Inhalt • GHETTO
Im litauischen Wilna befindet sich 1941 ein großes jüdisches Ghetto. Grausamer Herrscher über Leben und Tod ist der junge SS-Offizier Kittel. Um die schöne Sängerin Haya auf die Bühne zu befehlen, lässt der schöngeistige Despot ein altes Theater wieder bespielen. Während die Liquidierung des Ghettos unausbleiblich näher rückt, versucht der Ghettopolizist Gens mit zwiespältigen Methoden Bewohnerinnen und Bewohner vor der drohenden Ermordung zu bewahren.
Kritik • GHETTO • 08. Juni 2006 • Berliner Zeitung
Es ist ein tragischer Konflikt, der hier ausgebreitet wird, schreibt Stephan Speicher und vergleicht den Film mit der Revue. "Aus der Revue ist wieder eine Tragödie geworden. Erika Maroszan ist die schöne, traurige Jüdin, Sebastian Hülk gibt (zweifellos eine große schauspielerische Leistung) den überlegenen, witzigen, grausamen SS-Kommandanten, auf dem nun das Hauptinteresse liegt. Geschichtspädagogisch ist das unbedenklich. Niemand wird das Kino verlassen und die deutschen Verbrechen an den Juden leugnen oder leichter nehmen als zuvor. Doch aus einem vielleicht nicht großen, aber eigenwilligen Kunstwerk ist unterdessen gut gemachte Konfektionsware geworden."