| Regie | Jason Reitman |
| Kinostart | 31.08.2006 |
Der Film ist voll von bekenntnishaften Bonmots, schreibt Andreas Busche. "Bald hangelt sich THANK YOU FOR SMOKING von einem denkwürdigen Dialog zum nächsten, ohne sich noch darum kümmern zu müssen, die einzelnen Episoden zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden. So ist THANK YOU FOR SMOKING nicht ganz der große satirische Wurf geworden, als der er sich mit jeder gepfefferten Dialogszene geriert - dafür spielt Reitman zu sehr nach den Regeln des tolerierten Normübertritts, den Hollywood sich besser als jede andere Branche verinnerlicht hat. Seine politisch-unkorrekte Kaltschnäuzigkeit bleibt genauso Pose wie der bissige Tonfall."
Thomas Abeltshauser spricht mit Regisseur Jason Reitman über Lobbyismus und seine Satire THANK YOU FOR SMOKING.
Barbara Schweizerhof findet Nick Naylor überaus sympathisch. "Jemand, der so viel Talent hat, sei es auch fürs Lügen, dem wird in Amerika immer verziehen, so will es zumindest dieser Film. Aber da wird er vielleicht Opfer seines eigenen Argumentationsgeschicks. Denn im wahren Leben erweist sich das menschliche Gemüt manchmal eigenartig "spin"-resistent: Größer als die Abneigung gegen die, die dumm aussehen, ist nur noch die Abneigung gegen die, die einen selbst dumm aussehen lassen. "
Die Fakten der Tabakindustrie sind laut Margit Voss hinlänglich bekannt. "Dass der Film darüber alles andere als langweilig ist, verdankt der Zuschauer der unbekümmerten Sicht des Regisseurs auf den Stoff und einer frech-überraschenden Umsetzung des Themas, deren Wirkung aus der sarkastischen Übersteigerung erwächst. ... Nun wäre der Film nur halb so amüsant, würde er sich im Episodischen erschöpfen. Die eigentliche Begabung seines Drehbuchautors und Regisseurs besteht darin, dem »Teufel« die reine 'Seele' eines Kindes gegenübergestellt zu haben, eine Beziehung zwischen Vater und Sohn, die den Film durchgängig trägt."
Zärtlich zynisch nennt Georg Diez die Satire. "Es ist eine ziemlich brutale Komik, die diesen Film antreibt – es ist die Komik der Freiheit, und wie jede gute Farce ist auch THANK YOU FOR SMOKING deshalb gelungen, weil er der einfachen, moralisierenden Scheinwahrheit des guten und richtigen Denkens etwas entgegenhält, das funkelt und leuchtet und das so genannte Böse so attraktiv macht. ... Regisseur Jason Reitman hält die Balance zwischen der souveränen Satire, die so lange mit dem Witz hantiert, bis er sich gegen die Figuren wendet, und dem Spiel mit der durchaus ernst zu nehmenden demokratischen Annahme, dass man die Wahrheit ruhig einmal durch den Fleischwolf jagen kann, wenn man nur die richtigen Argumente hat."
Jan Schulz-Ojala mag die temporeiche, originelle und durchaus gepfefferte Satire. Der Regisseur läßt es entspannt angehen, "mit geschmeidigem Sinn für Timing, stets trocken gesetzten Pointen plus einer für amerikanische Verhältnisse geringfügigen Prise familiären Sentiments. ... Ist THANK YOU FOR SMOKING deshalb der ultimative Beitrag zur weltweit verbissen geführten Anti- Raucherdebatte? Sagen wir so: Man kann diesen Film ganz wunderbar genießen, solange man nicht inhaliert."
Karl Hafner spricht mit Regisseur Jason Reitman über Lobbyisten und Väter.
Bei so viel Charme und Bosheit stockt nicht nur Rauchern der Atem, sondern auch Birgit Glombitza. Der Regisseur geht "an seine Themen unmissverständlich und direkt heran. Die Dialoge sind bis zum Platzen pointiert, kommen Schlag auf Schlag und erzwingen eine besondere Strenge der Regie. Und so hat der Sohn von Ivan Reitman, dem man seine Werbeerfahrung anmerkt, deutlich seinen Film aus einzelnen Szenen zusammengefügt. Die Farben sind großflächig voneinander abgesetzt, das Dekor ist sparsam, jede Einstellung wird wie frisch geschält vor den Zuschauer gestellt. Reitman präsentiert seine Figuren gewissermaßen, er kriecht nicht in sie hinein."
Laut Andrea Mirbeth gelingt es dem Regisseur, den richtigen Ton zu treffen. Der Film "funktioniert letztlich deshalb so gut, weil in allen Übertreibungen stets ein Funken Wahrheit steckt und weil alles, was hier auf die Spitze getrieben wird, in Wirklichkeit so stattfinden könnte beziehungsweise längst schon so stattfindet. Dass Nick, der nebenbei noch ein ziemlich kompliziertes Privatleben als geschiedener Vater führt, einem als Lobbyist und als Mensch irrsinnig sympathisch wird, ist Regie und Schauspieler gleichermaßen zu verdanken. Dieser Film hat die Leichtigkeit einer guten Komödie und die Schärfe einer bösen Satire."
Margret Köhler spricht mit dem Regisseur Jason Reitman.
Als stark und ohne Filter empfindet Michel Bodmer die Satire. "Treffsicher wie sein Protagonist schlägt THANK YOU FOR SMOKING nach allen Seiten aus; jeder in der politisch korrekten Gesellschaft kriegt sein Fett weg, denn kein Näpfchen wird ausgelassen. Der pragmatische Zynismus im entfesselten Kapitalismus rechtfertigt sämtliche Mittel, für den Lobbyisten ebenso wie für den scheinheiligen Politiker, den Tabakbonzen, das Showbusiness und die Journaille. Wie es im Film einmal heisst: 'Seid stolz auf Amerika - wir haben die beste Regierung, die man kaufen kann.'"