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DAS SCHLAFENDE KIND

DAS SCHLAFENDE KIND

Regie Yasmine Kassari
Kinostart 08.06.2006

Kritiken • DAS SCHLAFENDE KIND

09. Juni 2006 | DAS SCHLAFENDE KIND • Kritik • Die Tageszeitung

Trauer und Lebensfreude, Moderne und Tradition sind auf seltsame Weise verquickt in diesem Film über Emigration aus der Sicht derjenigen, die geblieben sind, schreibt Dietmar Kammerer. "Bemerkenswert, wie der Film die Fülle der alltäglichen Besorgungen nimmt, um die Leere drum herum umso deutlicher spürbar werden zu lassen. Alles verliert sich in der Weite der Landschaft: Häuser, Menschen, Hoffnungen. In der Abwesenheit der Männer treten aber auch die Freiräume der Frauen zutage: Selbstbewusstsein und Entschlossenheit sind alles - aber auch nichts Geringeres -, was sie der Ödnis und dem Warten entgegensetzen können. Der sporadisch wiederkehrende rote Lastwagen, erst Zeichen der Hoffnung, wird zur dauernden Enttäuschung."

08. Juni 2006 | DAS SCHLAFENDE KIND • Kritik • Berliner Zeitung

Sabine Vogel ist angetan von DAS SCHLAFENDE KIND. "Die Zeit des Wartens auf Nachrichten und die Wiederkehr der Männer - das ist die Geschichte dieses Films. In Stillleben von großer Einfachheit zeichnet die Kamera den unbeklagten Alltag und die pastorale Melancholie eines Lebens, das von der Gegenwart der Moderne nur durch die Erfahrung des Leids gestreift wird. Noch sieht alles so malerisch schön aus. Die elegischen Wehgesänge der Hirten verhallen im Wind."

08. Juni 2006 | DAS SCHLAFENDE KIND • Kritik • Der Tagesspiegel

Es gibt Filme, die durch ihre Geschichte fesseln, und solche, in denen die Situation die Hauptsache bildet, behauptet Hans-Jörg Rother. "DAS SCHLAFENDE KIND gehört zur zweiten Gruppe. Freunden der maghrebinischen Kultur reiht der Film die ethnographischen Details gleichsam auf einer Perlenschnur aneinander ... Die Handlung ist flüchtig skizziert, nie melodramatisch ausgemalt, auch nicht die Affäre Halimas mit einem Nachbarn und das Scheitern ihrer Ehe. Nicht jede marokkanische Landfrau mag ihr Leben mit Warten verbringen. Aber Kassari hütet sich, unser Klischee von der unterdrückten arabischen Frau zu bedienen."

08. Juni 2006 | DAS SCHLAFENDE KIND • Kritik • Neues Deutschland

Gunnar Decker sah einen Film über das Warten. "Da kommt viel Anspannung ins Warten, das aus lauter uneingelösten Sehnsüchten gemacht zu sein scheint. In der Bildsprache des Kameramannes Giorgos Arvanitis, der mit den Filmen Theo Angelopoulos’ bekannt wurde, entsteht ein dichtes Geflecht aus Motiven, das selbst eine mythische Kraft bekommt.
Auf kluge und diskrete Weise führt Yasmine Kassari hier Tradition und Moderne zusammen."

07. Juni 2006 | DAS SCHLAFENDE KIND • Kritik • fluter.de

Silke Kettelhake stimmte der Film traurig. "Wie sehr eine gegenseitige Kommunikation das Leben aber bereichert, es geradezu ausmacht, wird deutlich an den kleinen Gesten, wenn sich die Frauen kurz berühren, wenn sie die Kinder streicheln. Mit DAS SCHLAFENDE KIND hat Kassari den Frauen eine Stimme verliehen, die in einem Zuhause bleiben müssen, das keins mehr ist. In ihrem vorausgegangenen Kurzfilm WENN DIE MÄNNER WEINEN (2001) porträtierte sie marokkanische Arbeitsimmigranten im spanischen Exil. Ein deprimierend lethargischer Film, fernab jeder Folklore. Traurig, und umso trauriger, weil diese Geschichten nicht nur im Film vorkommen."

22. Oktober 2005 | DAS SCHLAFENDE KIND • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Einen Reigen ruhiger, farbenkräftig-expressiver Bilder sah Alexandra Stäheli. "Wie Zeinab und Halima nun beginnen, an ihre Männer per Video-Brief zu appellieren, und sie bitten heimzukehren, so werden auch die Filmbilder in ihrem Wechsel zwischen bunter Sinnlichkeit und monotoner, karger Landschaft als Gefühlsbarometer der beiden Frauen lesbar, deren einziges Begehren, einziger Lebensinhalt, am Ende ungehört verklingt."

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