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CHILDREN OF MEN

CHILDREN OF MEN

Regie Alfonso Cuarón
Kinostart 09.11.2006

Kritiken • CHILDREN OF MEN

09. November 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Der Spiegel

Der düstere Zukunftsthriller ist ein Fest für Pessimisten und Untergangs-Theoretiker, schreibt Andreas Borcholte. "Das alles hätte allzu leicht in alt- und neutestamentarisches Gewaber abdriften können, wenn nicht Cuarón mit eiserner Hand über den lakonischen, zuweilen fast dokumentarischen Stil seines Film gewacht hätte: Über weite Strecken wird das Geschehen von einer wackeligen Handkamera gefilmt, als wäre der Kinozuschauer ein Reporter, den es in ein Kriegsgebiet verschlagen hat. Tatsächlich bilden die grünen Landschaften Albions einen krassen Gegensatz zum urbanen Raum, der, so wollte es Cuaròn, an zernarbte urbane Krisenareale im Kosovo oder Libanon erinnert. In dieser pragmatischen, streng aufs Überleben ausgerichteten Welt, gibt es den Luxus eines Gottes nicht mehr."

09. November 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Christian Esch läßt der Regisseur die Welt schön hoffnungslos aussehen. "Aber die starken Bilder und die dick aufgetragene Filmmusik können nicht über die Schwächen der Handlung hinwegtäuschen. Woher kommt die Explosion von Gewalt in einer alternden Gesellschaft ohne Jugend? Warum flieht halb Europa (mehrfach hört man ältere Flüchtlinge deutsch reden) und die Dritte Welt nach Großbritannien, wenn der Bevölkerungsdruck verschwunden ist? Der Film kombiniert Angstszenarien, die nur einzeln glaubhaft sind, und nimmt ihnen so die Wirkung. Es wird nicht einmal klar, was denn so schlimm daran wäre, wenn die Schwangere in die Hände der Polizei fiele."

09. November 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Die Tageszeitung

Die Verwerfungen der Gegenwart werden so weit radikalisiert, dass das Bild der Zukunft hoffnungslos ausfällt, schreibt Dominik Kamalzadeh. "Aus dem Wechsel von kurzem Innehalten und Bedrohungsszenarien bezieht der Film seine etwas mechanische Dynamik, wobei sich Cuarón auf effektvoll inszenierte Action-Abläufe durchaus gut versteht. Das Geschehen entfaltet sich als Rettungsaktion, welche durch die politischen und sozialen Versehrtheiten der Gesellschaft wie durch einen Themenpark hindurchführt. Viel Aufmerksamkeit und Detailverliebtheit wird zwar in die Darstellung der zahlreichen Stationen investiert ... Doch Cuarón interessiert sich nur wenig für die Hintergründe gesellschaftlicher Realitäten, er benutzt sie bloß als Schauwerte. So bleibt die Außenwelt für das Paar wenig mehr als Hindernisraum, den man notgedrungen durchqueren muss."

09. November 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Regisseur Alfonso Cuarón offenbart ein elegantes Gespür für Beschleunigung und Entspannung und lässt einen Sog entstehen, dem sich Sebastian Handke bis zuletzt kaum entziehen kann. Der Film gewinnt "eine seltsam bedrängende, quasi-dokumentarische Form – einmal wird die Sicht aufs Geschehen gar von Blutspritzern auf der Linse getrübt. ... Gerade erst versuchten Filme wie GUATANAMO und WORLD TRADE CENTER, mit naiven Mitteln das real Gewesene nachzustellen. Wie viel raffinierter geht da dieser packende Thriller vor, der auf diffuse, aber wirkungsvolle Weise daran erinnert, was wirklich los ist – und dabei vor listigem Humor ebenso wenig zurückschreckt wie vor aufreibender Action und geradezu religiösem Pathos. Ein aufregendes Kinoerlebnis."

09. November 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Pathetisch entwickelt sich CHILDREN OF MEN von einem Zukunftsthriller zu einer gespenstischen Neuauflage der Weihnachtsgeschichte, meint Michael Kohler. Der Film "verbindet seine biblische Fabel mit den Eigenschaften eines guten Genrethrillers: Packend und geradlinig inszeniert, schickt er erstaunlich vielschichtige Figuren durch eine temporeiche Fabel und spiegelt die große gesellschaftliche Erzählung überzeugend in der Handlungsweise seiner Helden. Es ist weniger die Angst vor dem kommenden Ende, die diese erschreckend plausibel gezeichnete Zukunft bestimmt, als die Trauer über das Verlorene. ... In seiner inneren Stimmigkeit geht es einem gleichwohl unter die Haut."

09. November 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Junge Welt

Laut Peer Schmitt hat der Regisseur ein Händchen für schiefe Märchen. "Diesem Film scheinen gerade diese entscheidenden Fragen allzu selbstverständlich, er hat genügend damit zu tun, sich gegen Ende zu einem brutalen Bürgerkriegsszenario zu steigern, das u.a. die BBC an reale Bilder "aus dem Irak, Palästina, Bosnien, Somalia und Nordirland" erinnerte."

06. September 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

In meisterhaften Masseninszenierungen präsentiert der mexikanische Regisseur die ganze Spannbreite seines handwerklichen Könnens, lobt Daniel Kothenschulte. "Erklärungen für das etwas zu imposante Chaos liefert die Odyssee seines Helden, dem desillusionierten Bürokraten Theo (Clive Owen) kaum. Dafür aber seltsamen Rückhalt in der christlichen Ikonographie, wenn die letzte Mutter der Erde mit ihrem Baby die britischen Streitkräfte auf die Knie zwingt. Es ist ein starkes Bild, doch schwer erträglich, wenn sich wenige Augenblicke zuvor ein Heer muslimischer Demonstranten mit Gewehrsalven durch die Trümmerstraßen bewegt hat."

05. September 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala findet nut ironisches: "Julianne Moore spielt eine früh verscheidende Gutmenschen-Terroristin in diesem Trivialprodukt, das BRAVE NEW WORLD und 1984 ins gefühlte Übermorgen zu transponieren sucht; Michael Caine als grotesk chargierender Althippie wird ein bisschen später exterminiert; den Tod Clive Owens, der die Schwangere als angenehm unhysterischer Retter durch das wachsende Chaos führt, in dem schließlich die Kamera selber Kunstblut ins Auge kriegt, hat sich Cuarón dankenswerterweise bis zum Schluss aufgehoben."

04. September 2006 | CHILDREN OF MEN • Kritik • Der Spiegel

Einen sensationellen Coup nennt Wolfgang Höbel den Film. "Die britische Großproduktion "Children of Man" aber ist nun eine besonders blutige Version der Weihnachtsgeschichte. Tatsächlich wissen die totalitären Herrscher der zivilisierten Welt ebenso wie die Terroristen: Die Geburt eines Säuglings wird als Erlösung gefeiert werden; und deshalb machen fast alle Jagd auf das heilige Kind. CHILDREN OF MEN erzählt diese - sagen wir vorsichtig: ganz schön pathetische - Story mit zwingender Kraft, in mitreissendem Tempo und mit großartigen Schauspielern. Im Vergleich wirken viele andere Wettbewerbsfilme da nur wie matte Zählkandidaten."

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