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NUE PROPRIÉTÉ

NUE PROPRIÉTÉ

Regie Joachim Lafosse
Kinostart 07.08.2008

Kritiken • NUE PROPRIÉTÉ

08. August 2008 | NUE PROPRIÉTÉ • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Gerhard Midding dreht der Regisseur "en Prozess der Ablösung als Tragödie des Verharrens. Bis auf die letzte Einstellung bleibt Hichame Alouiés Kamera starr. Langsam baut sich in den Bildern eine Spannung auf, die sich nur im Konflikt, in einer Katastrophe lösen kann. Nie weist eine Kamerabewegung den Charakteren einen Ausweg. Ihre einzige Rückzugsmöglichkeit besteht darin, aus dem Bildraum zu gehen. So eröffnet die Fahrt am Ende dem Zuschauer weder Wehmut noch Erleichterung: Es bleibt der Kamera nichts anderes übrig, als den Schauplatz nach der Katharsis zu verlassen."

08. August 2008 | NUE PROPRIÉTÉ • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Silvia Hallensleben ist Isabelle Huppert "die Idealbesetzung für die zwischen Aufbegehren und Opportunismus, Heimlichtuerei und plötzlichen Geständnissen treibende Frau, die sich irgendwann wie ein Teenager mit dem Koffer aus dem Haus schleicht. Lafosses zweiter Langfilm überzeugt als feingezeichnete Skizze einer familiären Funktionsstörung. Alles ist Gegenwart, in starren halbnahen Einstellungen und ausgebleichten Farben. Erst am Ende kommt leichte Bewegung in die Bilder, als sich die Ereignisse zuspitzen."

03. August 2008 | NUE PROPRIÉTÉ • Kritik • critic.de

Für Julie Kreuzer wird hier in Ruhe ein Zustand beobachtet. "Konsequent erzählt [der Regisseur] seine Geschichte zum größten Teil in extrem langen Einstellungen, häufig auch Plansequenzen, die auf betonte Kamerabewegungen völlig verzichten. ... Durch seine behutsame Erzählweise und die Komplexität der Figuren gelingt es dem Filmemacher, die Konflikte, die im Laufe des Films durch den Unabhängigkeitswunsch der alleinerziehenden Mutter freigesetzt werden, nicht auf die herkömmlichen Klischees zu reduzieren. So ungerecht und egoistisch sie auch teilweise erscheinen mögen, bleiben die Beweggründe aller Figuren für den Zuschauer stets nachvollziehbar."

31. Juli 2008 | NUE PROPRIÉTÉ • Kritik • film-dienst 16/2008

Esther Buss sah "eine intensive und sehr genaue Studie über ein Beziehungsgefüge, über die Enge und Begrenztheit familiärer Räume und ihre permanenten Überschreitungen. Die Kamera lässt dabei den Raum fast körperlich spürbar werden. Die Einstellungen sind meist statisch, die Kadrierung ist fast immer zu eng, die Figuren sind dadurch angeschnitten oder treten manchmal ganz aus dem Bildraum heraus. Immer hat man das Gefühl, dass es hier an Platz mangelt, die Luft einfach zu knapp ist."

26. Juli 2008 | NUE PROPRIÉTÉ • Kritik • kino-zeit.de

Laut Joachim Kurz würde ohne Isabelle Hupperts formidable Darstellung würde der Film nicht funktionieren. "Unterstützt wird diese feine Leistung von den beiden leiblichen Brüdern Jérémie und Yannick Renier als Brüderpaar und vor allem von Joachim Lafosses genau beobachtender vielschichtiger Regie, die immer wieder den beengten Raum des Hauses mit in die Inszenierung einbezieht und nutzt. Mit ausgeklügelten, sich oft wiederholenden und doch leicht variierten Kameraeinstellungen, die häufig Spiegel, Türrahmen und andere Durchblicke dazu benutzen, um parallele Handlungen in einem Bild zu verbinden, ohne dass geschnitten werden muss, entsteht so eine soghafte Atmosphäre voll klaustrophobischer Beklemmung und subliminalem Suspense."

09. September 2006 | NUE PROPRIÉTÉ • Kritik • Der Spiegel

Daniel Sander hat sich nicht zu übermässigen Jubel hinreissen lassen. "Immerhin kann das Familiendrama aber Isabelle Huppert in der Hauptrolle vorweisen, der man immer gerne bei der Arbeit zusieht und die auch hier wieder einen souveränen Auftritt hinlegt. ... Mit seinem zweiten Spielfilm seziert Lafosse den langsamen Zerfall einer Familieneinheit, ohne dass er dabei irgendwelche großen Erkenntnisse gewinnen würde. Wären die fünf Protagonisten nicht so absurd kommunikationsgestört, gäbe es überhaupt kein Problem, und das macht den sonst einwandfrei inszenierten Film letztlich zum angestrengten Pseudo-Drama. Für das nächste Mal ist Lafosse ein besseres Drehbuch zu wünschen, denn Gespür für Timing und Schauspielerführung hat er."

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