Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

GOLDEN DOOR

GOLDEN DOOR

Regie Emanuele Crialese
Kinostart 31.05.2007

Kritiken • GOLDEN DOOR

08. Juni 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Der Freitag

Laut Gerhard Midding ist der Blick des Regisseurs auf die Figuren der eines wohlwollenden, poetisch gestimmten Ethnologen. "So gelingt ihm, was im Kino sonst mit großem, epischem Atem inszeniert wird, aus einer rigoros intimistischen Perspektive zu schildern. Er erzählt das Drama der Emigration aus einer zärtlichen Nähe zu den Figuren heraus, in der die Träume einer ganzen Generation aufgehoben sind. Er hat seinem Drehbuch eine strenge Dreiaktstruktur gegeben, als wolle er sich auf diese Weise umso intensiver in die Stationen der Reise versenken, sie als konkreten Ort umso erfahrbarer werden zu lassen."

02. Juni 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Die Tageszeitung

Claudia Lenssen nennt GOLDEN DOOR schön: Er "erzählt mit allegorischen Bildern (Kamera: Agnès Godard) von der animistisch beseelten Landschaft, die es zu verlassen gilt, von den physischen Wandlungen der Reisenden, von den kleinen Ritualen, mit denen die Massenunterbringung auf dem Schiff in erste Schritte einer Anpassung an die künftige Großstadtexistenz umgesetzt werden, vom Entsetzen, den ein Sturm im Innern des Schiffsbauchs auslöst."

01. Juni 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Berliner Zeitung

Mariam Schaghaghi interviewt Charlotte Gainsbourg zu Fragen wie Immigranten, Außenseiter und die Kraft der Familie.

31. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Berliner Zeitung

Als ungewöhnlich mitteilsam bezeichnet Harald Jähner den Film. "Crialeses Film ist ganz Auge, ganz Kamera. Extrem ausdrucksstarke Bilder kompensieren die Stille in der wortkargen Sphäre der auswandernden Bauern. Bilder wie Seelenzustände ... Die erstaunlichste Leistung des bereits reichlich bei den Festivals in Cannes und Venedig ausgezeichneten Regisseurs besteht darin, mit der Wucht dieser archaischen Bilderkunst die Schauspielerei nicht zu erschlagen. Im Gegenteil: Trotz ihrer enormen Eigenwilligkeit forscht die Kamera (Agnès Godard) den Schauspielern geradezu sacht hinterher."

31. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Daniela Sannwald erzählt GOLDEN DOOR von Träumen und Illusionen, allerdings ohne sie mit einer harten Realität zu konfrontieren. "Keine Aussicht, nirgends: Verblüffend einfach und eindrücklich visualisiert der Film die existentielle Unsicherheit seiner bescheidenen Helden. Am Ende treibt Salvatore mit seiner Familie auf einem Fluss aus Milch. Davon hat er immer wieder geträumt, und auch wenn man nicht weiß, was aus ihm werden wird, so scheint er doch nicht unterzugehen."

31. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Der Spiegel

GOLDEN DOOR ist eine Parabel vom großen Aufbruch aus einem kleinen Leben, schreibt Birgit Glombitza. "Crialese ist ein Meister der Abstraktion, wie er virtuos von der Geschichte zum Mythos schwenkt, vom Tausendsten zum Einzelnen kommt, vom großen Ganzen ins Kleine, zum singulären Traum vom Glück. In seinen gelungensten Passagen erzählt sein Film von dieser Reise als wunderlicher Metamorphose: Von alter Zeit zur Moderne, von blutigen Füßen zum Automobil, vom Wind in den Bergen zum Lärm der Städte, vom Patriarchat zur Begegnung mit selbstbewussten Frauen. Nicht alles fügt sich. Vieles bleibt spröde und sperrig und fremd."

30. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • Jungle World

Für Esther Buss fängt der Film dort an, wo andere Auswanderfilme aufhören. "Der Film zeigt den Prozess des Abstreifen der Vergangenheit und die Entwicklung einer neuen Identität nicht als psychologischen Entwicklungsvorgang, sondern vor allem als eine tiefgreifende körperliche Erfahrung. ... [Er] ist dennoch nicht das große Erzählepos mit klassischer Erzählstruktur und dramaturgischen Wendungen. Stattdessen bedient sich Crialese eines anti-naturalistischen Dokumentarismus, insbesondere wenn er die Geschichte der Auswanderung als das mühevolle Durchlaufen eines vorgegebenen Programms darstellt und nicht auf das spezifische Einzelschicksal seiner Protagonisten setzt."

24. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • film-dienst 11/2007

Bedrückende und beeindruckende Bilder sah Wolfgang Hamdorf. "Der Film ist zurückhaltend inszeniert, fast spröde, teils beklemmend, jedoch immer wieder von lakonischem Humor unterbrochen. Wiederholt durchbricht Crialese den historisch-realistischen Stil der Erzählung mit ironisch-irrealen Sequenzen, in denen Salvatore sich die neue Welt visualisiert ... Ein vielschichtiges Zeitgemälde, das dem Mythos amerikanischer Emigrationsfilme, dem Mythos des "melting pot", einen europäischen Blick entgegensetzt, der historisch wirkt und doch seltsam vertraut ist; denn angesichts einer steigenden Immigrantenzahl besitzt dieses Epos über den Anfang des 20. Jahrhunderts gerade heute ungeheure Aktualität."

24. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • br-online.de

Margret Köhler lobt die eindringlichen und großartigen Bilder. "So richtig an Fahrt gewinnt die Geschichte nach der Ankunft auf der Quarantäneinsel, auch "Träneninsel" genannt: Wer wird akzeptiert, wer muss zurück, lässt sich das Marinepersonal mit den unwürdigen Intelligenz-, Geschicklichkeits- und Psychotests austricksen, wer kann sich in die neue Heimat eingewöhnen, wie viel Identität muss ein Immigrant aufgeben, um wirklich anzukommen? Es geht in diesem gefühlvollen, aber nie gefühligen Drama, weniger um einen historischen oder sozialen Ansatz, als um Einzelschicksale. Auch wer den Sprung in eine andere, nicht unbedingt bessere Zukunft schafft, kann Vergangenheit und Erinnerung nicht abschütteln."

24. Mai 2007 | GOLDEN DOOR • Kritik • critic.de

Bei Birte Lüdeking ist nur einiges im Gedächtnis hängengeblieben, "in erster Linie einzelne herausragend gefilmte Sequenzen, weniger die Geschichte als Ganzes, da sich die Szenen und die drei Schauplätze nicht zu einer Einheit addieren. Das mag auch daran liegen, dass sich der Regisseur so stark auf das Ästhetische zu konzentrieren scheint, dass er dabei seine Figuren und ihre Entwicklung vernachlässigt. Ein Zugang zu ihnen und ihrer Odyssee kommt nur in Ansätzen zustande, da sie wenig lebendig und fassbar sind."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,37185