zhang-Kes Ästhetik hat einen großen Sprung gemacht."

04. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • artechock.de

"Ohne platte Parteinahmen, ohne bitteren Sozialrealismus, aber auch ohne Veredelung ins Epische zeigt Jia ein Stück Gegenwart seiner Heimat, das in dieser Form der Pekinger Regierung nicht gefallen kann.", stellt Rüdiger Suchsland fest. "Denn Jia, der Regisseur von PICKPOCKET, PLATTFORM und SIJIE zeigt in - paradoxerweise - wunderbaren Szenen apokalyptische Bilder von Städten die dem Erdboden gleichgemacht und überflutet werden ... Zugleich entwickelt Jia eine originelle Form, um fast dokumentarische Darstellung und Erzählung poetisch zu verbinden. Vor allem die Bilder von Jias Hongkonger Stammkameramann Yu Lik-wai (selbst auch ein Regisseur, von LOVE WILL TEAR US APART und ALL TOMORROW'S PARTYS) bohren sich ins Gedächtnis."

02. Oktober 2007 | STILL LIFE • Kritik • Berliner Zeitung

Junge unabhängige Filmemacher wie Jia Zhang-ke begleiten den Umbruch in China. Anke Westphal spricht mit dem Regisseur über seinen Film.

07. September 2007 | STILL LIFE • Kritik • critic.de

Michael Kienzl ist begeistert: "Mit seinen wortkargen, immer wieder ausdruckslos ins Leere blickenden Figuren und dem Motiv einer scheinbar hoffnungslosen Suche wirkt es zunächst, als würde sich STILL LIFE mit seiner Sprachlosigkeit und Tristesse sämtlicher Stereotypen des zeitgenössischen chinesischen Autorenfilms bedienen. Bei näherem Hinsehen ist der Film jedoch weitaus mehr als eine pessimistische Bestandsaufnahme der Lage des Landes: Er vollzieht seine Beobachtungen des gegenwärtigen Chinas mit einer poetischen Qualität, die schon in der Eingangssequenz deutlich wird."

29. Juni 2007 | STILL LIFE • Kritik • programmkino.de

Nicht leicht ist der Film für Michael Meyns. "Zu wenig passiert vordergründig, zu enigmatisch erscheint die Erzählweise, die Jia Zhang-ke im Laufe seiner Karriere immer weiter verfeinert hat. Einfache emotionale Verbindungen zu seinen Figuren lässt er nicht entstehen, auf jedwede Psychologisierung wird verzichtet, selbst einfachste Handlungen bleiben vage bis an den Rand der Unverständlichkeit. ... Nur wenn man sich vollständig auf die Erzählweise Jias einlässt, wenn man nicht erwartet von seinen Filmen berieselt zu werden, sondern willens ist, sie mit höchster Aufmerksamkeit zu verfolgen, auf kleinste Details zu achten und vor allem die vielen Lücken in Erzählung und Charakterisierung mit eigenen Erfahrungen zu füllen, kann diese Art Kino seine große Qualität entfalten."

22. September 2006 | STILL LIFE • Kritik • Die Tageszeitung

Volker Hummel unterhält sich mit dem Regisseur Jia Zhangke, der in Venedig den Goldenen Löwen für seinen Film STILL LIFE erhielt, über die Zensur in China und die mangelnde Solidarität berühmter Kollegen.

07. September 2006 | STILL LIFE • Kritik • Der Spiegel

Daniel Sander ist begeistert. "Leise schildert Jia Zhangke die ungeheuren Folgen des Großprojekts, manchmal mit geradezu einschläfernder Langsamkeit, dafür mit grandiosen Bildern einer irreal wirkenden Welt."

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