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SHORTBUS

SHORTBUS

Regie John Cameron Mitchell
Kinostart 19.10.2006

Kritiken • SHORTBUS

21. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Der Spiegel

Jenny Hoch ist begeistert: "US-Regisseur John Cameron Mitchell hat mit SHORTBUS ein Tabu gebrochen und einen ebenso amüsanten wie expliziten Ensemblefilm über die Nöte moderner Großstadtneurotiker gedreht. ... Expliziter Sex dient eher als Metapher für ein aktuelles Gesellschaftsportrait junger New Yorker Stadtneurotiker. Sex ist für diese kleine, ausschweifende Gruppe im großen, puritanischen Amerika nicht mehr als eine weitere Ausdrucksmöglichkeit, gleichberechtigt neben Fotografie oder Malerei. Denn im Grunde sind alle Figuren dieses Films, egal ob homo- oder heterosexuell, schrill oder still, Bademeister oder Domina, auf der Suche nach sich selbst und der richtigen Art zu leben."

19. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur zeigt alles, behauptet Bert Rebhandl. "An SHORTBUS ist alles echt, wie der Regisseur nicht müde wird, zu betonen - der Sex ist nicht vorgetäuscht, die Figuren sind nicht erfunden, alles ist erlebt und gespielt zugleich. Der Film gehört selbst zu den Formen der Selbstliebe, ohne die es keinen guten Sex gibt. Das wäre dann die dritte Antwort: das Leben und die Arbeit und die Kunst gehen ineinander über. Die neue Boheme weist den Weg. Zumindest Berlin sollte sich in SHORTBUS ein wenig wiedererkennen können."

19. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Die Tageszeitung

Das Besondere an John Cameron Mitchells SHORTBUS ist, mit welcher menschenfreundlichen Fröhlichkeit hier der Tabubruch zelebriert wird, schreibt Sven von Reden. "Sex ist nicht das Problem, sondern die Lösung - genauer gesagt: guter Sex ist die Lösung. Das heißt nicht, dass der Blick auf das Private verengt würde. SHORTBUS erhebt den Anspruch, den Zeitgeist in New York nach den Anschlägen des 11. September zu spiegeln. ... Dabei verwandte er lange Zeit darauf, erst einmal herauszufinden, welche Darsteller sich überhaupt zueinander hingezogen fühlen, sodass sie möglichst ungezwungen vor der Kamera Sex haben können. Der Aufwand hat sich ausgezahlt: Selten hat man Sex im Kino so ungehemmt und spielerisch-komisch gesehen."

19. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Der Tagesspiegel

Ungewöhnlich findet Sebastian Handke den Film nicht. Der Regisseur "hat die Einzelschicksale in zweijähriger Arbeit mit furchtlosen Darstellern in unzähligen Improvisationen und Drehbuchsitzungen gemeinsam erarbeitet. Gemeinsam ist ihnen ein leichtfüßig zwischen Drama und Komödie tänzelnder Film gelungen. Kein schmieriges Sexfilmchen, kein Arthouse-Porno, sondern eine humane, tragisch-kluge Geschichte – weil sie Sex nicht als Trieb abbildet, sondern als das unauslöschliche Bedürfnis nach Intimität."

19. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte lobt: Endlich ein Sexfilm, der alle verbindet. "Wie sonst nur Pedro Almodóvar erreicht John Cameron Mitchell eine Atmosphäre, in der selbst die ungewöhnlichste sexuelle Orientierung binnen Sekunden gänzlich normal erscheint und auch der bürgerlichste Zuschauer nicht mehr ausschließen würde, seit Jahren auch mit Transsexuellen befreundet zu sein. Auch der Sex ist plötzlich nichts Ungewöhnliches mehr, obwohl wir im Spielfilm noch nie soviel davon auf einmal gesehen haben. Mitchells Film folgt den Figuren, ob Heteros, Schwulen oder Bis, in ihren individuellen Problemen ohne diese auf das Sexuelle zu reduzieren - von dessen grundsätzlichem Segen er allerdings ausgesprochen überzeugt ist."

19. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Neues Deutschland

Mitchells lust- und humorvolles, musikalisch hervorragend begleitetes, philosophisches Episoden-Drama bietet in diesem Kinojahr neben Filmen wie BATTLE IN HEAVEN oder DER FREIE WILLE wohl den Höhepunkt sexueller Freizügigkeit, schreibt Marion Pietrzok. "Das Erstaunliche: Niemals wird der Zuschauer zum Voyeur. Er wird von Prüderie befreit, denkt gar nicht ans angeblich Schlüpfrige des Films."

19. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • Die Zeit

SHORTBUS will ein Pornofilm sein – und Kunst noch obendrein, behauptet Diedrich Diederichsen. "Ein Film, der sehr ernst gemeinte Liebes- und Lebenskrisengeschichten im späten Selbstverwirklichungsmilieu von New York erzählen will, aber aus Angst vor dieser Ernsthaftigkeit immer wieder schmunzelnd in die Anspielungskultur abtaucht. Er bindet eine aktuelle Stimmung einer Szene, die sich für alternative Pornografie und einen urbanen Neo-Hippie-Tribalismus mit dazugehöriger avanciert-improvisierter bis sentimentaler Folk-music begeistert, zum Bilderbogen. Doch der Film kann sich zwischen drei Dingen nicht entscheiden. Will er sexualpsychologische Porträts heutiger Personen zeichnen? Einige einander überlagernde Netz- und Subkulturtrends aufblättern? Oder will er einen Beitrag zur Diskussion der Frage leisten, ob zur neuen Polysexualität eine eigene neue Pornografie gehöre?"

17. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • br-online.de

Außergewöhnlich nennt Heidi Reutter den Film. "Manche Dialoge sind dabei durchaus gelungen, auf den Punkt und herrlich komisch. Ansonsten beeindrucken optische Tricks: New York als kunterbuntes Pappmodell und eine tänzelnde Trickkamera, die von einem Apartment leichtfüßig ins nächste schwebt. Oder der Gitarrensong des New Yorker Schauspielers Jay Brannan, den er vor der nachfolgenden Menage à trois mit Jamie und James trällert. Man muss diese schonungslosen Schauspielerleistungen würdigen. Und hofft dabei insgeheim, dass diese orientierungslosen Figuren im echten Leben ihr wahres Ich schon gefunden haben."

12. Oktober 2006 | SHORTBUS • Kritik • film-dienst 21/2006

Der Film ist laut Oliver Rahayel von einer seltenen Unmittelbarkeit. Dem Regisseur "geht ihm allein darum, Blockaden auf sexuellem Gebiet aufzuzeigen, die wiederum auf psychische Verwirrungen hinweisen sollen. Mitchells Geschichten lassen sogar vermuten, dass man, indem man erstere löst, letztere in den Griff bekommt. Sex als Methode der Befreiung ist nicht nur ein Ideal der 1960er-Jahre, sondern auch eines der Schwulenbewegung. Dass Manhattan nach wie vor ein Traumland ist, ein buntes Miteinander, in dem alles möglich ist, zeigt Mitchell anhand einer aufwändigen, schillernden Pappkulisse, über die die Kamera immer wieder hinweg fliegt."

22. Mai 2006 | SHORTBUS • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Jan Schulz-Ojala probiert es der Regisseur direkt mit Sex. "Er setzt auf kalauernden dirty talk und Rammeln am laufenden Bild, worüber allenfalls noch aus dem hinteren Mittleren Westen angereiste Jüngelchen glucksen mögen. Nichts trauriger als schocklustiges Kino, das niemanden schockt."

22. Mai 2006 | SHORTBUS • Kritik • Der Spiegel

Wie Wolfgang Höbel reden in Cannes alle über diesen Film: "Weil er ein gut gelauntes, amüsantes, nur manchmal ein bisschen naives Plädoyer für die sexuelle Selbstverwirklichung ist, in dem es gleich am Anfang wild und kurios zur Sache geht. ... Ohne jede Scheu vor pornographischen Bildern kreuzt der Regisseur Mitchell durch eine Welt, in der junge Menschen ohne große Verklemmungen nach sexuellem Spaß suchen. "Shortbus" ist kein Hippie-Pamphlet und keine Exkursion ins Notstandsgebiet sexueller Bizarrerien, wie ihn das deutsche Müll-TV jeden Tag bietet. Es handelt sich eher um einen heiteren Zustandsbericht, der sich allerlei Frechheiten herausnimmt."

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