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DAS FRÄULEIN

DAS FRÄULEIN

Regie Andrea Staka
Kinostart 25.01.2007

Kritiken • DAS FRÄULEIN

25. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • Berliner Zeitung

Leise, intime, sicher auch etwas durchschaubar, nennt Ralf Schenk den Film. Wichtig ist der Regisseurin, die Spuren gelebten Lebens in Gesten, Blicken, Bewegungen zu entdecken. "Ruza, meist leicht geduckt, scheint in sich gefangen; in der ungebärdigen Ana erkennt sie auch ein Spiegelbild ihrer eigenen, verlorenen Jugend. Mit ihrer langjährigen Mitarbeiterin, der Kroatin Mila, unterhält sich Ruza zunächst nur auf Deutsch, obwohl beide viel besser auf Serbokroatisch miteinander reden könnten. Erst in einer der letzten Szenen des Films hängt Ruza Fotos aus ihrer Kindheit und Jugend in ihrer Wohnung auf - vielleicht ein Anfang, um zu sich selbst zu kommen."

25. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Resch ist nicht vollends von DAS FRÄULEIN überzeugt, aber er lobt die Hauptdarstellerinnen. "Mirjana Karanovic hat ihre Figur Ruza dabei mit der richtigen Mischung aus Schroffheit und Verletzlichkeit ausgestattet, die im Zusammenspiel mit Marija Skaricic' Überdrehtheit als Ana der Freundschaft eine bemerkenswerte Plastizität verleiht. Das alles ist von Kameramann Igor Martinovic in immer wieder entrückt schönen Bildern festgehalten worden, etwa wenn die beiden Frauen während eines Ausflugs in die Berge in unbeschwerter Ausgelassenheit durch den Schnee toben und man beinahe körperlich spürt, wie alle Sorgen für einen Augenblick von ihnen abfallen."

25. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Nicht viel geschieht laut Jan Schulz-Ojala auf der Ereignisoberfläche "und das ist auch gut so, denn was geschieht, hat schnell jenes gut gemeinte, gängelnde, seltsam beweisbedürftige Zuviel. Viele Fragen bleiben offen. "Da raschelt das Treatment, das Gedankenkonzept, Andrea Stakas Drehbuchpapier. Ungleich schlüssiger und offener erzählt die Kamera (Igor Martinovik) von der alltäglichen Bedrängtheit der Figuren: in Unschärfen, am liebsten in der Körpernähe, die die Wahrnehmung zugleich konzentriert und fragmentiert. Nichts verletzlicher als diese Leute, die sich so ausgepanzert zu haben scheinen."

25. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für vieles lobt Heike Kühn den Film, aber ausgerechnet die Figur der Ana schillert mehr als dass sie (er)leuchtet. "Eine todgeweihte Jugend, die als leibhaftiges memento mori an die Herzen der Menschen pocht, ist nichts Neues. Doch nicht mangelnde Originalität macht Ana-Carpe-diem zum Ärgernis, sondern die Naivität, die ihr Auftritt verströmt. Jenseits der Fantasie, das Leben einfach zu genießen, jenseits der Erlösung für Anfänger beginnt die Anstrengung der Aufarbeitung, die Erzählung von Armut, Exil, Heimat- und Identitätsverlust. All dies spart Das Fräulein auf irritierende, auf allzu neutrale Schweizer Weise aus."

24. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • epd-Film 02/2007

Die stärkste Stütze des Films sind laut Christiane Müller-Lobeck seine drei großartigen Schauspielerinnen. "Ruza wird von der Serbin Mirjana Karanovic verkörpert, die schon in dem Berlinale-Gewinner Grbavica – Esmas Geheimnis aus einem verhärteten Körper überraschende kleine Blitze des Schmerzes und der leisen Hoffnung senden konnte. Nicht weniger überzeugend sind der kroatische Jungstar Marija Skaricic als Ana und Ljubica Jovic, die 50 Jahre lang in Jugoslawien und später in Bosnien und Herzegowina vor allem als Bühnendarstellerin verehrt wurde und die für die Rolle der Mila eigens ihren Ruhestand unterbrochen hat. Das Fräulein mag daher weniger ein Beweis für das ohnehin etwas herbeigeredete Schweizer Filmwunder sein, sondern vielmehr für einen den Osten einschließenden neuen Zweig des europäischen Kinos, der mehrheitlich von selbstbewussten Frauen getragen wird."

18. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • br-online.de

Starke Moment im stringenten und in allem sparsamen Drehbuch hat Thilo Wydra ausgemacht. "Da ist kein Satz zuviel oder zu wenig, da stimmt die Szenerie, ist alles klein und unaufwendig und unprätentiös gehalten. Das Drama ist emotional, ohne sentimental oder rührselig zu geraten. Filmischer Minimalismus. Strenger Realismus auch. Dadurch ist es in seiner Wirkung umso größer. Ein zutiefst menschlicher Film. Jedes dieser drei Frauen-Schicksale bewegt auf seine Art, allen widmet die einfühlsam-behutsame Inszenierung den entsprechenden Raum, die entsprechende Aufmerksamkeit. Und allen dreien wünscht man nichts weniger als das Glück auf Erden."

16. Januar 2007 | DAS FRÄULEIN • Kritik • film-dienst 02/2007

Claudia Herzog kritisiert Mühen bei den mehrschichtigen Identitäten, um dann zu schreiben: "Trotz der psychologisch ungenau gezeichneten Ana fesselt DAS FRÄULEIN, auch wegen der eigenwilligen, sehr schönen Bildsprache: Schärfe wechselt mit Unschärfe, lenkt den Blick auf die genaue Beobachtung von Details; Gefühlszustände werden sichtbar, erscheinen an der Bildoberfläche. Solche Details im grauen Alltag – drinnen und draußen – von Zürich machen den Film ebenso zum Erlebnis wie das sensible Spiel der Darstellerinnen."

17. November 2006 | DAS FRÄULEIN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Alexandra Stäheli ist begeistert: "Was auf der Bildebene so zuweilen eine Nuance zu betont ausfällt, gelingt dem Film jedoch auf der Ebene der Story in erfrischender Beiläufigkeit: der Wechsel vom Kleinen ins Grosse und wieder zurück nämlich, eine Art Kippbild zwischen Spezifischem und Allgemeinem - zwischen Zürich etwa und irgendeiner grösseren Stadt in irgendeinem westlichen Land. Denn ŠStakas Geschichte ist einerseits ganz klar in der Schweiz verankert, andererseits erzählt sie aber auch von Biografien, die in einer globalisierten Welt längst allgegenwärtig geworden sind."

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