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SOMMER 04

SOMMER 04

Regie Stefan Krohmer
Kinostart 19.10.2006

Kritiken • SOMMER 04

27. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Der Freitag

Laut Gerhard Midding zeigt der Regisseur, wie leidenschaftslos in der Atmosphäre absoluter Liberalität den Übertretungen gefrönt wird. "Das Körperspiel erzählt in diesem Film von der Schwierigkeit, eine Haltung zu finden, für sich selbst einstehen zu können. Es wird bestimmt von der Verlegenheit. Der Schauspieler sind unablässig mit beiläufigen Verrichtungen beschäftigt. Dieser Bezug auf die Requisiten (und sich selbst) besiegelt keine entspannte Besitznahme der physischen Realität eines fremdem Ortes. Er vollzieht sich ohne gestische Selbstverständlichkeit, wirkt vielmehr wie ein Alibi für die eigene Leinwandpräsenz."

19. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Der Spiegel

SOMMER 04 nimmt gnadenlos das deutsche Mittelstandsleben unter die Lupe, meint Hannah Pilarczyk. Besonders lobt die Kritikerin Martina Gedeck: "Mit vorgeschobenem Becken und hängenden Schultern verleiht Martina Gedeck ihrer Miriam eine ebenso träge wie aggressive Erotik. Wie schon in DAS LEBEN DER ANDEREN und ELEMENTARTEILCHEN entwickelt Gedeck dabei eine physische Präsenz, wie sie momentan keine zweite deutsche Schauspielerin auf der Leinwand aufzubauen weiß. Ihr Körper drängt sich in die Bilder und zwischen die Menschen, und lässt doch keine Sinnlichkeit oder Romantik zu. Neben der konstant grandiosen Gedeck beweisen Krohmer und Nocke aber auch bei den anderen Besetzungen Souveränität über ihre Figuren."

19. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Berliner Zeitung

Eine schöne Kolportagegeschichte mit einer schwierigen Psychologie sah Philipp Bühler. "Keine der Figuren wirkt zur Gänze sympathisch, aber alle bis auf den schillernden Bill sind emotional schlüssig. Wenn die letzte Segelpartie zum Showdown ausartet und sich eine kleine Kriminalgeschichte anschließt, darf man sogar an Roman Polanski denken und seinen berühmten Erstling DAS MESSER IM WASSER von 1962, zugleich sein letzter polnischer Film."

19. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit einer Inhaltsangabe kommt man bei diesem Film nicht weit, meint Julian Hanich. "Was erzählt wird, ist kunstvoll ins Gewebe seiner Form geflochten. Wer seinen Stil konsequent von allem Seifenoperhaftem befreit, kann ein cinephiles Kinopublikum auch mit Kolportage um den Finger wickeln. ... Oberstes Stilprinzip dabei: das Wegsehen. „Sommer ’04“ ist ein Film der Lücken. Durch abrupte Szenenwechsel und Auslassungen enthält Krohmer vor, was sonst im Mittelpunkt der Soap Opera steht: der Blick auf das Voyeuristische, Skandalöse, Sensationelle. Diese Strategie hat einen doppelten ästhetischen Reiz."

19. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Bei den Film hat Rüdiger Suchsland an die Franzosen gedacht. Der Film ist "wohl das präziseste Gegenwartsportrait des Jahres. Mehr noch als die einzelnen Figuren ist das Milieu der Hauptdarsteller: die Mittelschicht, die zu den Werten, die sie lebt, zu wenig steht, und das nicht lebt, was sie zur Schau trägt. Ein Film also über die Wahrheit der "Neuen Bürgerlichkeit" jenseits der Phrasen ihrer Propagandisten, ein Drama über die Realität der Werte ... Visuell ist dieses Aufladen der Verhältnisse und ihr langsames Implodieren von Kameramann Patrick Orth in beiläufige, fragmentarische, bestechend subtile Bilder gefasst, die mal vorsichtig, mal voyeuristisch drängend sich der Stimmung der Figuren anschmiegen."

18. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Die Tageszeitung

Hannah Pilarczyk führt ein Gespräch mit Regisseur Stefan Krohmer und Drehbuchautor Daniel Nocke des Films von SOMMER 04 über die Unterschiede zwischen Kino und Fernsehen und das gemeinsame Erzählen jenseits des Leidens.

17. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • br-online.de

Am Ende ist nichts mehr, wie es mal war, schreibt Margret Köhler. "Zwar stört der aufgesetzte Schluss den rhythmischen Fluss der in ihrer Nonchalance fast französisch anmutenden Geschichte, aber bis dahin baut sich die emotionale Spannung kontinuierlich auf, bleibt man eng an der Entwicklung der Figuren und ihren nicht immer rationalen Verhaltensweisen, ahnt die drohende Tragödie. Martina Gedeck, die laut "Variety" mit "zunehmendem Alter immer besser wird", trägt mit ihrer Präsenz die manchmal zwischen Recht und Unrecht oszillierende Handlung in der Trägheit eines kurzen Sommers. Krohmer verteilt keine Sympathiepunkte, sondern erlaubt Nähe und Distanz zu den sich in Widersprüchen und zuletzt Verzweiflung verfangenen Protagonisten."

12. Oktober 2006 | SOMMER 04 • Kritik • film-dienst 21/2006

Laut Horst Peter Koll beeindruckt das Filmteam "mit einem präzisen Generationenporträt, das kleinste Verschiebungen und Auswirkungen im Beziehungsgeflecht einer (familiären) Gruppe auslotet. Dabei ist SOMMER 04 reich an Bezügen und Subtexten, ein kluger, höchst kenntnisreicher Diskurs über Befindlichkeiten und einschlägige Debatten über Liebe, Treue, Lust und Leidenschaft. Was dramaturgisch zurückhaltend in der Tradition der „Berliner Schule“ daherkommt, erweist sich unter der Epidermis des Unspektakulären als brodelndes, präzise und scharfsinnig inszeniertes Drama um fatale Rollenmuster, trügerische Verhaltensweisen und den alltäglichen Widerspruch zwischen Reden und Handeln."

22. Mai 2006 | SOMMER 04 • Kritik • Der Tagesspiegel

Große Tabuverletzungen und große Katastrophen gibt es laut Jan-Schulz Ojala in den Film zu sehen. "Aber taugt die neue deutsche Filmwelle auch zum Sturm? Verdammt früh macht Daniel Nockes Drehbuch eine halsbrecherische Wende nach der anderen, bis zum irritierend gefühls- und originalitätssüchtigen Happy End."

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