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BLACK BOOK

BLACK BOOK

Regie Paul Verhoeven
Kinostart 10.05.2007

Kritiken • BLACK BOOK

10. Juni 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Der Freitag

Frivol ist BLACK BOOK für Gerhard Midding. "Der Verweis auf reale Vorbilder für die Ereignisse und Figuren, mit dem der Film sich schmückt, ist ein Alibi, das Verhoeven eigentlich gleichgültig sein könnte. Er inszeniert mit einer unbefangenen Lust an der Fiktion, der Kolportage. Die Unglaubwürdigkeit vieler Situationen camoufliert er in atemlosem Erzähltempo. Ganz so naiv, wie es den Anschein hat, ist die Dramaturgie indes nicht: Die Leichtigkeit, mit der Rachel jeder Falle entkommt, entpuppt sich nachträglich jedes Mal als eine Finte."

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Die Tageszeitung

Als schnörkellos und mit einem Faible für Schauwerte bezeichnet die TAZ den Film. "Für Erklärungen und Subtilitäten nimmt er sich keine Zeit, dafür macht er sichtbar, was in vielen anderen Filmen zum Thema Nationalsozialismus der Diskretion anheimfällt. So hat BLACK BOOK gerade wegen seiner B-Picture-Qualitäten eine erfrischende Aufrichtigkeit, und man fragt sich verblüfft, ob Geschmacklosigkeit, Drastik und die Logik der Exploitation nicht bessere Mittel sind, die Gräuel des Nationalsozialismus ins Bild zu setzen, als die Konventionen des sorgfältig gemachten Arthouse-Kinos."

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord redet mit dem Regisseur über gute Deutsche und verbrecherische Holländer, über die Schaulust des Zuschauers, die Amoralität des Menschen und die Moral der filmischen Darstellung.

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Der Tagesspiegel

Opfer und Täter kommen sich einander so nahe, dass Christian Schröder die Guten kaum noch von den Bösen unterscheiden kann. "Niemandem ist zu trauen in diesem aus Versatzstücken von Agententhriller, Liebesmelodram und Film noir etwas roh zusammengezimmerten Plot. Helden entpuppen sich als Verräter, Mörder werden zu Rettern. ... Das ist purer Kitsch, aber trotzdem ein atemberaubender Moment: die utopische Vereinigung von Verfolger und Verfolgter, inszeniert mit dem ganzen Bombast des Überwältigungskinos."

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Als einen Weltbürger des schlechten Geschmacks bezeichnet Daniel Kothenschulte den Regisseur, aber als Ironiker behält er immer eine weiße Weste. "Manchmal macht er auch großen Spaß: Die Farben wirken wie frisch aus dem Kolorier-Tuschkasten gepinselt, jede Geste der Akteure ist in jenes Übermaß an Ausdruck stilisiert, das gewöhnlich ein nachinszeniertes Schaukastenfoto von der echten Filmszene unterscheidet. Man könnte Das Schwarzbuch an jeder Stelle anhalten, die Bilder ausdrucken und einen jener Fotoromane daraus kleben, wie sie früher an adriatischen Stränden zu finden waren."

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Junge Welt

Traditionell gute Verkaufsargumente bietet laut Peer Schmitt der Regisseur. "Tatsächlich interessiert sich der Film nicht die Bohne für den Besatzerterror von 1944. Was interessiert, ist vor allem das Ficken der Hauptdarstellerin Carice von Houten."

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Überraschend ernsthaft ist der Film für Alexandra Stäheli. "In dieser Geschichte ist nichts, wie es scheint. So versuchen wir uns denn gemeinsam mit Rachel durch Dreck und Betrug, Engagement, Korruption und Verrat an die Oberfläche der Wahrheit zu kämpfen, nur um immer wieder festzustellen, dass alle Kategorien von gut und böse, echt und falsch, Freund und Feind unablässig ineinander umkippen. Während BLACK BOOK rein formal als ein säuberlich komponierter und actionreich montierter Kriegs-Spionage- Thriller daherkommt - in dem man erstaunlicherweise keine der 145 Minuten missen möchte -, wirft der Film auf der Ebene des Inhalts beinahe schon philosophische Fragen auf wie etwa diejenige, woran die Güte eines Menschen und seiner Handlungen ablesbar sein könnte."

10. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl stellt dem Regisseur Fragen über Hollywood und seine Heimat, die Niederlande.

09. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal bedient der Regisseur wieder menschlichen Basisinstinkte. BLACK BOOK ist "ein veritabel versexter, antifaschistischer Action-Film. Und während man sich in den hiesigen Feuilletons immer noch über das Problem der angemessenen historischen Nazi-Darstellung im deutschen Film erregt, behandelt man das "dritte Reich" anderswo genauso, wie die DDR hierzulande behandelt wird: als großes Materiallager. ... Das eigentlich Aufregende von BLACK BOOK sind dann aber gar nicht die Verfolgungsjagden oder die physische Drastik, die durch Motivationen nicht groß gemildert wird. Nein, sensationell ist die Darstellerin der Rachel."

09. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Jungle World

Jürgen Kiontke sah einen Film zur Filbinger-Debatte. BLACK BOX ist "nicht einfach Nazi-Propaganda, dafür enthält die Dramaturgie zu viele gegenläufige Tendenzen. Gut gemeint ließe er sich als kompliziertes Intrigenspiel beschreiben. ... Die Holländer sind die größten Schwei­ne – wollte man eine Tendenz in Verhoevens Film ausmachen, dann wäre es diese. Alles andere, sei es noch so über­dreht, wird diesem Zweck untergeordnet. Das Personal in diesem Film ist zumeist raffgierig und intrigant. Ausgerechnet der Nazi-Chef wird so zum einzigen integren Mann. Dietrich Kuhlbrodt würde sagen: Nazis immer noch besser."

08. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • film-dienst 10/2007

Ganz unverkennbar hat Paul Verhoeven seine eigene Vorstellung von himmlischer Gerechtigkeit, meint Michael Kohler. Er erzählt "mit Vorliebe Geschichten, in denen jede moralische Gewissheit ins Zwielicht menschlicher Leidenschaften gerät. Natürlich zieht Verhoeven seine jüdische Heldin auch deswegen aus, weil er deren Darstellerin Carice van Houten für eine Augenweide hält und seinem Publikum eine leicht perverse Sicht auf die Historie bieten will. ... Der Frontverlauf zwischen Gut und Böse mag so unübersichtlich sein wie in allen Verhoeven-Filmen, der Weg zu dieser Erkenntnis ist jedoch auch für deren Verhältnisse ungewöhnlich wendungsreich und schillernd inszeniert."

08. Mai 2007 | BLACK BOOK • Kritik • br-online.de

Der Regisseur schrappt manchmal knapp an der Schmonzette vorbei und beeindruckt dann wieder durch starke Emotionen, scheut sich nicht, diejenigen vor den Kopf zu stoßen, die in Schablonen denken, schreibt Margret Köhler. "Da der Film sich nicht im geringsten politisch oder sonst wie korrekt gibt und unbequeme Grauzonen forsch und unbekümmert auslotet, ist Feuilleton-Entrüstung garantiert. In den Niederlanden sorgte das Werk für heiße Diskussionen. Bei uns darf man auf die Debatten gespannt sein."

05. April 2007 | BLACK BOOK • Kritik • Der Spiegel

Daniel Haas sah ein abgründiges Spiel aus Sex und Gewalt, ein Weltkriegsdrama mit dem Charme eines Pulp-Romans. "Es gibt sie also, die biographische Verbindung zu den umherfliegenden Körperteilen aus dem Science-Fiction-Schocker STARSHIP TROOPERS und den Eispickel-Morden aus BASIC INSTINCT. Und, ganz direkt, zu den Kolportage-haften Metzeleien, die BLACK BOOK als einen mit viel Lust am Radau inszenierten Genre-Film ausweisen. Als die Nazis Holland besetzten, war Verhoeven zwei, als sie gingen sieben Jahre alt. "Immer wieder sah ich als Kind die von den Deutschen Getöteten in den Straßen liegen. Die Nazis präsentierten sie für uns Holländer als Abschreckung.""

03. September 2006 | BLACK BOOK • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala sah ein Weltkriegsmelodram, bei dem die Fetzen fliegen. "Verhoeven brüstete sich in Venedig damit, am Tabu der Kollaboration zu rütteln, aber seine Lovestory zwischen Gestapo-Chef Müntze und der Jüdin Rachel ist pure Kolportage, bei der zudem die Deutschen gut wegkommen. Nicht nur, dass sie über den Endsieg hinaus stramm soldatische Rituale pflegen und sich niederländische Widerständler oft als Finsterlinge erweisen, auch die Liebe der Protagonisten findet höhere Quotenweihen. Müntze hat Frau und Kinder in Hamburg bei einem britischen Bombenangriff verloren, während die Deutschen Rachels Familie auf der Flucht erschossen haben: Sind da nicht zwei im Leid vereint, das Mittun von Müntzes Gestapo hin oder her?"

02. September 2006 | BLACK BOOK • Kritik • Der Spiegel

Wolfgang Höbel sah einen verschwenderischen, schwelgerischen, melodramatischen Thriller. "Es gibt viele seltsame und viele grandiose Szenen in SCHWARZBUCH, manche Showeinlagen erinnern an Verhoevens bizarrsten Film SHOWGIRLS (1995), bei manchen Ballereien geht's zu wie in einem James-Bond-Krimi, die Lovestory zwischen der Jüdin und dem Obernazi verstößt verwegen gegen die Gebote von Moral und Geschmack; doch bei aller Ehrfurcht vor dem großen Trickser im Regiesessel fragt sich der Zuschauer irgendwann, ob es im Jahr 2006 wirklich keine heißeren Geschichten zu erzählen gibt als dieses furiose Kolportagestück aus den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs."

02. September 2006 | BLACK BOOK • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist enttäuscht: "Eine ausgesprochen brisante Geschichte über Konflikte und Verräter innerhalb der niederländischen Widerstandsbewegung gegen die Nazi-Okkupation hat Verhoeven entschlossen zum Action-Film im historischen Milieu heruntergewirtschaftet: Thrills, Sex und Crime, Verfolgungsjagden die Amsterdamer Grachten entlang, reichlich nackte Brüste und Sebastian Koch als guter Nazi - das war es dann. Bezeichnend genug: Während der Vorführung wurde gelacht."

02. September 2006 | BLACK BOOK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Film hat Daniel Kothenschulte weh getan. "Verhoevens Faszination am Obszönen zwischen Porno und Propaganda bekannte sich stets offen zum schlechten Geschmack. Der ist bekanntlich nicht verboten, tut bisweilen aber ganz schön weh. ... Wie nach Vorlagen aus der Kriegspropaganda marschierende Starship-Troopers bewegen sich auch diese aus dem tiefsten Trash erstandenen "Sturmtruppen" auf dem vermeintlich sicheren Boden der Ironie. Der wird auf Festivals allgemein als neutrale Zone anerkannt. Wenn SCHWARZBUCH allerdings in die ganze attackierte Welt entlassen wird, wird eine handfeste Beleidigung daraus. Ja, es ist so: Paul Verhoeven nimmt bewusst in Kauf, die Gefühle der Holocaustopfer zu verletzten."

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