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KUSSKUSS

KUSSKUSS

Regie Sören Senn
Kinostart 01.06.2006

Kritiken • KUSSKUSS

03. Juni 2006 | KUSSKUSS • Kritik • Die Tagesazeitung

Die Ménage à trois kann sich nicht zwischen Knistern und Lehrbuch entscheiden, kritisiert Birgit Glombitza. "Als hintergründiges Liebesdebakel und tragikomische ménage à trois rempelt diese Geschichte doch sehr gegen die Käfigkanten einer strikten Versuchsanordnung. Manchmal aber gelingt es den Schauspielern, den tänzelnden Charme einer französischen Liebeskomödie hereinzuspielen. Nur fahren hier keine giggelnden Frauen in Blümchenkleidern auf dem Fahrrad zum Strand. Stattdessen sieht man, in klassischer Konrad-Wolf-Schulen-Tradition, Katja mit Augenringen zur Arbeit hetzen, bei tristen Visiten oder bei ihren Kontrollgängen entlang der Laborratten."

01. Juni 2006 | KUSSKUSS • Kritik • Berliner Zeitung

Überraschenderweise ist der Film für Jan Brachmann kein politischer. Der Regisseur "entschied sich für die riskanteste Art eines Debüts, für einen - wie er selbst sagt - "Schauspielerfilm", also einen Film, dem das Sujet oder das Genre kein starkes Rückgrat liefern. KUSSKUSS ist ein Kammerspiel, das seine Dynamik allein aus der Vielschichtigkeit seiner Figuren bezieht. Von den Schauspielern hängt da sehr viel ab. ... KUSSKUSS ist kein langer Film und nimmt sich doch viel Zeit. In seinem ruhigen Rhythmus variiert er das Thema von Goethes "Wahlverwandtschaften": wie Paare sich lösen und neue sich finden. Seine Kraft bezieht der Film aus der Zukunftsoffenheit, dem ständigen Entwurfscharakter der Figuren, also gerade aus dem, was Katja in ihrer gönnerhaften Fürsorge an Menschen nicht wahrhaben will."

31. Mai 2006 | KUSSKUSS • Kritik • fluter.de

Zielsicher nennt Thomas Winkler den Film. "Was als Flüchtlingsdrama mit nahezu dokumentarischem Charakter beginnt, entwickelt sich schnell zur Tragikomödie über Sprachlosigkeit zwischen den Kulturen und das Scheitern an den eigenen Ansprüchen. Wenn Hendrik dem Gast aus Algerien seine Urlaubsdias aus Mali vorführt, weil das ja alles irgendwie Afrika ist, wird en passant das wenig reflektierte politische Bewusstsein einer jungen, urbanen Generation entlarvt. Diese zu porträtieren gelingt Senn und Milhan dank hervorragender Schauspieler/innen, punktgenauer Dialoge und einer sorgsamen Inszenierung, die auf Schaueffekte verzichtet und stattdessen versucht, den Witz in alltäglichen Situationen aufzuspüren."

25. Mai 2006 | KUSSKUSS • Kritik • film-dienst 11/2006

Ein hoch sympathisches und kluges Debüt sah Alexandra Wach. Der Film "besticht durch die Leichtigkeit, mit der er sein vielschichtiges und ernstes Thema behandelt. Mit pointierten Dialogen und feinen Beobachtungen zur Befindlichkeit heutiger Mittdreißiger, schafft er erstaunlich differenzierte Charaktere mit Ecken und Kanten, getrieben von Hilfsbereitschaft und Desinteresse, Selbstbetrug und Sinnsuche. Dabei gelingt Senn das Kunststück, das Thema Illegalität sensibel und humorvoll aufzugreifen, ohne in die Falle einer didaktischen Attitüde zu tappen."

| KUSSKUSS • Kritik • Jurgybegründung des Babelsberger Medienpreises

"Getragen durch hervorragende Schauspieler, gelingt es Sören Senn, eine interessante Geschichte glaubwürdig und mit Gespür für Pointen zu erzählen. Das Drehbuch von Katrin Milhahn schafft dafür eine emotionale Schwebe-Situation, die immer wieder neue Überraschungen bereithält. Ein sensibel inszenierter, unaufdringlicher Film, der das Thema Asyl und Abschiebung aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Ohne unnötige Schwere schafft es Sören Senn, ein Thema zu behandeln, das oft mit einer Belehrung endet."

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