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WINTERREISE

WINTERREISE

Regie Hans Steinbichler
Kinostart 23.11.2006

Kritiken • WINTERREISE

23. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • Berliner Zeitung

Von unerhörter Kraft und Sehnsucht erzählt der Film laut Peter Uehling. "Steinbichler und seine großartige Kamerafrau Bella Halben sind Bierbichler dicht auf den Fersen. Manchmal sehen sie ihm tief ins Gesicht; oft aber scheint es, als würde er sie abhängen, fortscheuchen, wegdrängen wollen - dieser Kampf eines Schauspielers mit der Darstellbarkeit ist von ungeheurer Intensität. Im Vergleich mit seinem Kinodebüt HIERANKL hat sich Steinbichler hier viel stärker auf seine Hauptfigur konzentriert, sich ihre Motivationen und schrägen Argumente nicht weniger identifikatorisch zu eigen gemacht als sein Hauptdarsteller."

23. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • Die Tageszeitung

Dietrich Kuhlbrodt kann seinen ironischen Untertöne nicht unterlassen. Der Kritiker weiß "den genialen Rhythmus der Montage zu würdigen. Die langen depressiven Totalen kippen in manisch-hektische Nahaufnahmen. Im Fokuswechsel öffnet sich der Film. Regisseur Hans Steinbichler (HIERANKL) bringt uns auf die Straße, "die noch keiner ging zurück". Für Bierbichler hätte es selbstverständlich eine medikamentöse Lösung (Tavor? Haloperidol?) geben können, aber Dichter und Denker bevorzugen die neualte Erlösung. Das ist deutsch und poetisch."

23. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • Der Tagesspiegel

Dies ist ein Film über die meistgefährdete Gruppe dieser Gesellschaft, den Mittelstand, schreibt Kerstin Decker. "Ein Film, der so wehtut wie es nur Selbsterkenntnis kann und doch in seinem ruhigen Fluss schön ist wie Schuberts "Winterreise". Eine Reise auch auf die erdabgewandte Seite der Seele – wenn Bierbichler Schubert singt."

23. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • epd-Film 12/2006

Laut Heike-Melba Fendel stellt der Regisseur "Extremes nicht aus, sondern macht es zum Ausgangspunkt seines Blickes auf eine Welt, in der alles mit allem verbunden ist: die Seelenlandschaften mit den Bildern verschneiter Wälder wie Bildern des Himmels über Afrika; die Architektur einer Biografie mit der von deutschen Dörfern und kenianischen Slums; das Drama eines alternden Mannes mit dem einer hilflosen Gesellschaft; die deutsche Romantik mit dem Deutschland von Hartz IV."

23. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • film-dienst 24/2006

Wolfgang M. Hamdorf ist von dem Hauptdarsteller fasziniert: WINTERREISE "konzentriert sich ganz auf die Protagonisten, was über weite Strecken fasziniert, und doch wird der Film vom Ungleichgewicht der Darsteller auch beeinträchtigt. Das skurrile, destruktiv-vitale Schwergewicht Brenninger dominiert alle Szenen, und Josef Bierbichler spielt alle an die Wand. ... Stellenweise wirkt [der Film] wie aus unterschiedlichen Erzählstilen und Genreelementen zusammengesetzt, ohne eine Einheit zu erzielen. Die unfertig, stellenweise schablonenhaft wirkenden Sequenzen kontrastieren seltsam mit der rauen Poesie sowie den durchaus bewegenden, stilistisch und vor allem schauspielerisch faszinierenden Passagen des Films."

23. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • br-online.de

Einen sehr schweren Film sah Andrea Mirbeth. "Hans Steinbichler schielt nicht nach der einfachen Gunst des Zuschauers, passt sich nicht an, hat wie schon in HIERANKL einfach seinen Film gemacht, der ein Bierbichler-Film geworden ist. Ein Solo für einen wahrhaft starken Schauspieler – alle anderen um ihn herum spielt dieser an die Wand."

22. November 2006 | WINTERREISE • Kritik • Der Spiegel

Laut Gabriele Meierding spielt Josef Bierbichler einen Mann, der außer Kontrolle gerät - ein wandelndes Epizentrum am Rande des Wahnsinns. "Die Melancholie der Winterreise ist ein Hinweis, die Inhaltsangabe vermittelt es, ohne es explizit zu sagen. Franz Brenninger ist manisch-depressiv. Auch im Film wird dieses stigmatisierende Wort vermieden. "In der ersten Drehbuchfassung wurde das Manisch-Depressive stark thematisiert, Ärzte kamen zu Wort, dagegen hatte ich Bedenken", erklärt Steinbichler. "Denn ich glaube nicht, dass es für einen Charakter gut ist, wenn der Zuschauer ihn und seine Emotionen von vornherein als krank einstuft. Ich wollte, dass wir das Manisch-Depressive in diesem Film so wie im Alltag wahrnehmen.""

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