| Regie | Christopher Nolan |
Ein famoses Wahrscheinlichkeitsgetüftel sah Michael Köhler. "Den Anhängern der jüngeren französischen Philosophie wird MEMENTO als Wink eines im ambitionierten Hollywoodkino waltenden Geschicks erscheinen, als unmissverständliches Zeichen, dass die Dekonstruktion einer Erzählung durch sich selbst nun endgültig zum guten Ton der Populärkultur gehört. Den Liebhabern schnörkelloser Thriller-Unterhaltung wiederum dürfte gefallen, wie die klassische Struktur von Rätsel und Enthüllung beibehalten bleibt, während sich die Narration langsam von ihrem Ursprung her aufzulösen beginnt."
Laut Frank Noack liefert der Regisseur eine Hommage an die Rückblende. Ihm ist "thematisch und erzähltechnisch ein Geniestreich gelungen: total verwirrend, aber nicht verworren. Selbst wenn man als Zuschauer den Überblick verliert, verliert man nicht das Vertrauen in den Erzähler. ... Herausragend ist Nolans Film nicht zuletzt deshalb, weil er seine originellen Ideen mit viel Atmosphäre versieht. So gerät ihm MEMENTO am Ende zum traurig-melancholischen Hymus auf einen Zombie, der nur noch den Tod seiner Frau rächen will."
Merten Worthmann ist begeistert: "MEMENTO ist ein existenzialistischer, experimenteller Film noir, eine Kreuzung aus B-Movie und Konzeptkunst, ein dramaturgisches Abenteuer über Zeit und Erinnerung, Illusion und Identität, ein rasantes Werk, das auf kleinstem Raum dahinjagt und dabei sehr weit herumkommt - und das auch noch im Rückwärtsgang. ... Als Zuschauer fällt man zunächst auf die Lügen herein wie Shelby selbst, an dessen Fünfminutengedächtnis Nolan seinen Erzähltakt anlehnt. Später wird man misstrauischer. Doch mit den Sprüngen in die Vorzeit setzt der Regisseur das Publikum auch stets aufs Neue der Gedächtnislosigkeit aus."