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MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN

MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN

Regie Stephane Brize
Kinostart 20.07.2006

Kritiken • MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN

28. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Tango ist auch für ältere Männer, meint Eleonore Frey. "Der menschlichen Wahrheit, die sich im stets von neuem überraschenden Verlauf des Films Schritt für Schritt gegen die Gewohnheiten einer bei aller guten Absicht lebensfeindlichen Gesellschaft durchsetzt, entspricht die künstlerische Redlichkeit des Films. Er zielt nicht auf Verführung des Publikums ab. Wenn auch - im höchsten Grad überzeugend - die beiden Hauptdarsteller beinahe eins zu sein scheinen mit ihren Rollen, weist doch das leise Zögern, das manchmal im Übergang von einer Situation zur andern spürbar wird, darauf hin, dass wir nicht das Leben selber, sondern eben ein lebendes Beispiel vor uns haben. Wir sollen uns nicht verlieren an das, was wir sehen, sondern im Gegenteil aufmerken und so die notwendige Distanz gewinnen."

22. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Die Sommerromanze hat Christina Tilmann gefallen. "Nicht sehr originell, die Konstellation. Warum nur ist Stéphane Brizés Debütfilm MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN, gefeiert beim Festival von San Sebastian, ausgezeichnet als "Arthouse-Entdeckung der Saison", trotzdem einer der schönsten Filme dieses Sommers, ein kleiner Film, ein zarter, schüchterner, einer ohne klares Ende, der nur ganz wenig zulässt, und das Wenige ist unendlich viel? Vielleicht, weil Patrick Chesnais und Anne Consigny so ein perfektes Paar sind. Beide schüchtern, beide grau, müde und deprimiert, und kurz nur, wenn sie tanzen, ist da ein inneres Leuchten, das sie schön macht, beide."

21. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film ist laut Philipp Bühler letztlich einfach gestrickt. "Es ist ein Film, der Trost spendet, der vom Alter handelt und von der Sehnsucht nach Berührung, die oft verschüttet liegt. Brizé geht den Pfad zum kleinen Glück über allerlei Umwege, es gibt Enttäuschungen und ein eher offenes Ende, wie sich das gehört. Aber das irritierende Moment beschränkt sich auf einen grobkörnig-dokumentarischen Gestus, den man in der Regel mit Realismus verwechselt. Die Dogma-Filmer wussten noch, dass es sich dabei um einen Verfremdungseffekt handelt: So bringt man die unglaublichsten Geschichten unters Volk. Man muss den Film für diese kleine Schummelei nicht lieben, aber man kann ihm auch unmöglich böse sein."

20. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • Berliner Zeitung

Taktvoll neugierig nennt Gerhard Midding diese Charakterstudie. "Originalität ist mithin nicht Brizés größte Sorge - Komplikationen und Schicksalsschläge stellen sich mit redlicher Vorhersehbarkeit ein -, er ist vielmehr fasziniert von der Unbestimmtheit der Gefühle, in deren Bann seine Protagonisten geraten. Ihre Zuneigung könnte sich in freundschaftlicher Lebensteilhabe erfüllen, aber zugleich ist sie - wie die Liebe - Kränkungen und Enttäuschungen ausgeliefert. ... Was in Hollywood zu einer reinrassigen Komödie geraten würde, verwandelt sich dank französischer Raffinesse in eine leichtfüßige Reflexion über die Notwendigkeit, sich aus alten Zwängen und Schuldgefühlen zu lösen. Brizés pas de deux folgt einen Rhythmus aus Zurückhaltung und Neugierde, der beiden Hauptfiguren gerecht wird."

20. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • Neues Deutschland

Der tragikomische Tango mit offenem Ende hat Caroline M. Buck gefallen. "Tango-Fans kommen angesichts lang ausgespielter Titel und sichtbarer Chemie zwischen den Tanzpartnern auf ihre Kosten, der Fokus der Kamera aber liegt konsequent auf Minenspiel und Körpersprache der Protagonisten, denn vor allem ist der Tanz hier Katalysator für viel mehr. Selten haben ein Film und sein Drehbuch (Brizé mit Juliette Sales) deutlicher gemacht, dass ein zuckender Mundwinkel, ein verschämtes Verharren hinter der Gardine, ein letzter Blick beim Abschied oder eine an die Wange des anderen geschmiegte Stirn mehr sagen als tausend Worte."

20. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • film-dienst 15/2006

Jens Hinrichsen lobt die Darsteller: "Die Besetzung mit Patrick Chesnais und Anne Consigny ist ein doppelter Glücksfall. Ohne dem grandiosen, mit minimalem Aufwand Präsenz erzeugenden Chesnais zu nahe zu treten: schütterer Schnurrbart, ergraute Mähne, trübe Miene lassen an Jean Cocteaus "Schöne und die Bestie" denken. Oder an LOST IN TRANSLATION: Ähnlich wie bei Scarlett Johansson lässt Anne Consignys zarte Beharrlichkeit, ein Sehnen, das sich selbst nicht kennt, die Frage gar nicht erst aufkommen, was denn die stille Schönheit am grauen Wolf eigentlich findet. Trotz der dramaturgischen Bedeutung des Tangos behandelt Brizé die Tanzstunden ziemlich knapp, lehnt sich also kaum an vergleichbare Tanzfilme an."

20. Juli 2006 | MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN • Kritik • br-online.de

Eine Hymne auf die Liebe sah Kirsten Liese. "Bemerkenswert ist vor allem der einfühlsame Regiestil des Franzosen, der ohne Bett- und Sexszenen auskommt. Die Liebesgeschichte lebt von Andeutungen und einer subtilen Körpersprache. Melancholische Klänge prägen die Atmosphäre, und doch ist die schönste Szene eine zärtliche Tanzübung ohne Musik, in der sich die Liebenden im langsamen Wiegeschritt behutsam näher kommen, Ängste und Verklemmtheiten überwinden. ... Auch die Schauspieler sind bestens gewählt: Patrick Chesnais transportiert sein stumpfes Lebensgefühl so glaubwürdig, dass man annehmen könnte, er spiele sich selbst. Einfach hinreißend auch Anne Consigny, die Françoise mit natürlichem Charme, schüchterner Zurückhaltung und weiblichem Liebreiz spielt."

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