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KLIMT

KLIMT

Regie Raoul Ruiz
Kinostart 25.05.2006

Kritiken • KLIMT

26. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Jede Kamerafahrt ist eine Torte im Gesicht des Realismus, schreibt Michael Kohler. "Man muss schon zu den filmischen Reigen eines Max Ophüls zurückkehren, um eine ähnlich exaltierte und in ihrer Ausschweifung zugleich derart beherrschte Szenerie zu finden wie im neuesten Film von Raoúl Ruiz. ... In der Aufwertung des Kunsthandwerks treffen sich der Regisseur und seine Titelfigur. Jede abschweifende Kamerafahrt, jedes Ausstattungsornament, jede absichtsvolle Verwirrung der erzählerischen Ebenen ist eine Hommage an Gustav Klimt, der mit seiner Kunst mehr für die Entwicklung des Films getan hat als Vorbilder für den Leinwandvamp zu liefern."

24. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • Berliner Zeitung

Carmen Böker ist nicht gerade begeistert. "Raoúl Ruiz hat sich für seine aus des Künstlers Sterbebett heraus erzählte Biografie KLIMT ganz vehement für die Gedankenbocksprünge des Protagonisten entschieden - mit dem Effekt, dass etwas zwar hübsch Anzusehendes, inhaltlich aber völlig Unzusammenhängendes entstanden ist; die Amerikaner haben dafür bereits das Wort "Bilderbogen" aus dem Deutschen entlehnt. So manche Szene ist wie auf dem kostbaren Mosaikgrund von Gustav Klimts Jugendstil-Gemälden errichtet, die Frauen, denen sich Klimt in erotischer Absicht nähert, verharren in den ewig dekorativen Posen seiner goldenen Adele Bloch-Bauer."

24. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • Die Tageszeitung

Bert Rebhandl sieht in KLIMT eine Dekadenzfantasie - eine "Studie über die Zeit, da die Sprache modrig wurde und die Bilder zu fließen begannen ... Die distanzierte Nachsynchronisation dieser internationalen Produktion trägt zusätzlich zu einer Verfremdungserfahrung bei, die KLIMT prägt. Völlig ungerührt bewegt sich John Malkovich durch immer neue abgründige Szenarien. ... An dem Bild der Sexualität aus Stanley Kubricks letztem Film EYES WIDE SHUT scheint auch John Malkovich sich zu orientieren - wo alles Allegorie ist, bleibt der Spaß auf der Strecke. Der größte Mangel von KLIMT ist aber nicht, dass Malkovich den Maler wie einen Geist spielt, sondern dass die Bilder von Klimt mit den Bildern des Films nichts zu tun haben."

23. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • Der Tagesspiegel

Das Kinotraumspiel hat Christina Tilmann überzeugt. KLIMT ist "weniger Spielfilm, mehr Experiment: eine filmische Annäherung an die Kunst des Wiener Sezessionisten Klimt. Das Mittel dazu: Musik. Eine Musik der Bilder, mit einer Kamera, die Walzer tanzt, einen endlosen, schwindelerregenden Walzer. ... Die ganze Wiener Akademiewelt mit ihren papiernen Streitereien über Schönheit und Form rauscht vorbei, und zwischendrin ein Grobian wie Egon Schiele (Klaus Kinskis Sohn Nikolai, bis in die Physiognomie Schieles Ebenbild) oder Adolf Loos, der mit Sahnetorten wirft. Wahrscheinlich müsste man diesen Text in einem einzigen, endlosen Satz schreiben, um der sich ewig weiterdrehenden Bewegung des Films gerecht zu werden."

23. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • br-online.de

Ein visuelles Meisterwerk ist KLIMT für Kirsten Liese. "Es ist bei weitem keine klassische Biografie, die der chilenische Kunstkino-Exzentriker Raoul Ruiz in seinem Film nachzeichnet, der den österreichischen Jugendstil-Maler als wandelbaren Eigenbrötler verehrt. Vielmehr setzt sich "Klimt" auch formal aus unzähligen Fragmenten zusammen: Allegorien, Charakteren, die Gedankenwelten der Dichter Stefan Zweig, Joseph Roth oder Hugo von Hofmannsthal entspringen, Begebenheiten, die Dante und Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" Reverenz erweisen, Motive aus Ravels "La Valse" sowie anderen musikalischen Schnipseln, die stilistisch an Brahms, Mahler und Schönberg erinnern. Und die erlesen ausgeleuchteten, teils surrealen Bildkompositionen mit einem zerschlagenen Spiegel als leitmotivischer Metapher - sie können einen Anspruch auf eigenständige Kunstwerke erheben."

23. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • fluter.de

Philipp Bühler kritisiert wie folgt: "KLIMT ist kein Film über Klimt, er will sein wie ein Gemälde von Klimt. Sein Stil ist folglich ornamental, fragmentiert und mit viel Gold und nackten Frauenkörpern ausgeschmückt, wogegen erst mal nichts zu sagen ist. Aber Ruiz opfert dafür die Person Klimt. ... Gaststar John Malkovich zeigt sich denn auch selbst ziemlich gelangweilt von seiner Rolle und steht immer ein wenig neben sich. Gestelzte Kunstdiskussionen in Wiener Kaffeehäusern, unmotivierte Kamerafahrten und äußerst durchwachsene Schauspielleistungen tun ihr Übriges. Es existiert ein längerer Director's Cut, in dem das prätentiöse Getue angeblich einen Sinn ergibt."

23. Mai 2006 | KLIMT • Kritik • film-dienst 11/2006

Vordergründig und selbstverliebt nennt Katharina Zeckau den Film. "Dem surrealistisch anmutenden filmischen Fiebertraum fehlt es an Seele, was selbst John Malkovich als Klimt nicht auszugleichen vermag. Malkovich ist nicht falsch besetzt; doch lässt die Bilderflut kaum ein freies Eckchen zur darstellerischen Entfaltung, weswegen Malkovich recht desinteressiert durch die Szenerie treibt. Der Umgang mit dem menschlichen "Material" ist bezeichnend für den Film, in dem, rein äußerlich, sämtliche Protagonisten des österreichischen Fin de Siècle gut getroffen sind."

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