Inhalt • BRINKMANNS ZORN
Ein Mann schimpft. Er verflucht den miesen gelben schmutzigen Himmel über Köln. Er schreit in ein Mikrophon. Die Welt ist aus den Fugen. Man muss ihr neue Töne entreißen, damit sie wieder verstanden werden kann. So trotzt er der Alltagswelt Geräusche ab, drischt auf Mülleimer, schreit und flüstert und dichtet. Manchmal ist er ganz außer sich vor Zorn. Er sucht nach Wörtern, die sich sperren und nach der Poesie im Hier und Jetzt. Das einzige Genie unter den jüngeren bundesrepublikanischen Literaten hat Heiner Müller ihn genannt. Kurios gekleidet - mit Schlips und Konfirmandenanzug - begehrte er auf gegen alle literarischen Konventionen.
Crew • BRINKMANNS ZORN
Regie: Harald Bergmann
Darsteller: Rainer Sellien, Martin Kurz, Eckhard Rhode, Alexandra Finder, Isabel Schosnig ...
Verleih/Copyright: Neue Visionen, Berlin
Kritik • BRINKMANNS ZORN • 02. Januar 2007 • film-dienst 01/2007
Ulrich Kriest sah einen ungewöhnlich kraftvollen Film, "der Brinkmanns "Rap" rhythmisch kongenial montiert und zu einem stimmigen, mitreißenden Porträt formt. BRINKMANNS ZORN ist ein absoluter Glücksfall von einer Literaturverfilmung, rasant, mitreißend, zornig, unterhaltsam und klug. Bergmanns ebenso mutiger wie radikaler Ansatz, der Stimme, Bilder und Texte zur fiktionalen Fabrikation eines scheinbar dreidimensionalen Wiedergängers nutzt, wird der Arbeit des Porträtierten gerade dadurch gerecht."